60% weniger Flüge bei Lufthansa, British Airways und Co in 2021

Foto: Lufthansa

Die Corona Krise hat auch in 2021 noch voll zugeschlagen und die Airlines in ganz Europa haben massiv gelitten. Auch wenn man vor allem in der zweiten Jahreshälfte 2021 wieder das Gefühl hatte, dass es deutlich bergauf geht, war 2021 für viele Fluggesellschaften wie Lufthansa, British Airways oder auch EasyJet ein Desaster. In vielen Fällen hat man über 60% weniger Flüge durchgeführt, als noch in 2021 und das, obwohl 2021 schon deutlich besser als 2020 war.

Die Auswertung von Eurocontrol für das Jahr 2021 zeigt hier sehr klar, welche Airlines und auch Regionen in 2021 besonders von der Corona Krise belastet waren. Hierbei spielten neben den Zielen der Airlines vor allem die politischen Entscheidungen in den Heimatländern eine entscheidende Rolle, wie schwer es war zu reisen oder eben nicht.

Einen kleinen Lichtblick gibt es aber auch, denn die Statistiken von Eurocontrol sehen vor allem auch gegen Ende des Jahres deutliche Verbesserungen in dem Flugaufkommen und es gibt tatsächlich auch einige wenige Airlines, welche in 2021 mehr geflogen sind, als in 2019.

Schaut man sich den Rückgang des Flugverkehrs nach Ländern an, sieht man, dass dieser in Europa nicht wirklich homogen verteilt ist. So sind die Zahlen in Albanien nur um 2% gefallen, während Irland mit -62% extrem hart getroffen wurden. Gerade bei Irland, Finnland und dem Vereinigten Königreich fällt auf, dass dies Länder sind, welche Reisen weitergehend untersagt hatten für eine gewisse Zeit in 2021.

Aber auch Deutschland steht mit 50% weniger Flügen nicht wirklich gut dar. Hierbei ist auch in der Statistik zu beachten, dass alle angemeldeten Flüge gezählt werden, also auch Cargo und Privatflüge, welche von Eurocontrol überwacht wurden. Dies führt auch zu einer gewissen Verzerrung bei Ländern, welche ohnehin wenig Linienflüge haben.

Bei den Airlines sieht man auch massive Rückgänge bei den Flugbewegungen, allerdings sind die Airlines hier auch stark unterschiedlich getroffen. Platz 1, wenn es um Flüge innerhalb Europas geht, hat weiterhin Ryanair inne, welche aber auch in 2021 mit einem Rückgang von 43% gegenüber 2019 zu kämpfen hatten.

Interessanterweise ist es aber offensichtlich nicht das Billigflieger Modell oder die Flüge innerhalb von Europa, welche sich als besonders krisensicher erwiesen haben. EasyJet, war nach Anzahl der Flüge immer Nummer 2 in Europa und musste gegenüber Ryanair einen deutlicheren Rückschlag hinnehmen. Mit einem Minus von 64% der Flüge muss man erst einmal klar kommen und EasyJet musste hier wohl vor allem mit den Restriktionen in England kämpfen, welche es der Airline sehr schwer gemacht haben überhaupt noch Flüge aus den wichtigen Hubs in London oder Manchester durchzuführen.

Entsprechend abgeschlagen ist auch British Airways, welche noch nicht einmal mehr in der Top 10 Liste in 2021 auftauchen. Die Briten hatten aber laut Eurocontrol mit spektakulären -70% an Flügen zu kämpfen, welche man direkt auf die Reiseverbote in England, aber auch den Travel Ban des wichtigen Marktes in den USA zurückführen kann.

Aber auch die Airlines der Lufthansa Gruppe sehen alles andere als gut in der Statistik der durchgeführten Flüge aus.

  • Eurowings -69%
  • Brussels Airlines -64%
  • Swiss -61%
  • Austrian Airlines -59%
  • Lufthansa -59%

Interessanterweise gab es auch einige Gewinner, was die Flugzahlen angeht. ASL Airlines Belgium, Sky Express und DHL, welche in der Statistik ein Plus an Flugbewegungen gegenüber 2019 ausweisen sind allerdings reine Cargo Airlines. Gerade die Luftfracht hat in den letzten zwei Jahren deutlich an Nachfrage gewonnen.

Auch der Privatjet Anbieter NetJets ist mit einem Rückgang von gerade einmal 6% kaum noch von der Corona Krise betroffen.

Erholung ab dem Sommer

Wenn man sich die Flugbewegungen in Europa über das Jahr verteilt anschaut, fällt auf, dass vor allem die Zahlen in 2021 schon deutlich besser sind, als noch in 2020 ab März und man sieht auch eine deutlich Erholung im Sommer. Diese gab es aber auch schon in 2020, wobei sie generell schwächer war.

Besonders schön ist der Vergleich zwischen Dezember 2019 und Dezember 2021, welcher schon eine deutliche Erholung vermuten lässt. Es bleibt allerdings abzuwarten, ob diese auch in den ersten Monaten von 2022 beibehalten werden kann. Es wird befürchtet, dass hier die Nachfrage noch einmal einbricht.

