22.000 Vollzeitstellen zu viel – Lufthansa muss betriebsbedingt kündigen

Foto: Lufthansa

Schnell war zu Beginn der Coronapandemie klar, dass Lufthansa nicht ohne Kredite oder Staatshilfen überleben wird. Dementsprechend wurde bereits mit einem Milliardenverlust gerechnet. Dass die Krise nun aber doch so weitreichende Folgen hat, wurde bis vor kurzem noch nicht so eingeschätzt. Der Lufthansa Konzern wollte sich insgesamt verkleinern, aber dennoch ohne betriebsbedingte Kündigungen auskommen.

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Klar war, dass Lufthansa Stellen abbauen und die Flotte verkleinern muss. Das Vorhaben, dies auf einem möglichst mitarbeiterfreundlichen Weg zu machen, war ein guter Plan. Nun dauert die Krise aber deutlich länger als bisher erwartet und so wird mit einer Erholung erst in 2024 gerechnet, statt wie erwartet in 2023.

Carsten Spohr sagte der Presse, dass dieses Ziel für Deutschland leider nicht mehr realistisch sei und dem Konzern die Zeit ausginge. Im zweiten Quartal ist es zu einem bereinigten Fehlbetrag von insgesamt 1,7 Milliarde Euro gekommen. Dies kommt nicht von ungefähr, denn bei einem Einbruch des Umsatzes um 80 Prozent und nur 4% des Fluggastaufkommens vom Vorjahr, war mit solchen Zahlen zu rechnen. Analysten gehen für das zweite Halbjahr sogar von einem Verlust von rund 5 Milliarden Euro aus. Auch wenn die Kurzstrecken mittlerweile wieder hochgefahren werden und gut gebucht sind, fehlt dem Konzern das Hauptgeschäft – die Langstrecken.

Über diesen schwierigen Sachstand wurde bereits mit allen Gewerkschaften verhandelt, aber lediglich mit der Kabinengewerkschaft Ufo sei man zu einer Einigung gekommen. Eine bereits gefundene Einigung mit der Vereinigung Cockpit wurde von dieser zurückgezogen. 8 Wochen Fristverzug werden hier für alle übrigen Verhandlungspartner angegeben.

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Eine Schreckensnachricht jagt zu Coronazeiten die andere. Sehr gefreut haben wir uns über die ursprüngliche Aussage, dass sich der Konzern ohne betriebsbedingte Kündigungen umstrukturieren will. Dass dies nun nicht wie geplant möglich ist stimmt uns sehr traurig. Jeder von uns hat Freunde und Familie, welche bei dem Konzern arbeiten und um ihren Job bangen. Auch viele unserer Leser können dies aus persönlichen Gründen nachempfinden. Lufthansa scheint bereit zu sein sich auf allen Ebenen zu verkleinern. So sollen auch auf der Management Ebene Stellen gestrichen werden und etwa 100 Flugzeuge die Flotte verlassen. Wir drücken allen Betroffenen die Daumen und bleiben selbstverständlich an der Sache dran!

Quelle: spiegel online

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