Etihad Airways First Class Boeing 787-9 Abu Dhabi nach Singapur

Nachdem wir die neue Etihad First Class Lounge verlassen hatten, war es Zeit zu unserem Gate in Terminal 1 zu laufen. Da der Flug überbucht war, haben wir bereits in der Lounge ein Upgrade in die Etihad Airways First Class bekommen. Nachdem ich bereits die Etihad Business Class im Dreamliner reviewt habe, werde ich Euch diesmal meinen Flug in der First Class näher bringen. Natürlich fliegt man in der Business Class auch in einem flachen Bett, hat direkten Zugang zum Gang und genießt gutes Essen und Service. Dennoch gibt es einige Unterschiede. Welche genau, lest Ihr im folgendem Bericht.

 

Etihad Airways First Class Boeing 787-9 | Boarding

Als wir am Gate ankamen, war das Boarding bereits fast abgeschlossen und nur noch wenige Gäste warteten darauf, dass Ihre Bordkarte gescannt wurde. Etihad hat das Gate in zwei Bereiche geteilt. Links dürfen Gäste der First und Business Class sowie mit einem Gold oder Platin Vielfliegerstatus bei Etihad Guest oder einem Etihad Partner wie zum Beispiel airberlin boarden. Auf der rechten Seite befindet sich der Bereich für Gäste der Economy Class.

Als wir das Flugzeug betraten, wurden wir freundlich und mit Namen begrüßt. Wir wurden beide nach links gebeten und zu unseren Sitzplätzen 2 D&F begleitet. Dort angekommen, wurden wir vom Koch, sowie der First Class Crew herzlich willkommen geheißen und uns wurde angeboten, unser Handgepäck unter unserem Sitz zu verstauen. Da dieses leider nicht darunter passte, wurde es im vorderen Bereich des Flugzeuges verstaut. In der Etihad Airways First Class Kabine gibt es keine Staufächer oberhalb der Sitze.

 

Etihad Airways First Class Boing 787 | der Sitz

Die First Class der Etihad Boeing 787 verfügt über acht Sitzplätze. Vier der First Class Suites, wie Etihad die Plätze nennt, sind in Flugrichtung, die anderen vier entgegengesetzt dieser angeordnet. Von der Anzahl der First Class Plätzen unterscheidet sich der Dreamliner nicht von anderen Flugzeugen der Etihad Flotte. Die einzige Ausnahme ist der Airbus A380. Hier gibt es 9 Plätze in der First Class Kabine.

 

Auf den Fensterplätzen 1A&K sowie den Mitteplätzen 2D&F fliegt der Gast entgegen der Flugrichtung. Die Plätze 1D&F sowie 2A&K sind vorwärts ausgerichtet. Der Hauptgrund für diese spezielle Bestuhlung sind die geschwungenen Gänge. Um zusätzlich Platz für einen breiteren Sitz zu schaffen, ist das First Class Studio am Sitzende weiter als der Ottomane am Fußende. Dies erkennt man leider nicht genau auf dem unten stehenden Sitzplan.

Jede der acht First Class Suites verfügt über eine hohe Trennwand zum Gang. Zusätzlich lassen sich zwei Schiebetüren schließen, so das der Gast seine Privatsphäre ungestört genießen kann.

Jeder Sitz ist entweder mit beigem oder braunen Leder überzogen. Weitere Details, wie zum Beispiel ein Teil der Wandverkleidung in der Etihad Airways First Class Suite sind entweder in dunklem rot oder in einem hellblauen Ton gehalten. Insgesamt empfinde ich das Design als sehr modern und stylisch. Im Gegensatz zum Vorgängersitz wirkt dieser deutlich frischer.

Wie heutzutage in der First Class üblich, lässt sich der Sitz in der Etihad Airways First Class in der Boeing 787 komplett flach stellen, sodass er waagrecht zum Boden ist. Etihad bietet den Gästen zudem noch einen „Turn Down Service“ an. Das heißt, dass hier der Sitz endgültig in ein richtiges Bett verwandelt wird. Die Crew platziert eine Matratze auf dem Sitz und bezieht diese mit einem Bettlaken. Dazu gibt es noch ein passendes Kopfkissen sowie eine weiche Decke und fertig ist das Bett in 10.000 Metern Höhe. Der Schlafkomfort ist wirklich gut. Die Matratze könnte aber ruhig ein wenig dicker sein.

Natürlich kann man den Sitz auch sonst in jede beliebige Position verstellen. Gut finde ich, dass der Ottoman auch näher an den Gast herangefahren werden kann. So kann wirklich jeder die perfekten Sitz/Loungeposition für sich finden. Zudem verfügt jeder Sitz über eine Decke sowie ein Kissen. Zu jedem Zeitpunkt lässt es sich so richtig bequem und gemütlich machen.

