Review: Condor Business Class in der Boeing 767

Vor kurzem hatte ich die Möglichkeit mit der Condor Business Class in der Boeing 767 von Frankfurt nach Puerto Plata in der Dominikanischen Republik zu fliegen. In diesem Reisebericht möchte ich Euch meine Erfahrungen und Erlebnisse mit der Condor vorstellen.

Im Interesse der Transparenz möchte ich darauf hinweisen, dass ich vor dem Flug mit der Airline in Kontakt stand und die Review angekündigt habe. Um die Business Class vollumfassend vorstellen zu können, wurde ich für den Flug eingeladen.

Es wurde von der Airline kein Einfluss auf den Inhalt dieser Review genommen und sie wurde auch nicht vor der Veröffentlichung vorgelegt.

Condor fliegt eine Reihe von sehr interessanten Zielen direkt ab Deutschland an. In erster Linie sind dies Urlaubsdestinationen. Auf diesen Routen werden meist Boeing 767 eingesetzt. Diese unterscheidet sich eigentlich nur in der Anzahl der Sitzplätze. Es gibt Flugzeuge mit großer Business Class (30 Sitzplätze) und kleinerer Economy Class (180  Plätze), oder mit einer kleineren Business Class (18 Plätze). Die Sitze sind aber alle identisch. Wir haben eine Übersicht der besten Condor Sitzplätze erstellt.

Was mir an meinem Flug mit der Condor Business Class in der Boeing 767 gefallen hat und wo ich Verbesserungspotential sehe, lest Ihr in diesem Erfahrungsbericht.

Condor Business Class in der Boeing 767 – Check-In

Die Check-In Schalter der Condor befinden sich in Frankfurt im Terminal 1 Abschnitt C. Wie viele es genau waren kann ich nicht sagen. Es waren aber einige. Neben Check-In Schalter für die Business Class gab es auch welche für die Premium Kabine, Online Check-In Gäste und für die Economy Class. Die meisten Schalter waren besetzt und es gab so gut wie keine Wartezeit.

Condor Business Class in der Boeing 767- Boarding

Unser Flug sollte um 9.35 starten. Beginn des Boardings war für 8.35 Uhr geplant. Allerdings stand um 8.00 Uhr immer noch kein Flugzeug am Gate. Trotzdem hat man es geschafft um 8.40 Uhr das Flugzeug beladen und vorbereitet zu haben. Währenddessen wurden am Gate noch aktiv Plätze in die Business Class, der Premium Economy und auf XL Sitze verkauft. Hier haben recht viele Gäste noch einmal zugeschlagen und ein Upgrade gekauft.

Einsteigen durften Familien mit Kindern, gefolgt von Gästen der Business Class. Anschließend waren alle Gäste der Economy und Premium Economy Kabine an der Reihe.

Condor Boeing 767

Condor Business Class in der Boeing 767 – Die Kabine

Die Kabine der Condor ist in drei Bereiche unterteilt. Vorn befindet sich die Business Class mit 30 Sitzplätzen. Diese ist in fünf Reihen mit jeweils sechs Sitzen verbaut.

Condor Business Class in der Boeing 767 – Kabine

Dahinter befindet sich die Premium Economy, gefolgt von der Economy Class. Die Premium Economy Class verfügt über 35 Sitzplätze, die in einer 2-3-2 Bestuhlung verbaut sind. Der Sitzabstand beträgt 36 Zoll. Die Premium Economy Class der Condor verfügt gegenüber der Economy Class über einen leicht modifizierten Sitz. Bei der Lufthansa Premium Economy wurde der Sitz dagegen deutlich modifiziert und ist in der Größe gewachsen. Es ist eher eine Economy Class mit größerem Sitzabstand und verbessertem Service. Zudem gibt es ein Premium Essen, kostenfreies Entertainment System sowie kostenfreie Getränke.

Die Economy Class verfügt über 180 Sitzplätze in einer 2-3-2 Anordnung. Der Sitzabstand ist mit 30 Zoll durchschnittlich. Essen und alkoholfreie Getränke sind im Ticketpreis enthalten. Filme sind kostenlos, Alkohol und die Premium-Filmauswahl müssen jedoch separat bezahlt werden.

Condor Business Class in der Boeing 767 – Der Sitz

Die Business Class Sitze bei Condor sind in einer 2-2-2 Bestuhlung verbaut. Das heißt, dass vier von sechs Sitzplätzen direkten Zugang zum Mittelgang haben. Die Gäste am Fenster müssen über den Sitznachbarn steigen.

Ich gehe davon aus, dass man zu den meisten Urlaubsdestinationen zu zweit, oder als Familie reist. Somit macht es weniger aus. Sollte man aber über den unbekannten Sitznachbarn steigen müssen, dann muss man durchaus vorsichtig sein. Die Sitze sind auch nicht wirklich privat. Zwar gibt es zwischen den einzelnen Sitzplätzen eine kleine ausziehbare Wand, allerdings ist der Sitz doch recht offen. Der Business Class Sitz lässt sich individuell einstellen.

