Review: Swiss First Class Boeing 777-300er Zürich nach Hongkong

Nachdem wir bereits am Vortag aus Kairo in Zürich angekommen sind und einen sehr schönen Tag in Zürich verbracht haben, machten wir uns auf den Weg zurück zum Flughafen. Dort sind wir nach dem Check In in die Swiss First Class Lounge A gegangen, von welcher wir in die Swiss First Class Lounge E gefahren wurden. Hier haben wir zusammen auf den Geburtstag meiner Schwester angestoßen und uns auf unseren Swiss First Class Flug in  der Boeing 777-300er gefreut.

Wir haben die Lounge recht spät verlassen, sodass wir fast die letzten Gäste waren, welche für den Flug nach Hongkong eingestiegen sind. Zu unserer Freude waren wir drei heute mit einem alleinreisenden Mann die einzigen Gäste in der First Class nach Hongkong.

Swiss First Class Boeing 777-300er | Die Kabine

An der Flugzeugtür wurden wir, nach einem Blick auf unsere Bordkarten, vom Maître de Cabine freundlich begrüßt und an die bereitstehende First Class Flugbegleiterin verwiesen. Diese begleitete uns durch die kleine Business Class Kabine hinter der First Class, zu unseren Sitzen.

Wie alle Swiss Langstreckenflugzeuge verfügt auch die Boeing 777-300er über acht First Class Sitze im vorderen Teil der Kabine. Diese sind in einem 1-2-1 Layout angeordnet, wie man es auch aus dem Airbus A340 und A330 der Swiss kennt. Allerdings sind die Sitze in der Swiss Boeing 777 aufgrund der hohen Kabinenbreite nochmals um einiges wuchtiger.

Was ich als sehr gewöhnungsbedürftig auf den ersten Blick empfunden haben, ist das semi Suite Konzept in der Swiss First Class, welches man nur in der Boeing 777 findet. So lassen sich die First Class Sitze komplett zur Seite abgrenzen, allerdings sind die Wände nicht besonders hoch. Somit nimmt man die einzelnen Sitze und Passagier durchaus noch wahr, hat dennoch auf seinem Platz keinen wirklichen Überblick über die Kabine.

Was in der Swiss First Class der Boeing 777 neu ist, sind die elektronischen Fensterblenden. Wie man es aus Privatjets kennt, oder auch aus anderen First Class Produkten, wie bei Lufthansa, lassen sich alle drei Fenster eines jeden Sitzes auf Knopfdruck verdunkeln. Dieses System hat allerdings auch seine Tücken, so hat man versehentlich während des Fluges einmal alle Fensterblenden aus der Galley heraus geöffnet, woraufhin die Kabine taghell war und alle Passagiere wach.

Mit der Boeing 777-300er hat man bei Swiss nun auch endlich zwei Toiletten für die First Class vorgesehen. Diese befinden sich beide neben der Galley und der Cockpittür.  Die Toiletten selbst unterscheiden sich kaum von einer normalen Flugzeugtoilette. Allerdings sind die First Class Toiletten in der Swiss Boeing 777 recht ansprechend gestaltet und werden den ganzen Flug über in einem tadellosen Zustand gehalten. Auch Hand- und Gesichtscreme der Schweizer Luxusmarke la Prairie findet man in den Toiletten. Teurer geht es schon fast nicht mehr!

Was mich ein wenig überrascht hat, war der Vorhang zwischen der First und der Business Class. In den ersten Animationen sah es noch so aus, als wolle man aus Schallschutzgründen eine Tür zwischen der First und Business Class, sowie zur Galley installieren. Schade dass man dies nicht gemacht hat!

Die Swiss Boeing 777-300er verfügt übrigens endlich über Internetzugang für die Passagiere. Dieser ist auch beeindruckend schnell. Jeder Gast der First Class erhält einen 50MB Voucher, welcher jedoch recht schnell verbraucht sein kann.

Swiss First Class Boeing 777-300er | Der Sitz

Der neue Swiss First Class Sitz in der Boeing 777-300er ist dem in den Airbus A330 recht ähnlich, wobei er im Detail noch einmal deutlich überarbeitet wurde. Der Sitz in der Boeing 777-300er bietet noch einmal deutlich mehr Stauraum und lässt sich rundherum mit Verkleidungen abschirmen.

Neben dem eigentlichen First Class Sessel verfügt jeder Sitz über einen Gästesitz bzw. Ottomanen. Dieser ist auch mit einem eigenen Sicherheitsgurt ausgestattet, sodass der Gast z.B. während der gesamten Mahlzeit sitzen bleiben kann. Anders als im Airbus A330 lässt sich der Ottomane leider nicht mehr elektronisch verstellen.

Damit man auch wirklich angenehm zu zweit essen kann, ist der Sitz mit einem riesigen Tisch ausgestattet. Dieser ist leider nicht mehr geteilt und klappbar. Hierdurch wird er zwar sehr stabil, ist allerdings etwas unhandlich. So können nicht zwei Passagiere im Sitz sitzen, wenn man den Tisch ausklappt.

