Review: Lufthansa Business Class Boeing 747-400 Frankfurt nach Seattle

Seit Ende 2013 hat Lufthansa, im Zuge der Reduktion der First Class, alle in der Flotte verbleibenden Boeing 747-400 in eine drei Klassen Konfiguration aus Economy- , Premium Economy- und Business Class umgebaut. Auf einem Flug von Frankfurt nach Seattle bin ich in den Genuss der Lufthansa Business Class in der Boeing 747-400 gekommen.

Vor meinem Flug nach Seattle habe ich das Lufthansa First Class Terminal in Frankfurt aufgesucht, wo auch der Check-In für diesen Flug für mich übernommen wurde. Fast alle meine Lufthansa Flüge aus Frankfurt starten für mich im First Class Terminal, welches ich in schon einmal sehr detailliert vorgestellt habe. Daher möchte ich hier auf allzu viele Details verzichten.

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Was mich persönlich ein wenig bei diesem Besuch amüsiert hat, war die Tatsache, dass ich bis kurz vor Abfahrt aus dem First Class Terminal noch keinen Sitzplatz hatte, da der Flug sehr stark überbucht war und ich es, Experte wie ich bin, versäumt hatte mir einen Sitzplatz zu reservieren. Bei meiner Ankunft in Frankfurt waren bereits alle Plätze vergeben oder reserviert. Während meinem kurzen Frühstück kümmerte man sich allerdings einen Sitzplatz für mich zu bekommen, sodass man mir vor der Abfahrt zum Flugzeug eine neue Bordkarte mit einem Sitzplatz überreichen konnte. Dies war in über 100 Abflügen auch das erste Mal, dass mir so etwas passiert ist.

Lufthansa Business Class Boeing 747-400 | Die Kabine

Beim Einsteigen in das Flugzeug wurde ich freundlich von zwei strahlenden Flugbegleiterinnen begrüßt und durch die Galley nach rechts zu meinem Platz 12G gebeten.

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Seit nun über einem Jahr verfügen alle Langstreckenflüge der Lufthansa über die neue Business Class, welche im Gegensatz zum alten Sitz nun lie flat ist, sich also in ein komplett flaches horizontales Bett verstellen lässt. Dabei gibt es in der Lufthansa Boeing 747-400 drei Business Class Kabinen.

Im Oberdeck befinden sich 22 Sitzplätze in einer 2-2 Bestuhlung. Dabei kann ich besonders Plätze in den Reihen 81 und 84 empfehlen, da hier der Fußraum ein wenig größer ist, als in den anderen Reihen.

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In der Nase der Lufthansa Boeing 747-400 befinden sich 17 Business Class Sitze. Die Nase der Boeing 747-400 ist generell etwas ruhiger, als die anderen Kabinen, da hier kein „Durchgangsverkehr“ herrscht. Besonders Reihe 1 ist dabei in meinen Augen sehr angenehm. Hier hat man sehr viel Ruhe und das Fußfach in Reihe 1 ist das Größte in der gesammten Business Class.

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Auch 4D ist für alleinreisende Passagiere interessant, da dies ein Einzelsitz ist. Ich persönlich mag diesen Platz nicht besonders, allerdings gehen hier die Meinungen sehr auseinander.

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Im zweiten Kompartment im Unterdeck verfügt die Lufthansa Boeing 747-400, anders als alle anderen Lufthnnsa Langstreckenflugzeuge über eine 2-3-2 Bestuhlung mit zwei bzw. vier Reihen. Damit gibt es in der Boeing 747-400 grundsätzlich bis zu vier Mittelsitze. Lufthansa setzt die Boeing 747-400 verstärkt zu auch für Urlauber interessante Destinationen ein. Hierzu zählen Ziele wie Orlando, Vancouver oder eben auch Seattle. Insbesondere in den Sommerferien sind die dreier Sitze in der Mitte bei Familien sehr beliebt.

In diesem Mittelblock in Reihe zwölf befand sich mein Sitzplatz 12G. Grundsätzlich wirkt die gesamte Kabine aufgrund der neu eingebauten Sitze sehr modern und neu. Wenn man sich allerdings die Overhead Bins anschaut,erkennt man dass die Boeing 747-400 schon einige Jahre alt sind.