Die Sitzfläche ist zwar komplett flach, aber nicht parallel zum Boden. Das heißt, dass der Kopf deutlich über den Füßen liegt. Ich habe auf meinem Flug gute zwei Stunden geschlafen. Dabei habe ich einen Unterschied zu anderen Sitzen festgestellt. Persönlich finde ich es nicht schlimm, wenn mein Kopf etwas höher liegt, allerdings ist es auf Dauer unangenehm.

In der Loungeposition ist der Sitz sehr angenehm.

Condor Business Class Sitz

Der Tisch lässt sich aus der Armlehne ziehen. Ist dieser ausgeklappt, ist allerdings die Elektronik des Sitzes blockiert und dieser lässt sich nicht verstellen. Der Tisch ist sehr solide, ausreichend groß und wackelt nicht.

Jeder Platz verfügt über ein individuelles Entertainment System mit einer guten Auswahl an Filmen, Musik und TV Serien. Klasse fand ich die vielen Luftfahrt Serien, die es gab. Da schlägt das Herz des Airlineenthusiasten doch gleich höher.

Condor Business Class Sitz

Am Platz wartete bereits ein kleines Amenity Kit. Die Hülle lässt sich prima als Brillenetui verwenden. Der Inhalt ist recht einfach, aber es gibt Socken, eine Zahnbürste und eine Schlafmaske.

Am Platz warteten auch eine Flasche Wasser (Das war übrigens auch für die Economy Class der Fall. Das ist zwar nur eine Kleinigkeit, aber in meinen Augen super wichtig). Zudem gibt es ein großes Kopfkissen (in der Economy Class auch) und eine große Decke. Die Kopfhörer hatten leider kein Noice-Cancelling.

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Condor Business Class in der Boeing 767 – Der Service

Der Service war der Grund, warum ich einen absolut klasse Flug hatte. In der Business Class haben die Purserette und zwei Flugbegleiter gearbeitet. Der Service war extrem aufmerksam, freundlich und vor allem persönlich. Selten habe ich mich an Bord eines Flugzeugs so wohl gefühlt. Noch vor dem Start gab es eine erste Runde Getränke. Neben Wasser gab es Orangensaft oder Champagner zur Auswahl. Im Anschluss wurden von der Purserette die Speisekarten verteilt. Dabei hatte sie für jeden Gast ein nettes Wort übrig. Ich finde es einfach klasse, wenn einem persönlich und auf Augenhöhe begegnet wird. Das ist bei vielen Airlines nicht der Fall. Hier wirkt teilweise alles ein wenig roboterhaft und nach Protokoll. Die anderen beiden Flugbegleiter waren auch klasse.

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So wurde noch am Boden diverse Zeitungen verteilt. Im Anschluss gab es die Speisekarten. Wenig später wurden wiederum die Bestellungen für den Hauptgang aufgenommen. Es gibt drei Gerichte zur Auswahl.

Es gab recht viel Interaktion mit dem Gast. Zudem war der Service sehr proaktiv.

Nach dem Start gab es ein Mittagessen. Die Vorspeise wurde auf einem Tablett serviert. Bei drei Vorspeisen finde ich das aber absolut in Ordnung. Der Hauptgang wurde ohne Tablett gereicht und auf dem Tisch serviert. Es gab ein Fleischgericht, ein Fischgericht und eine vegetarische Option. Die Qualität des Essen fand ich super. Auch wenn der Hauptgang auf dem Bild nicht so aussieht, er war wirklich gut und lecker.

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Während es Fluges wurden noch kleine Snacks angeboten. Diese habe ich leider verschlafen. Als ich aufgewacht bin, wurde mir aber sofort angeboten mit noch etwas zu servieren.

Vor der Landung gab es noch einen Imbiss.

Ein großes Essen, der Snack und der Imbiss sind definitiv genug für einen Flug, der in der Regel weniger als 10 Stunden dauert. Die Qualität und Menge des Essens war super. Gepaart mit mehreren Getränkerunden kann man sich hier nicht wirklich viel mehr wünschen.

Obwohl die Kabine fast voll war, wurde der Service zügig und ohne hastig zu wirken durchgeführt. Gute 90 Minuten vom ersten Getränk bis zum Dessert sind in meinen Augen optimal.

Vom Softprodukt (Service, Crew und Catering) bekommt die Condor Business Class in der Boeing 767 damit die volle Punktzahl.