Eine absolute Spielerei, auch lustige Neuerungen, sind die beleuchteten Ablagen für die Gläser an jedem Sitz. Als altes Spielkind, habe ich die ersten Minuten des Fluges mit genau dieser und anderen Deko- Beleuchtungen gespielt.

Wie schon erwähnt verfügt der Swiss First Class Sitz über jede menge Ablagemöglichkeiten. Neben den großen Staufächern neben den Sitz,  Findet man noch einige Auszugsregale. Neben einem kleine Schuhfach, gibt es auch eine recht große ausziehbare private Garderobe. Hier sind auch kleine Flächen, wie z.B. für Brillen, Handys und Pässe angebracht. Auch einen kleine Schminkspiegel gibt es hier. Ich habe die Garderobe übrigens nicht genutzt, da mein Mantel schon vor dem Start von den Flugbegleitern verstaut wurde.

 

Mit Hilfe dieser Fächer lässt sich der Swiss First Class Sitz komplett abschirmen. Allerdings kommt hierbei kein Suitefeeling auf, da die Wände doch sehr niedrig sind.

Der Swiss First Class Sitz verfügt über einen riesigen IFE Bildschirm. Dieser lässt sich über eine Touchscreenfernbedienung bedienen. Die Auswahl an Filmen, Serien, Musik und Spielen ist wirklich umfangreich. Allerdings habe ich das IFE auf diesem Nachtflug nicht genutzt. Positiv ist mir allerdings aufgefallen, dass man auf der Fernbedienung die Karte einblenden kann, während man einen Film schaut.

 

Die Kopfhörer, welche von Swiss in der First Class angeboten werden sind zwar O.K., allerdings auch nicht mehr. Ich würde daher jedem Vielreisenden die Bose IQ25 empfehlen, welche ich selbst mit Begeisterung nutze.

Swiss First Class Boeing 777-300er | Der Service

Eine Sache, die das Reisen in der Swiss First Class immer sehr angenehm macht sind die für gewöhnlich sehr guten Flugbegleiter. Auch wenn es hier Unterschiede gibt, sind meine Erfahrungen meist eher positiv. Auch die heutige Crew erbrachte eine hervorragende Leistung. Zwar teilte man uns mit, dass man noch ein wenig üben würde, da es von beiden erst der zweite Flug auf dem „Jumbo“ sei, allerdings hatte ich absolut keinen Grund zur Beschwerde!

Nachdem wir all unsere Sachen verstaut und Platz genommen hatten, standen beide First Class Flugbegleiter mit einer Flasche Champagner bei uns und begrüßten uns nochmals sehr herzlich.

Neben dem Champagner wurden auch sofort noch drei Wasser geliefert. Auch der Gruß aus der Küche, welcher bei Swiss immer schon am Boden serviert wird ließ nicht lange auf sich warten.

Auch die heißen Tücher schon am Boden finde ich sehr angenehm. Die Präsentation auf dem kleinen Holzbrett finde ich übrigens sehr gelungen.

Der Start in Zürich erfolgte nach 23 Uhr und kaum waren die Anschnallzeichen ausgeschaltet begann die Crew mit dem Service. Die Menükarte wurde uns bereits am Boden überreicht und die Essenswünsche abgefragt.

Wir haben beschlossen zu dritt auf zwei der mittleren Sitze zu essen. Dies war natürlich kein Problem und beide Tische wurden liebevoll eingedeckt. Das Tischsetup kommt dem in einem guten Restaurant schon sehr nahe und erinnert dabei wenig an ein Flugzeug.

Neben Butter, Olivenöl, sowie großen Salz- und Pfefferstreuern bekommt jeder Gast der Swiss First Class auch einen eigenen Brotkorb mit frisch aufgebackenem Brot.

Als Vorspeise entschied ich mich, wie immer bei Swiss, für den Lachs. Dieser ist quasi der Kaviar Ersatz bei Swiss. Auch den Babyhummer habe ich mir als zweite Vorspeise bestellt. Beides war fantastisch.

Die Trüffelsuppe mit frisch gehobeltem Trüffel war für mich das Highlight dieses Menüs. Einfach TOLL!

Mein Kalb als Hauptgang war ebenfalls sehr gut. Die Swiss Flugbegleiter haben hier wieder einmal unter Beweis gestellt, was sie alles aus einer Flugzeugküche herausholen könne. Das Kalb war wunderbar rosa, was in einem Flugzeug wirklich schwer ist.

Ich musste leider auf den wunderbaren Käsegang verzichten und habe sofort mein Dessert bestellt. Insbesondere die wunderschöne Präsentation hat mir gefallen.

Nach dem Dessert waren wir alle recht müde, in Zürich war es bereits 1 Uhr nachts und so habe wir uns direkt die Betten machen lassen. Mit der Matratzenauflage habe ich hier acht Stunden durchgeschlafen. Das Bett ist wirklich sehr bequem.

Neben dem Wasser, welches die Flugbegleiter beim Turn Down Service ans Bett stellen, gab es auch eine kleine Packung Sirocco Tee.

