60% der Miles&More Kunden würden trotz doppelten Statusmeilen dieses Jahr den Status verlieren

Auch wenn man im Sommer zumindest innerhalb Europas wieder sehr frei fliegen konnte und auch mehr und mehr interkontinentale Ziele wieder öffnen, von einem normalen Reisejahr kann man in 2021 nicht sprechen und vor allen Dienstreisen finden in vielen Fällen noch nicht wieder statt, was auch daran liegt, dass Länder in Asien oder auch die USA nach wie vor geschlossen sind.

Eigentlich wollte Lufthansa in diesem Jahr den Vielfliegerstatus der Kunden nicht noch einmal pauschal verlängern, sondern man wollte es den Kunden einfacher machen, den Status zu verlängern (oder zu erreichen) und hierdurch die Passagiere auch wieder in die Flugzeuge zu locken. Dies reicht aber offensichtlich nicht aus, denn Schätzungen von Miles&More zufolge würden wohl zum Februar 2022 etwa 60% der Vielflieger ihren Status verlieren, wenn man nicht reagiert hätte.

Daher hat sich Miles&More dazu entschieden, den Status aller Vielflieger um ein Jahr zu verlängern, welche dies nicht aus eigener Kraft schaffen und sonst zum 28. Februar 2022 den Status verlieren würden. Dies betrifft mit 60% der Vielflieger auch tatsächlich die Mehrheit der Kunden.

Interessant ist hier vor allem die große Zahl an Statuskunden, welche hier betroffen sind, denn das Corona Hilfsprogramm von Miles&More kann sich durchaus sehen lassen.

  • Doppelt Statusmeilen auf allen Flügen der Lufthansa Gruppe
    • Diese Regelung gilt für alle Miles and More Teilnehmer, auch ohne bestehenden Vielfliegerstatus. Hierdurch kommt man doppelt so schnell zu einem Status und für aktuelle Statuskunden sehr interessant: der Executive Bonus wird ebenfalls verdoppelt.
  • Zwei Statusmeilen je ein Euro Umsatz mit der Miles and More Kreditkarte
    • Diese Regelung gilt nur für Statuskunden!
      • Entweder man besitzt einen Frequent Traveller, Senator oder HON Circle Status
      • ODER
      • Man erhält die Statusmeilen für den Umsatz erst auf Ausgaben ab erreichen des Frequent Traveller Status
    • Statuskunden, welche bereits VOR dem 1. Februar einen Frequent Traveller Status (oder höher) inne hatten, erhalten als Inhaber der Miles and More Kreditkarte, einmalig 5.000 Statusmeilen. (Dies gilt auch, wenn man die Kreditkarte erst jetzt beantragt, aber VOR dem 1. Februar 2021 bereits einen entsprechenden Status hatte)
    • Die mit der Kreditkarte zu sammelnden Statusmeilen sind auf 30.000 Statusmeilen gekappt
  • Die HON Circle Meilen aus 2019 wurden zu 2021 erneut gutgeschrieben, sodass für die HON Circle Qualifikation/ Requalifikation, die HON Circle Meilen aus 2019, 2020 und 2021 herangezogen werden.

60% der Miles&More Kunden würden trotz doppelten Statusmeilen dieses Jahr den Status verlieren | Frankfurtflyer Kommentar

Es ist offensichtlich, dass viele Vielflieger noch nicht so viel fliegen können, wie sie gerne würde. Daher ist es mehr als verständlich, dass Miles&More nun noch einmal den Status aller Vielflieger um mindestens ein Jahr verlängert, denn wer seinen Status nun in der Krise verliert, wird sich möglicherweise zweimal überlegen, ob er als Stammgast auch nach der Krise wieder zu Lufthansa zurückkehrt.

Eigentlich sind diese Zahlen auch weniger überraschend, denn die meisten Vielflieger von Lufthansa erreichen ihren Status mit geschäftlichen Flügen auf der Langstrecke und hier sind viele Ziele noch nicht wieder offen und entsprechend finden auch keine Geschäftsreisen statt.

