Aeroflot Piloten versuchen mit billigem Trick durch gesperrten Luftraum zu fliegen

Aeroflot ist bis auf Weiteres kein Teil der SkyTeam-Allianz mehr. Foto: Aeroflot

Der Luftraum über Europa, Kanada und den USA ist für Flugzeuge, welche Russland zugeordnet werden gesperrt, was zu einigen sehr unüblichen Flugstrecken führt und es vor allem den Airlines aus Russland nahezu unmöglich macht, bestimmt Strecken zu bedienen. Gerade die staatliche Aeroflot ist hiervon schwer getroffen, denn die Flüge nach Europa und Nordamerika spielen für die russische Airline auch eine sehr wichtige Rolle.

Eigentlich sollte man meinen, dass Aeroflot nun einen Großteil der Flüge einstellen muss, da sie die Ziele nicht mehr oder nur mit massiven Umwegen erreichen können, allerdings schient man teilweise zu versuchen durch billige Tricks die Luftraumsperren zu umgehen. So gab es in den vergangen Tagen eine ganze Reihe von mehr oder weniger erfolgreichen Versuchen von Aeroflot Flugzeugen, welche durch den gesperrten Luftraum geflogen sind oder einfliegen wollten.

Hierbei war einer der ersten öffentlich gewordenen Fälle der Aeroflot Flug SU111 von Miami nach Moskau am 27. Februar, also noch bevor die USA den Luftraum für Flugzeuge aus Russland gesperrt haben. Das Verbot von Kanada war hier aber schon in Kraft und dennoch ist der Airbus A350-900 über Kanada geflogen.

Den Luftraum von Europa hat der Flug zwar vermieden, allerdings hat man den Luftraum von Kanada genutzt. Hierbei ist nicht klar, ob man auch in der EU versucht hat, mit dem selben billigen Trick in den Luftraum einzufliegen, wie in Kanada.

So haben die Aeroflot Piloten den Flug bei der kanadischen Flugsicherung, NAV Canada, als humanitär gemeldet. Humanitäre Flüge sind von den Sanktionen ausgenommen und in der Luftfahrt vertraut man hierbei aufeinander, sodass die kanadischen Lotsen den Aeroflot Flug einfliegen gelassen haben.

Bei SU111 handelte es sich allerdings nicht um einen Flug mit humanitärem Hintergrund und er war auch nicht als solcher angemeldet. Den Piloten war aber vermutlich klar, dass sie hier die Luftraumsperrung illegal umgehen, durch die schlicht falsche Kennzeichnung des Fluges.

Dabei scheint es sogar die Anweisung gegeben zu haben diese Taktik zu verwenden, denn zwei weitere Aeroflot Flugzeuge haben am selben Tag ebenfalls versucht mit der Klassifizierung als humanitäre Flüge in den Luftraum von Kanada einzufliegen und wurden abgewiesen.

Einen weiteren Vorfall gab es am 28. Februar, als man mit dem Flug SU7236 und einer Boeing 737-800 der Aeroflot versucht hat von Moskau nach Verona zu fliegen. Hierbei hat man die Luftraumsperre der EU weitestgehend eingehalten, wollte aber über Griechenland in den Luftraum der EU einfliegen.

Hierbei wurde man dann von Griechenland abgewiesen und nachdem man eine Weile über der Grenze zwischen Griechenland und der Türkei gekreist ist, ist man schließlich in Istanbul gelandet.

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Die Russen lügen! So hörte man es in den letzten Tagen öfter und dabei darf man dies sicher nicht pauschal auf russigstämmige Menschen beziehen, aber sicherlich auf die Regierung in Moskau um Putin, welche in den letzen Tagen mit teils absurden Lügen nur so um sich geworfen hat.

Bei Aeroflot Piloten scheint man es mit der Wahrheit auch nicht so genau zu nehmen, wobei man davon ausgehen kann, dass es Anweisungen gab, zu versuchen die Luftraumsperrugen zu umgehen. Vermutlich muss man diese vermehrten Versuche einfach als Provokation der russischen Führung sehen, ganz nach dem Prinzip: Man kann es ja mal versuchen.

10 Kommentare

  1. das wird als Einzelfall abgetan werden. Auf ewig kann Aeroflot nicht alles humanitär begründen.
    Es zeigt aber offensichtlich, dass die Sanktioen wirken. IMHO wird es nicht mehr lang dauern bis in bestimmten Regionen (z.B. Exklave Kaliningrad)nichts mehr geht. Dann werden die Russen merken welch perfides Spiel ihr Führer hier spiel!

    Das ist die einzige Möglichkeit Vladolf zu stoppen!

    • Über die Bürger funktioniert das nicht.

      1944 gab es ein Attentatsversuch auf Putins Vorbild. Der Ausgang ist bekannt. Der Mehrheit der Bevölkerung galt Graf von Stauffenberg als Verräter. Und zu dieser Zeit konnte trotz gleichgeschalteter Medienlandschaft Niemandem mehr entgehen, was eigentlich los war.

      Bei den Bürgers Russlands bewirkt das Flugverbot mit hoher Sicherheit eher eine Trotzreaktion.

      • 1933-45 war eine ganz andere Situation! Nicht vergleichbar – wenn der Vladolf den Rückhalt in der Bevölkerung verliert, weil die Menschen hungarn bzw. Wirtschaft am Boden liegt, wird sich was ändern!

    • Mir wäre eine humanitäre Lösung für die abgeschlachteten Ukrainer lieber als für die gestrandeten Russen die weiter ihrem Führer treu ergeben sind!

  2. @Mark Fischer
    Das fällt aber sicher jetzt unter ganz flache Kriegsrhetorik. Ein Mensch ist ein Mensch egal welchen Pass er hat.

  3. Bei „humanitären“ Überflügen von russischen Flugzeugen eine Landung zwecks Überprüfung anordnen, und schon ist der Lügner überführt.

    • Sie haben den Luftraum ja nur überflogen, da ist schwer an die Piloten zu kommen, außer man zwingt ein Passagierflugzeug zur Landung und dass würde in Moskau sicherlich als kriegerische Aktion angesehen werden. Es ist alles kompliziert.

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