Nach acht Stunden Schlaf und noch zwei Stunden bis Hongkong bin ich gut erholt aufgewacht. Noch im Bett sitzend brachte man mir ein heißes Tuch, sowie einen Smoothie und fragte ob ich eine Kaffee wolle.

Mein bestellter Cappuccino wurde mir nach wenigen Minuten gebracht. Ich hatte mich bereits zu Nicole gesetzt, welche sich gerade den Tisch zum Frühstück hat eindecken lassen. So konnten wir wieder gegenübersitzend frühstücken.

Swiss bringt in der First Class auf einem Tablett eine große Auswahl an kalten Frühstücksoptionen an den Tisch, von welchen man wählen kann. Neben Wurst, Käse, Marmelade, Jogurt und Müsli gibt es natürlich auch typisch Schweiz, Bircher Müsli.

Als warme Frühstücksoptionen gab es einen lauwarmen Lachs Bagel mit Spinat, oder Rühreier mit Beilagen. Der Bagel war wirklich gut. Das Rührei wird bei Swiss leider nicht frisch zubereitet, sondern nur aufgewärmt. Dennoch war es absolut in Ordnung.

Kurz vor der Landung in Hongkong kam noch der Maître de Cabine, sammt First Class Flugbegleiter zu meiner Schwester um ihr mit einer handgeschriebenen Karte zum Geburtstag zu gratulieren. Auch eine Packung Pralinen gab es als Geschenk. Eine wirklich nette Geste!

Swiss First Class Boeing 777-300er | Frankfurtflyer Kommentar

Ich war von der neuen Swiss First Class in der Boeing 777-300er sehr beeindruckt. Man hat hier ein sehr gutes Produkt geschaffen, welches ich jederzeit sehr gerne wieder fliegen werde. Besonders im Vergleich zu der alten First Class im Airbus A340 ist die Boeing 777-300er ein riesen Fortschritt. Zwar habe ich das semi Suite Konzept noch nicht ganz verstanden, dennoch war ich nach unserm Flug sehr begeistert. Hierzu hat allerdings besonders auch die tolle Crew beigetragen, welche freundlich, herzlich und überaus bemüht war uns jeden Wunsch zu erfüllen. Man hatte den Eindruck, dass die Damen Spaß an ihrem modernen Arbeitsplatz haben.


Dieser Reisebericht besteht aus folgenden Teilen

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9 Kommentare

  1. Danke Christoph für den ausführlichen Bericht. Freut mich dass die Swiss so gut wegkommt. Freue mich auf meinen ersten Swiss F Flug im neuen Flieger auch wenn er noch nicht unmittelbar ansteht. LG, Pete

  2. Danke für die Eindrücke! Wird man als F Passagier in HKG noch durch die Einreise begleitet o.ä oder ist man nach dem Aussteigen „auf sich selbst angewiesen“?

  3. Die Swiss First sieht echt gigantisch aus! Ich würde sie ja gerne mal als Award buchen, geht ja als Fremd-Gold leider nicht 🙁 oder hast du einen Tip? 🙂

    Vielen Dank und Cheers
    Rob

    • Hey Rob,

      Ja das ist richtig! Als Award kann man die Swiss First nur via Miles&More Meilen mit SEN oder HON Status buchen. Das Produkt ist einfach klasse, allerdings durch die Einschränkungen bei den Meilentickets auch entsprechend exklusiv.

      Die beste Option für die Swiss First Class ist entweder ein gutes Angebot wie ab Cairo oder den Partner Sale ab Italien.

      Du kannst übrigens auch mittels Miles&More Meilen ein Upgrade in die Swiss Frist machen, ganz ohne Status.

      Viele Grüße
      Christoph

  4. Ich bin jetzt etwas verwirrt. Warum taucht dieser Post jetzt mit Datum 07.08. wieder auf?
    Der ist doch schon alt und vom Januar 2017?!

  5. Hi Christoph,
    bin am Donnerstag wieder mit swiss First unterwegs und habe eine Frage zu den Kopfhörern.
    Nutzt du dafür einen Adapter ?!
    Oder war ich zu blöd beim letzten Flug meine Klinke zu verwenden ?

    Gruß
    Fritz

    • Ich verwende die BOSE Kopfhörer. Hier ist ein Adapter dabei. Wenn ich mich richtig erinnere, funktioniert der Bose Kopfhörer bei dem neuen Swiss First Sitz allerdings auch ohne Adapter.

      VG
      Christoph

      • Bin leider im A330 unterwegs, daher nicht ohne Adapter 🙁
        Habe gerade festgestellt das dieser bei den Beats Kopfhörern nicht dabei ist und direkt einen geordert. Nun ja, muss ich wohl doch auf die QC35 umsteigen demnächst.

        Grüße und danke für die schnelle Antwort !

  6. Wieso habt ihr es eigentlich nötig diese Reviews immer wieder neu einzuspeisen? Man denkt sich: Oh ein neuer review, aber es ist wieder nur ein alter von vor 11 Monaten. Ich finde das habt ihr nicht nötig!

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