Spannend wird sein, wie schnell sich das Niveau der Geschäftsreisen wieder so weit erholt, dass man auf die pauschale Statusverlängerung verzichten kann. Hoffen wir, dass dies schon im kommenden Jahr der Fall ist, denn dies bedeutet dann auch, dass wir sehr frei reisen können.

Wenn man sich die Entwicklung ansieht, darf man vermuten dass es auch im kommenden Jahr noch Aktionen geben wird, welche einen Status einfacher machen werden. Dass der Status aber noch einmal pauschal verlängert wird, darauf sollte man sich wohl nicht noch einmal verlassen.

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16 Kommentare

  1. Sorry, aber Dein Kommentar ist doch etwas realitätsfremd, speziell wenn ich einen Satz lese wie „Es ist offensichtlich, dass viele Vielflieger noch nicht so viel fliegen können, wie sie gerne würden“.

    Wir haben noch viele Leute im Homeoffice und nicht jeder von denen will auch wieder zurück in die alte Welt (z.B. ich). Viele Kunden haben remote Work auch vollkommen akzeptiert (anders als noch vor 1,5 Jahren). Somit rechne ich (beschäftigt bei einer großen Beratung) auch nach dem Ende der Pandemie nicht mit demselben Volumen an Geschäftsreisen wie früher.

    Dazu kommt dann noch die Klimadiskussion. Meine Firma hat mittlerweile alle internen 1-Tages-Reisen verboten und diese müssen jetzt virtuell stattfinden. Grund sind die intern gesetzten Klimaziele.

  2. Finde ich grundsätzlich gut den Zug von Miles & More, da wie Du auch geschrieben hast die Status Kunden wichtig sind für die Zukunft.
    Jedoch ist es für die, die den Status dieses Jahr selbst verlängert haben durch Fliegen inkl. der o.g. Aktionen, schon ein bisschen Zähneknirschenend.

    • Wir knirschen auch mit den Zähnen. Denn wer sich intensiv damit beschäftigt hat, hat als SEN mit KK 35.000 Meilen geschenkt bekommen. Und mit 2 Flügen vom 1.6.-15.9. (einmal EU, einmal interconti.) nochmal 7.000 dazu bekommen, sind schon 42.000 extra. Wer da in 2021 zweimal in der Business (C,D oder J) nach Malle und auf die Kanaren fliegt, hat die 100.000 im Sack. So machen wir das, um unseren selbst erflogenen Status bis 02/23 vorab bis 02/25 zu verlängern. Und by the way, weniger Senatoren in den ohnehin total überfüllten SEN-Lounges wären auch nicht verkehrt. Aber die LH-Jungs werden schon wissen, was sie tun. Wenns uns zu bunt wird, fliegen wir unsere 2,5 Mio Prämienmeilen bei der LH ab, und fliegen bezahlt künftig nur noch die günstigsten Business-Angebote der Alliance ab. Als Senator bist Du bei anderen SA-Mitgliedern sowieso nicht viel wert. Blue Skies…

  3. Interessant wäre, wieviel derer, die ihren Status heuer schon erflogen/verlängert haben, davon nur des Status wegen geflogen sind. Bei mir wird es ein Inlandsflug in Z werden, um den FTL zu verlängern, also ich mach das nur wegen der Verlängerung. Meine 5 geplanten longhaul Dienstreisen kommen nicht zustande.

  4. Klar, es kostet die LH aktuell nicht wirklich was, den Status zu verschenken, aber alle, die aktuell Fliegen werden sich die Frage stellen, warum Sie zu LH Loyal sein sollen….