Bei vielen Airlines war der Dezember 2021 im Vergleich mit dem Dezember 2019 nur um etwa 15-30% schlechter.

60% weniger Flüge bei Lufthansa, British Airways und Co in 2021 | Frankfurtflyer Kommentar

Die Corona Krise ist noch lange nicht vorbei und die Auswirkungen werden wir in der Luftfahrt wohl noch eine Weile sehen. Hier wird es wohl noch Jahre dauern, bis sich die Airlines wieder erholt haben. Für das Jahr 2022 darf man aber schon wieder vorsichtig optimistisch sein, hier wird es viele Optionen geben zu reisen.

Wenn man sich aber die Zahlen aus 2021 anschaut, sieht man wie schlecht das Jahr doch insgesamt war. Gerade durch die verhältnismäßig bessere zweite Jahreshälfte hat sich hier der Eindruck sicherlich etwas verzerrt.

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4 Kommentare

  1. Da die Flüge und nicht die beförderten Passagiere zählen, geht’s in naher Zukunft rasant bergauf.
    Grund: Die angeordneten Leerflüge zwecks Vermeidung von Slotverlusten !

    • Ja das kann Eurocontrol nicht auswerten, da man nur bedingt Einblick in die Passagierzahlen bekommt. Aber auch Leerflüge werden in die 2022er Statistik eingehen, dass ist richtig. Ich bin mal gespannt wie das Jahr wird. Ich bin aber zuversichtlich.

  2. Vielen Dank für die interessanten Zahlen. Deinen Optimismus in Ehren.
    Den teile ich nur mit Reisen nach PMI und den Kanaren. 😉
    Bei Lufthansa wird vermutlich der SLF deutlich zurückgehen.
    Eines überrascht mich immer wieder, die Zahlen von Ryanair und dies
    trotz immer wieder vorgebrachter Beschwerden.
    Wer fliegt eigentlich mit dieser Airlines?

  3. Die Aussage zu den LCC, sie seien gar nicht widerstandsfähiger (mit Verweis auf Easyjet) überzeugt mich nicht.

    Easyjet hatte 2021 einen geringeren Rückgang zu verzeichnen als BA. Und BA ist aufgrund der massiven Einschränkungen um den UK im vergangenen Jahr der natürliche Benchmark für Easy.
    Wenn man sich die Daten von Eurocontrol vom 9.-15. Dezember anschaut, war Easyjet der drittaktivste Carrier in Europa. (In den vier Wochen darauf wird Easy wegen Omicron in UK schwach aussehen; aber ab Mitte Januar wird es sicher wieder steil bergauf gehen.)

    Und wenn man sich FR und W6 anschaut, sieht man ja auch, dass sie die Krise besser überstanden haben als LHG, IAG und AFKL.

    Die Blogger fokussieren sich alle auf die Meilen & Punkte Geschichte. Ich kann’s nachvollziehen: IIch finde eine nette Oneworld Lounge und einen gelegentlichen Widebody auf der Kurzstrecke auch attraktiver als einen 08/15 Flug mit Ryanair.

    Fakt ist aber, dass fast alles Marktwachstum innereuropäisch (short haul/mid haul) auf die Low-Coster zurückgeht. Deren Marktanteil steigt und steigt. Die Netzwerker wachsen bereits seit 20 Jahren quasi nur noch auf der Langstrecke. Das wird sich nicht ändern, LHG, IAG und AFKL bestellen wenig Equipment für die Kurz- und Mittelstrecke. FR und W6 haben hingegen riesige Flugzeugorders platziert: FR erwartet ca. 170 Flugzeuge der B737-Reihe und W6 weit über 300 (dreihundert!) Flieger der A320er Reihe. (Zum Vergleich: Die LH Gruppe in Gänze hat nur ~100 Schmalrumpfflugzeuge bestellt. Und die von LHG bestellten Flugzeuge sind auch noch kleiner – W6 hat 300x den A321 (neo/XLR) bestellt, wohingegen es bei der LHG nur ~40 A321neo sind und der Rest kleinere Flugzeuge.)

    Schon jetzt dominieren die Lowcoster innereuropäisch. Und zunehmend greifen sie auch nach ’näheren“ Langstreckenzielen wie Dubai. (W6 hat bereits eine Base in AUH.)

    tl;dr Ich verstehe, dass traditionelle Netzwerkairlines (zumindest noch) begehrenswertere Produkte haben. Aber Leute mit unserem Hobby werden zumindest für Reisen innerhalb Europas immer weniger Gelegenheiten haben, den LCC auszuweichen. Meiner Meinung nach fehlt den meisten Bloggern die Weitsicht, zu erkennen, dass zunehmend auch die „Maximierung“ der Angebote der Lowcoster für Enthusiasten relevant wird. Travel Dealz ist einer der wenigen Blogs, der das erkannt hat.

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