Lufthansa Business Class Boeing 747-400 | Der Sitz

Nachdem ich in der Vorbereitung dieses Fluges vollends versagt hatte und keinen Sitzplatz reserviert hatte, konnte man mir nur noch 12G zuteilen. Meinem Wunsch entsprechend war dies ein Gangplatz, allerdings in der dreier Reihe im Mittelblock des zweiten Kompartments. Beim Mittelblock ist wichtig zu wissen, dass die beiden linken Plätze parallel zueinander sind und der rechte Platz in einem leichten V zum Mittelsitz steht. Damit hat man zum Mittelsitz hin ein wenig mehr Abstand und Privatsphäre.

Dieser Abstand bedeutet allerdings, dass man im Fusßbereich recht eng beieinander liegt. Aufgrund der recht offenen Gestalltung des Lufthansa Business Class Sitzes, wird auch gerne von Füßelsitzen in der Vielfliegerszene gesprochen. Ich persönlich habe allerdings noch nie ungewollt meinen Nebenmann/ Frau mit den Füßen hier berührt. Daher würde ich behaupten, dass das „Füßeln“ in der Lufthansa Business Class eher im Kopf stattfindet.

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Der Lufthansa Business Class Sitz verfügt natürlich auch über einen eigenen Monitor auf welchen sich im IFE Filme und Serien schauen lassen. Dieser Monitor lässt sich auch in seinem Winkel verstellen, was ich persönlich sehr angenehm finde.



Lufthansa Business Class Boeing 747-400 | Der Service

Als ich an meinem Sitzplatz angkommen war, befanden sich am Platz neben einer Decke und Kissen auch bereits ein Amenity Kit von Samsonite und eine 0,5 Lieter Wasserflasche in einem Staufach am Sitz.

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Im Amenity Kit findet man alles was man während des Fluges so braucht. Auch auf den Toiletten findet Ihr Dinge wie Zahnbürste, Kämme, Mundwasser und Rasierer.

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Nachdem ich mich auf meinem Platz häuslich eingerichtet hatte, wurde mir ein Willkommens Dirnk angeboten. Wie immer bei Lufthansa in der Business Class werden von einem Tablett Sekt, Orangen Saft und Wasser angeboten. Es gibt durchaus Lufthansa Crews, welche bereits am Boden eine open bar anbieten, allerdings ist dies die Ausnahme.

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Ehe ich mich versehen hatte, wurde mein Glas auch schon wieder abgeräumt und das Sicherheitsvideo gezeigt. Kurz darauf sind wir zu unserem elf stündigen Flug nach Seattle gestartet.

Kurz nach dem Start wurde ich von der Purserette begrüßt. Beim üblichen small talk stellten wir fest, dass ich mit meiner einen Nacht in Seattle kürzer vor Ort sein werde, als die Crew des Flugzeuges.

Minuten nach dem Start wurden von den Flugbegleitern heiße Tücher, sowie die Speisekarten verteilt.

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Auch stellte sich die für mich zuständige Flugbegleiterin Nadine bei mir vor und fragte nach meinem Getränkewunsch. Das Vorstellen des für einen zuständigen Flugbegleiter gehört innerhalb des Lufthansa „Restaurant Services“, zum Standard. Allerdings geschieht dies für gewöhnlich bereits am Boden. Ich gehe davon aus, dass man aufgrund meines späten Boardings in Frankfurt keine Zeit mehr dazu hatte, da einige Passagiere bereits eine Speisekare hatten.

 

Meinem Wunsch entsprechend wurde mir eine Cola light und Wasser serviert, welches samt Nüssen als Aperitif geliefert wurde.

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Recht zügig danach kam man mit dem Vorspeisenwagen durch den Gang. Dabei werden die Tische eingedeckt und anschließend Butter, Salz und Pfeffer, ein Brot Teller, Besteck und die gewünscht Vorspeisen vom Flugbegleiter eingedeckt.