Links und rechts des Sitzes gibt es genügend Staufächer für die üblichen Mitbringsel. Alle elektronischen Begleiter lassen sich dank der Steckdosen und USB-Anschlüsse laden und währenddessen sicher in den Fächern verstauen. Außerdem ist in der Wandverkleidung in Richtung Gang noch eine Art Kleiderschrank integriert. Hier kann man seine Jacke, sein Hemd oder das Jackett aufhängen, ohne dass es zerknittert.

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Jede Etihad Airways First Class Suite verfügt außerdem über eine kleine, gekühlte Minibar. Hier kann sich der Gast jederzeit an nicht-alkoholischen Getränken bedienen. Dieses Feature kann nützlich sein, falls der Service während des Landeanfluges oder auf Grund von Turbulenzen eingestellt werden muss. Ansonsten kann man natürlich zu jedem Zeitpunkt Getränke bei der Crew bestellen.

Der Sitz verfügt zusätzlich, wie auch in der neuen Business Class, über einen kleinen Touchscreen, über den sich das Licht, die Sitzhärte, Massagefunktion und die Sitzposition individuell einstellen lassen.

In der First Class gibt es zwei Toiletten. Hier ist ausreichend Platz, um sich umzuziehen. Die Toiletten sind „Le Labo Bergamotte 22“ Produkten bestückt.

Kurz nach dem Boarding wurden wir willkommen geheißen. Uns wurde jeweils eine Tüte überreicht, in der sich ein Pyjama, ein Amenity Kit und Hausschuhe befinden. Im Amenity Kit befinden sich allerlei Utensilien, die man während des Fluges benötigt. Darin enthalten sind Socken, eine Augenmaske, Ohrenstöpsel, Zahnbürste, Mundwasser, Handcremes und andere Kleinigkeiten. Die Pflegeprodukte sind hier auch wieder von Le Labo Bergamotte 22.

Etihad Airways First Class Boeing 787 | Entertainment

Im Großen und Ganzen ist das Entertainment System Identisch mit dem der Business Class, das ich bereits im letzten Review genauer unter die Lupe genommen hatte. Deshalb möchte ich Euch nicht langweilen und dies nur noch einmal kurz zusammenfassen.

Jeder Sitz verfügt über einen 24 Zoll großen Monitor, über den sich Filme und Serien schauen lassen. Die Auswahl ist groß und auf dem neusten Stand. Theoretisch lässt sich der Bildschirm per Touchfunktion bedienen. Allerdings ist dies nur eingeschränkt möglich, da sich der Bildschirm ein gutes Stück weit weg befindet. Leider hat zu Beginn des Fluges mein Handcontroller nicht funktioniert, sodass die Crew das System resetten musste. Danach hat aber alles einwandfrei geklappt.

Die Handbedienung verfügt über alle Funktionen des Unterhaltungssystems. So kann man sogar die Vorschau für den nächsten Film auf dem kleinen Display abspielen, bevor man sich den Film auf dem großen Monitor anschaut. Ich persönlich schätze diese zwei Bildschirme sehr. So schaue ich meist Filme und habe parallel dazu die Flugkarte über das kleine Display im Controller geöffnet.

Die Boeing 787 ist mit Internet ausgestattet. Der Gast kann zwischen drei verschiedenen Paketen wählen.

  1. Zwei Stunden für 12 US-Dollar (~ 11 Euro)
  2. Vier Stunden für 18 US-Dollar (~ 16 Euro)
  3. 24 Stunden für 22 US-Dollar (~20 Euro)

Der Vorteil ist, dass beim Internetzugang ein unbeschränktes Datenvolumen zur Verfügung steht. Das System ist Satellitenbasiert und die Netzabdeckung ist recht gut. Auf der Startseite bekommt man angezeigt, wie lange die Abdeckung des Satelliten noch verfügbar ist.

Das Datenpaket kann man auf so vielen Flügen innerhalb von 24 Stunden nutzen, wie man möchte. Dies ist insbesondere nützlich, wenn man noch einen Weiterflug ab Abu Dhabi hat. Die Netzabdeckung ist gut. Social Media Programme funktionieren einwandfrei und auch größere E-Mails lassen sich ohne Probleme versenden und empfangen. YouTube-Videos funktionieren auch, allerdings muss man diese ein wenig laden lassen, bevor man diese abspielt.

Zusätzlich zu den genannten Entertainment Optionen werden zu Beginn jedes Fluges auch Zeitungen und Magazine verteilt.