Condor Business Class in der Boeing 767 – Kommentar

Condor hat ja den Ruf ein Ferienflieger zu sein. Das eigene Branding gibt das ja zu genüge wieder. Mit 13 Destinationen in den USA ist es aber auch eine lohnende, gute Alternative zu den herkömmlichen Airlines, wie der Lufthansa. Der Sitz ist leider kein komplett flacher Sitz. Das ist in meinen Augen das größte Manko. Man kann auf dem Sitz zwar schlafen, allerdings ist die Sitz- beziehungsweise Liegeposition nicht optimal.

Condor Business Class

Auf der anderen Seite ist das Catering und vor allem der Service wirklich gut gewesen und da hat die Crew einen großen Teil dazu beigetragen. Die Serviceprozesse sind gut getaktet und auch die Qualität und Quantität des Caterings war toll.

Ich persönlich würde die Condor trotz des Sitzes wieder fliegen, vor allem auf Tagflügen. Das Netzwerk zu den vielen Business- und Urlaubsdestinationen finde ich attraktiv. Zudem wird alles Non-Stop angeflogen, was ein Umsteigen vermeidet und Zeit spart. Alle weiteren relevanten Themen und die passenden Flüge findet Ihr auf der Website von Condor

Insgesamt hatte ich eigentlich recht neutrale Erwartungen. Diese wurden aber übertroffen, der Crew sei Dank. Und was den Sitz betrifft, darauf kann man sich bereits vorher einstellen. Besser als der Eurowings Best Sitz ist die Condor Business Class auf jeden Fall. Aber ich bin mir sicher, Condor wird bald einen neuen Sitz verbauen.

Wir haben übrigens auch die Premium Economy Class von Condor für Euch getestet.

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6 Kommentare

  1. Ja, das Review deckt sich mit dem was ich auch bei anderen Airlines immer wieder feststelle: Service. Was nützen mir 27 Sorten Wein, wenn der FA einfahc nur pampig und genervt ist? Wenn bei Interkontinentalflügen allerdings auch noch die Summe an Qualität an Sitzen, Komfort, Essen, etc. zählt, dann ist für mich die SAS ganz vorne.

  2. Ich hatte verschiedene Flüge mit DE in der Business von FRA nach HAV und zurück. Ich kann obigen Bericht bzgl Sitzen und inflight Service voll bestätigen. Bei den Sitzen fehlt auch Ablagefläche oder Mulden oä zB für Brillen und Zeitschriften. Viele Flüge in die Karibik hatten zum Teil Verspätungen. Dazu ist anzumerken, dass der Service des Büros in HAV miserabel ist . Allfällige Infos über Verspätungen erhält man nicht . Auf meine Anfrage, wenn ich zB im Internet sehe, dass Flieger mit mehreren Stunden Verspätung in HAV eintrifft, was zu tun sei , erhielt ich die Antwort : unabhängig von Verspätungen hätte man pünktlich am Terminal 2 zu sein; mein Flug hatte auch 3 Stdn Verspätung. Im T2 gibt es nicht genügend Plätze zum Warten. Cubanische Sicherheits-Leute liessen dann gar keine Menschen mehr in die Halle , erst als Check-in öffnete. Von Condor war weit und breit niemand zu sehen, am WE ist auch niemand tel zu erreichen. Meinen nächsten Flug machte ich dann mit AF mit hervorragender Business ( in der neueren Version der 777). Anzumerken ist noch , dass DE teilweise höhere Preise in Business aufruft als zB AF oder IB auf der Strecke bei insgesamt besserer Leistung, dabei auch mit besseren T&C s bezogen auf Storno und Änderungen. Für mich ist klar: nie mehr DE Business auf Langstrecke.

    • Hey,
      Das sind natürlich negative Erfahrungen. Ich hätte gern mal gewusst wie andere Airlines das vor Ort geregelt hätten. Bei mir hat alles super funktioniert. Wegen des Wetters war der ankommende Flieger etwas verspätet. Trotzdem war das Condor Team vor Ort organisiert und gut drauf.

  3. Ich hätte gerne mal gewusst, wann die Schadensreguliering meines defekten Koffers vorgenommen wird. Reklamiert wurde er am 22.9.18. mehrere Schreiben von mir liegen ihnen vor. Was ist daran so kompliziert? 3 Monate sind in vergangen und ich bin mehr als verärgert.

  4. Hallo, bin gestern/heute von FRA nach CPT geflogen, erstmalig mit DE in der Business. Der Bericht ist stimmig, die Sitze sind nicht mehr Business adäquat. Der Service ist ok, vor allem wenn die Crew engagiert ist( was aktuell der Fall war), aber auch da sind die allgemeinen Standarts (Essen, Getränke, Zeitschriften) bezogen auf andere Airlines nicht mehr state of the arts. Klar ist aber auch, der gestrige/heutige Flug mit DE (B763) ist wesentlich günstiger als der gleiche Direktflug mit LH (A340/330).

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