    Aus meiner Sicht haette man die Verlaengerung nicht mit der Giesskanne machen sollen. Klar, die SENs und HONs die in Asien wohnen, koennen aktuell nicht fliegen, da bringen doppelte Meilen nichts. Diese Vielflieger werden auch wieder viel Vorne Langstrecke fliegen, die will man halten.

    Ebenso muesste LH fuer die die dieses Jahr fleissig fliegen und aktuell der LH Geld bringen etwas tun, z.B. den Status fuer 1 Jahr on Top, oder Rollover Meilen nach 2022, extra UPG Vouchers, etc., um dieser Gruppe Dank zu spenden.

  5. Die echten Vielflieger mit den richtig dicken Geldbeuteln tummeln sich doch in Blogs wie diesem. Gepaart mit jahrelanger journalistischer Erfahrung wird dieser High-Networth-Zielgruppe das fliegen schmackhaft gemacht. Chapeau!

  6. Ich lach mich tot. Das müssen wohl alles FTL sein, den SEN und HON bekommen ein Softlanding.
    Durch die Promotion wird es genug neue Statuskunden geben, selbst meine Kinder sind jetzt FTL und ich bin eine Reise vom SEN entfernt und das nur mit Kurzstrecken.

    • Sehe ich auch so. In den Business Lounges könnte es im nächsten Jahr sehr voll werden. Den FTL gab es in diesem Jahr praktisch geschenkt dank der Kreditkartenaktion verbunden mit einem Urlaubsflug.

      • Meine Kinder haben ja keine Kreditkarte oder einen Status gehabt. Durch die doppelten Statusmeilen war der FTL trotzdem sehr leicht auch mit Kurzstreckenflügen zu erliegen.

      • @Thorsten: glaube eher das Gegenteil, auch wenn die Einschränkungen fallen, es wird nächstes Jahr garantiert weniger Geschäftsreisende geben. Ich denke eher, dass die Lounges in Zukunft weniger voll sein werden.

        • @Raphael: Ich bin mir nicht so ganz sicher. Die Kontakte vor Ort sind z.T. schon sehr wichtig und es gibt zumindest bei uns im Unternehmen einen regelrechten Stau an notwendigen Dienstreisen, die einfach mal verschoben wurden. Erst von 20 auf 21, und jetzt (teilweise) auf 22. Dies mag bei uns aber auch an einer sehr restriktiven zentralen Reiseregelung bis Mai gelegen haben, die nicht alle Abteilungen gut berücksichtigt hat.

    • Innerdeutsch schon relativ schwer, aber mit europäischen Flügen ganz gut machbar. Bin schon fast durch mit der SEN Requali (02/22).
      30.000 Kreditkarte + im Schnitt zwischen 3.500 und 10.000 pro Flug (750 x 1,25 x 2 x jeweils Hin- und Return = 3.750 oder in Business 10.000 da 2.000 anstatt 750) – mit 1-stop Flügen kann man diese nochmals fast verdoppeln.
      Da es wirklich günstige Business Tarife und ebenfalls günstige Upgrades in Business gab, bin ich dieses Jahr, innereuropäisch, häufiger in C und D geflogen als gewöhnlich.

      Ärgert mich nun etwas – tröste mich aber mit den 2 Jahren, man weiß ja nicht was kommendes Jahr ist. Vielleicht läßt sich LH ja noch etwas einfallen für die, die dieses Jahr die Requali geschafft haben. Außerdem war es, bei den vielen, doch sehr, sehr vollen Fliegern, in C oder D deutlich angenehmer 😉

  7. Realistisch werden die Geschäftsreisen nicht im alten Umfang zurückkehren – realistische Studien (nein nicht die von LH) gehen von einem Niveau zwischen 50-70% des Vorcoronaniveaus aus.

    Wie schon ein anderer Poster richtig geschrieben hat, ist remote inzwischen komplett akzeptiert, Reiserichtlinien wurden verschärft, die Controller schauen genau darauf und unter einer G*-Regierung werden innerdeutsche Flüge fast komplett verschwinden.

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