Etihad Airways First Class Boeing 787 | Catering und Service

Neben dem fantastischen Sitz und der toll designten Kabine ist der Service und das Cateringkonzept ein weiteres Highlight der Etihad Airways First Class. Wie es in einer First Class sein sollte, dreht sich hier alles rund um die Wünsche und Belange des Gastes. Den maximal acht Gäste lesen eine Flugbegleiterin und einen Koch fast jeden Wunsch von den Augen ab. Nachdem wir Platz genommen hatten, wurden uns das „Wilkommenstablett“ gereicht. Hier gibt es neben verschiedenen Knabbersachen, einem persönlichen Willkommensbrief auch noch ein Gläschen Champagner beziehungsweise ein Getränk nach Gusto des Gastes.

Der Gast kann dank des „Dine on Demand Konzeptes“ zu jedem Zeitpunkt seine Speisen und natürlich auch die Getränke bestellen. Es muss nicht ein bestimmter Zeitplan eingehalten werden. Diese Flexibilität ermöglicht es dem Gast, seinem Flug optimal zum Schlafen, Entspannen oder auch zum Arbeiten zu nutzen. Da unser Flug um 22 Uhr starten sollte, haben wir unser Abendessen vor dem Start bestellt und darum gebeten, diese direkt nach dem Start zu servieren. So konnten wir möglichst lange auf dem gut acht Stunden langen Flug nach Singapur schlafen.

Das Menü ist so ausgelegt, dass man viele verschiedene Gänge bestellen kann. Neben den Speisen im Menü lässt sich der Hauptgang individuell aus verschiedenen Zutaten zusammenstellen. Außerdem gibt es noch eine große Auswahl an Snacks, wie zum Beispiel das berühmte Etihad Steak Sandwich.

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Da ich nicht so recht wusste, was ich bestellen soll, habe ich den Koch gefragt, ob er mir ein Menü mit fünf Gängen und den passenden Wein zusammenstellen könnte. Hier sollte er mich komplett überraschen. Einziges Kriterium: Keine Meeresfrüchte und kein Fisch.

Für uns gab es als Gruß aus der Küche eine Art Zwiebelmousse mit Pumpernickel. Was zunächst etwas ungewöhnlich klingt, entpuppte sich als sehr lecker.

Als Vorspeise wurde die Tomatensuppe mit Zitronengras gereicht, die lecker und sehr cremig war.

Als zweiter Gang kam dann das Arabic Mezze, das eine Selektion an verschiedenen warmen und kalten arabischen Vorspeisen ist. Dazu wird Fladenbrot gereicht.

Als Hauptgang überraschte mich der Koch mit einem Steak Tenderloin. Ich habe schon verschiedene Fleischsorten im Flugzeug gegessen. Aber noch nie hatte ich ein so zartes und vor allem ein so perfekt medium-rare gegrilltes Stück Fleisch auf dem Teller. Dazu gab es Kartoffelgratin und eine leckere Pfeffersauce.

Als letztes wurde eine Obst- und Käseplatte gereicht.

Zu jedem Gang wurde mir ein neues Glas Wein gereicht. Persönlich waren mir der Sauvignon Blanc sowie der Merlot Blend am liebsten.

Natürlich kann man auch aus vielen anderen verschiedenen alkoholischen und nicht-alkoholischen Getränken wählen.

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Insgesamt war der Service sehr aufmerksam, schnell und freundlich. Und das obwohl die Crew mit der vollen First Class Kabine wirklich viel zu tun hatte. Kurz nach dem Start wollte fast jeder noch etwas essen, bevor er oder sie zu Bett ging.

Da wir so lange wie möglich schlafen wollten, haben wir uns erst kurz vor der Landung in Singapur wieder umgezogen. Da wir recht spät dran waren und da der Landeanflug aufgrund der Wetterbedingungen etwas turbulenter war, konnten wir leider nicht mehr frühstücken. Aber eigentlich hätte nach dem Abendessen auch nicht mehr viel in den Bauch gepasst.

Etihad First Class Boing 787 | Tim’s Fazit

Mit dem neuen Etihad Airways First Class Sitz hat die Airline ein erneutes Upgrade zum letzten, auch sehr guten Sitz vollzogen. Die Kabine der in der Boeing 787 wirkt sehr aufgeräumt und modern. Das Konzept mit dem gewölbten Gang und die breitere Suite im Kopf und Schulterbereich ist innovativ und sehr praktisch. Das gute Entertainmentsystem bietet für jeden Geschmack die passende Unterhaltung und auch Gästen, die des Öfteren mit Etihad fliegen, dürfte aufgrund der Fülle an Filmen und Serien nicht langweilig werden. Das wahre Highlight sind aber der aufmerksame Service und das grandiose Essen. Aus meiner Erfahrung kann ich es nur empfehlen, selbst einmal mit Etihad Airways in der First Class zu fliegen.

 

 

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