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Grundsätzlich finde ich dieses Konzept ohne Tablett in der Lufthasnsa Business Class durchaus ansprechend, allerdings dauert es länger als früher, als einfach ein Vorspeisentablett überreicht wurde. Auch finde ich den Trolley im Gang, trotz Abdeckung, alles andere als ansprechend. Ich persönlich würde mir daher wünschen, dass man die Tische mit Tischdecke, Brotteller und Brotkorb, Butter, Salz und Pfeffer bereits beim Aperitif eindeckt und anschließend die Vorspeisen von einem Servierwagen serviert.

Trotz meiner Kritik am Service sieht der fertig eingedeckte Tisch ohne Tablett deutlich besser aus, als mit Tablett. Auch die Vorspeise war auf diesem Flug wirklich gut!

Nachdem die Vorspeise abgeräumt wurde, wurde mir fast ohne Wartezeit das Hauptgericht serviert. Ich habe mich für die Garnelen entschieden, welche durchaus gut waren, wenn auch nicht überragend.

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Zu meinem Hauptgang wurde auch ein Beilagensalat serviert.

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Zum Nachtisch konnte man von einem Tablett vermiedenen Optionen wählen. Ich habe mich für Käse, sowie Passionsfruchtpannacotta entschieden. Beides hat mir geschmeckt.

Zum Abschluss des Essens habe ich mir einen Espresso bestellt. Dieser wurde zusammen mit einer Schokolade geliefert.

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Eigentlich war mein Plan auf diesem Flug zu arbeiten. Da alle Lufthansa Langstreckenflugzeuge inzwischen über einen einen Internetzugang via FlyNet verfügen ist dies auch sehr gut möglich. Die Preise für das Lufthansa FlyNet sind mit 17Euro für den gesamten Flug übrigens sehr human und die Geschwindigkeit der Internetverbindung ist ausreichend.



Allerdings wurde ich von der Müdigkeit übermannt und bin kurz nach dem Essen bei einem Film eingeschlafen.

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Ich bin immer wieder überrascht, wie gut ich auf dem Lufthansa Business Class Sitz schlafen kann. Auf diesem Tagflug nach Seattle habe ich über fünf Stunden geschlafen, was möglicherweise auch der kurzen Nacht vor dem Flug geschuldet war.

Kurz nachdem ich aufgewacht bin, hat die Crew bereits mit dem zweiten Service begonnen. Wie üblich wurde auch hier wieder mit den heißen Saunatüchern begonnen.

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Auf Flügen nach Nord Amerika wird der zweite Service als „Soup and Salad“ bezeichnet. Und auch genau dies wird serviert. Neben einem Salad, gibt es eine warme Suppe, sowie Brot aus dem Brotkorb. Eine Auswahlmöglichkeit gibt es leider nicht.

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Nachdem das Essen wieder abgeräumt wurden, befanden wir uns auch bereits schon im Anflug auf Seattle. 40 Minuten vor der geplanten Ankunftszeit sind wir in Seattle gelandet. Nach der verhältnismäßig kurzen Einreise in die USA befand ich mich bereits auf dem Weg in die Stadt.

Lufthansa Business Class Boeing 747-400 | Frankfurtflyer Kommentar

Ich mag die Lufthansa Business Class, sie ist sicherlich nicht das weltbeste Business Class Produkt, allerdings ist sie durchaus eine angenehme Art und Weise von A nach B zu gelangen. Insbesondere über dem Nordatlantik ist man mit der Lufthansa Business Class sehr gut bedient.

Die Leistung der Lufthansa auf meinem Flug von Frankfurt nach Seattle kann man als solide bezeichnen. Was mir immer an der Lufthansa Business Class gefällt ist das unglaublich konsistente, gute Bordprodukt.

Genau das habe ich auf diesem Flug von der Lufthansa Business Class erwartet und genau das habe ich auch erhalten. Ich bin ausgeruht in den USA angekommen und dies ist sicherlich das Wichtigste an einem Business Class Flug.


Dieser Reisebericht besteht aus folgenden Teilen:

 

 

2 Kommentare

  1. Was, bitteschön, sind ein „Apperitief“ und „Soupe and Salt“?

    Dies wird von Lufthansa nicht so bezeichnet 😉

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