Aegean & KLM fahren Bordservice wieder hoch

Im vergangenen Jahr wurde der Service an Bord vieler Airlines gestrichen, vorübergehend ausgesetzt oder reduziert. Im Laufe des Jahres erfolgten mehrere Änderungen, auch abhängig vom Pandemiegeschehen. Wer geflogen ist, musste sich auf alles einstellen. Die Informationen der Fluggesellschaften über das aktuelle Angebot waren und sind vor einem Flug eher dürftig, häufig ist lediglich von einer Anpassung aufgrund von Covid die Rede.

Airlines wie Finnair oder British Airways hatten vor der Krise in der Economy Class auf Kurzstrecken ein Buy on Board-Angebot. Um Kontakte zu minimieren, haben beide Carrier konsequent reagiert. So wurde das BoB-Konzept ausgesetzt, Passagiere erhalten einen Standard-Snack & Getränke kostenfrei. Lufthansa hat den Service zunächst stark heruntergefahren und dann das Angebot wieder peu à peu erweitert. Seit dem 1. Februar geht es allerdings wieder in die andere Richtung.

Die Entscheidungsträger im Produktmanagement tun sich dabei offensichtlich schwer, es geht darum die Covid19-Maßnahmen zu berücksichtigen, aber trotzdem – gerade in der Business Class – etwas adäquates anzubieten.

KLM ist wieder auf dem früheren Level

Seit dem 27. Januar 2021 ist der Bordservice wieder vollständig aufgenommen, wobei die Covid-19-Sicherheitsmaßnahmen beibehalten werden. Das bedeutet, dass die Kunden der Royal Dutch Airlines wieder (meist vegetarische) Mahlzeiten, Getränke und Snacks erhalten.

Christoph und ich waren 2020 sowohl in Economy als auch in der Business Class von KLM unterwegs. Eine Kleinigkeit gab es zwar immer, bei einem etwa 3-stündigen Flug stellte sich dann die Frage nach dem Sinn. So gab es lediglich einen Salat im Einweggeschirr und ein limitiertes Angebot an Softdrinks. Ein heißes Essen und alkoholische Getränke hätten in diesem Fall nicht zwangsläufig zu mehr Kontakten geführt, aber einen großen Unterschied gemacht.

Die Niederländer haben nun das Angebot inzwischen angepasst und hochgefahren. Änderungen gibt es überwiegend bei den Abläufen, so werden beispielsweise Sandwiches nicht mehr in einem offenen Korb verteilt und Passagiere erhalten weiterhin ein Desinfektionstuch.

Mit neuen Bestandteilen wie zertifizierte Zutaten oder Holzbesteck möchte man zusätzlich das Thema Nachhaltigkeit angehen. Dahinter verbirgt sich eine ganze Kampagne für die Zukunft. Diese bringt weitere Dinge wie UTZ-zertifizierten Kaffee und Tee, Snacks mit längerem Verfallsdatum um Abfall zu reduzieren oder leichteres Geschirr und Gläser. Auf Verpackungen und Einwegartikel will man künftig verzichten, Kopfhörer gibt es in der Economy Class nur noch auf Anfrage.

Aegean fährt ebenfalls wieder hoch

Der griechische Carrier Aegean Airlines hat dem Thema Catering bereits vor Corona immer einen hohen Stellenwert zugeschrieben. Warme Mahlzeiten, kostenfreie Alkoholika in Economy, eine große Auswahl in der Business Class und dort sogar eine Espressomaschine auf der A320-Flotte.

Das Angebot wurde im Frühling 2020 dahingehend angepasst, daß nur noch Snacks und abgepackte Getränke verteilt wurden. In der Business Class wurde eine Tüte mit einem Sandwich und etwas süßem gereicht, das Getränkeangebot war individuell. Das Bordmagazin wurde nur bei Interesse überreicht, Kissen und Decken sind verschwunden.

In diesen Tagen hat Aegean das Angebot wieder etwas erweitert:

For Economy Class, we currently offer individual water bottles, prepacked snack and antiseptic wipes, while on international flights hot and cold beverages are also served.

For Business Class “3 course” meal curated by a team of distinguished Chefs, served along with a wide selection of hot and cold beverages as well as alcohol drinks.

Aegean & KLM fahren Bordservice wieder hoch

Eine Gratwanderung für die Airlines. Die Maskenpflicht muss umgesetzt werden, die Mund-Nase-Bedeckung soll auch nur so kurz wie nötig abgenommen werden. Kontakte mit der Kabinencrew sollen auf einem Minimum bleiben. Manche streichen daher den Service, der enorme wirtschaftliche Druck dürfte ebenfalls zu der Entscheidung beigetragen haben.

Andere Wege um Maske & Kontakte mit dem Serviceanspruch in Einklang zu bringen sind weniger Serviceschritte oder der Verzicht auf die unnötigsten Dinge wie heiße Tücher oder Bordverkauf. Wir beobachten derzeit eine höchst  unterschiedliche Umsetzung. Aegean & KLM haben scheinbar einen guten Weg gefunden und Anpassungen im Sinne der Kunden vorgenommen.

 

 

Danke: Airportzentrale

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