11 Milliarden Euro Staatshilfen für Air France/ KLM

Die Coronakrisre hat die Welt und hier auch besonders die Luftfahrt vor ungeahnte Herausforderungen gestellt. Inzwischen gehen Branchenkenner und sogar der Luftfahrtverband IATA davon aus, dass quasi keine Airline auf der Welt ohne staatliche Hilfen überleben kann. So auch Air France / KLM, welche als eine der drei großen Airlines aus Europa nun Staatshilfen in Höhe von 11 Milliarden Euro zugesagt bekommen haben.

Dabei fällt die Zusage für staatliche Unterstützung für die französisch- niederländische Airline noch einmal etwas höher aus, als die 10 Milliarden Euro, welche die Lufthansa Gruppe als Staatshilfen brauchen wird. Besonders beeindruckend werden die 11 Milliarden Euro an zugesagtem Kapital allerdings, wenn man sieht, dass Air France/ KLM nur etwa halb so groß sind, wie die Lufthansa Gruppe.

Ganz überraschend sind diese hohen benötigten Finanzmittel allerdings nicht, denn der Löwenanteil wird auf Air France entfallen, welche immer schon als Sorgenkind galten. Die Airline selbst hat in den letzten Jahren immer kein Geld verdient und gilt als Sannierungsfall. Lediglich die sehr erfolgreiche KLM hat Air France immer wieder gestützt.

Die bis zu 11 Milliarden Euro, welche der Konzern bekommen soll, werden sich wie folgt zusammensetzen:

  • 4 Milliarden Euro sind Kreditzusagen von sechs französischen Banken, welche zu 90% vom französischen Staat garantiert werden. Dies ist das Maximum, was die EU Kommission erlaubt. Diese Kredite sollen allerdings sehr schnell zurückgezahlt werden und haben eine Fälligkeit von 12 Monaten, wobei die Option auf eine Verlängerung um bis zu 24 Monate besteht.
  • 3 Milliarden Euro sollen als Kredit vom Staat direkt kommen, welcher dieses Geld als Anteilseigner von Air France einschießen wird. Dieser Kredit soll einen Laufzeit von vier Jahren haben, wobei auch diese Laufzeit um 24 Monate verlängert werden kann.

Wie genau Air France allerdings in den kommenden sechs Jahren bis zu sieben Milliarden Euro an Krediten tilgen soll ist nicht ganz klar nachzuvollziehen, denn eigentlich rechnet in den kommenden Jahren keine Airline der Welt mit Gewinnen.

Zusätzlich zu den sieben Milliarden Euro, welche Air France zur Unterstützung zugesagt wurden, hat auch KLM eine Zusage über staatlich gestützte Kredite in den Niederlande bekommen. Die Airline denkt, dass sie mit zwei Milliarden Euro auskommt, allerdings wurden zwei bis vier Milliarden Euro zugesagt.

11 Milliarden Euro Staatshilfen für Air France/ KLM | Frankfurtflyer Kommentar

Es sind schier unfassbare Summen, welche nun in kürzester Zeit in die Airlines dieser Welt gepumpt werden müssen und auch bereitgestellt werden. Allerdings muss man auch sehen, dass das gesamte Geschäft der Airlines von heute auf morgen weggebrochen ist und man in diese hohen Kredite auch schon einberechnet, dass es möglicherweise Jahre dauert, bis man wieder auf dem Level von 2019 fliegen wird.

Die Summen, welche insbesondere Air France benötigt zeigen allerdings auch, dass innerhalb der großen Airline Gruppen in Europa, eine Air France zu den kritischsten Airlines gehört, welche auch schon nicht gesund in die Krise geflogen ist.

Seit der Fusion von Air France und KLM zur Air France/KLM Gruppe, war Air France immer der schwächere Teil und wurde häufig von den erfolgreichen Niederländern gestützt. Nicht ohne Grund versucht man gerade Air France massiv umzubauen und hat auch unpopuläre Entscheidungen getroffen, wie die frühe Abschaffung des Airbus A380.

Spannend wird hierbei sein, wie die Airline nun wirklich aus der Krise kommt und auch ob die Kredite wirklich so schnell wie geplant zurück bezahlt werden können. Ich für meinen Teil habe hier massive Zweifel und die Frage ist ob hier nicht doch noch der Staat mit 90% des Kreditwertes als Subvention einspringt.

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1 Kommentar

  1. Staatshilfen hört sich gut an. Letztendlich bedeutet, dass wir Bürger, bzw die Bürger des jeweiligen Landes über weitere Enteignung ihres Vermögens, ( – Zins Politik ) das ganze Finanzieren……..

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