Air Canada setzt demnächst Jets mit reiner Business-Bestuhlung ein

Foto: Air Canada Jetz

Während der Krise der Covid19-Pandemie erreichen uns nicht nur viele traurige und schockierende Nachrichten. Langsam nehmen viele Airlines wieder ihren Betrieb auf, manche konnten mit Sonder- und Frachtflügen neue Einnahmen generieren. Auch Air Canada will das Programm wieder hochfahren, in großen Ländern wie Kanada ist der Flugverkehr besonders wichtig. Die Airline greift für den Neustart auch auf Airbus A319 der eigenen Chartertochter zurück. Das Besondere dabei: Der Jet ist komplett mit Business-Sesseln bestuhlt.

Zwei Fliegen mit einer Klappe

Auch wenn es bald wieder mehr Verbindungen gibt, erwartet Air Canada eine deutlich niedrigere Nachfrage als vor der Corona-Zeit. So werden Flugzeuge der A320-Familie mit etwa 150 und mehr Sitzen selten ausgelastet sein. Ein Grund mehr auf die Maschinen der Tochter Air Canada Jetz zurückzugreifen. Die kleine Firma ist als Chartergesellschaft seit 2001 unterwegs. Drei Airbus A319 sind allesamt mit nur 58 Business Class-Sitzen ausgestattet und kamen zu besonderen Events zum Einsatz.

Sportvereine und Rockstars zählten zu den Kunden, die die Jets bisher angemietet haben. Für größere Teams wie Hockeymannschaften oder Bands mit deren Angehörigen und Mitarbeitern ist die Größe gut geeignet. Namhafte Passagiere wie Bruce Springsteen oder Phil Collins und die Spice Girls waren damit schon unterwegs.

Für die geringere Nachfrage zum Neustart scheint die Bestuhlung ausreichend zu sein. Daher kommen ab dem 1. Juni die Maschinen für Linienflüge auf frequentierten Strecken wie zwischen Montreal, Ottawa und Toronto zum Einsatz. Gleichzeitig bieten diese die Möglichkeit einen höheren Abstand zu Mitreisenden einzuhalten. Einen interessanten Einblick bieten unsere britischen Kollegen von The Points Guy:

I Got to Fly Around North America Like a Pro Athlete on Air Canada’s VIP Jet

Leistung wird als Premium Economy verkauft

Die Gesellschaft überlässt den Passagieren die Reise im besonderen Flugzeug aber nicht zum regulären Economy-Preis. Die Flüge mit den Maschinen der Tochter Jetz sind bereits fest im Flugprogramm eingeplant und entsprechend buchbar. Im Regulärbetrieb kommen Maschinen der Airbus A320-Familie mit zwei Klassen zum Einsatz. Air Canada bietet dabei eine klassische 3-3 (oder 3-2 auf A220) Konfiguration in der Economy Class und breitere Sitze in der Business Class an.


Für Flüge mit dem Business-Jet wurde ein Kompromiss gemacht. Die Leistung wird als Premium Economy vermarktet und orientiert sich preislich zwischen den anderen beiden Serviceklassen. Fragt sich ob Flüge einer Dauer von etwa einer Stunde das wert sind. Der preisliche Unterschied ist – je nach Angebot der Economy Class – bis zu dreimal höher als der Einstiegspreis. Freiflüge sind über das Vielfliegerprogramm Aeroplan buchbar, die Seiten der Star Alliance Partner wie Miles&More oder Miles+Bonus zeigen keine Verfügbarkeiten.

In Sachen Service erwartet die Fluggäste nichts Besonderes, gerade jetzt wo das Angebot durch die Krise ohnehin reduziert wurde. Der Vorteil liegt also alleine beim exklusiveren Raumgefühl der Kabine und dem breiten Sitz. Dieser ist verglichen zu den teureren Business Class Plätzen auf den Schmalrumpfflugzeugen übrigens noch großzügiger verbaut. Weiterer Vorteil: Selbst wenn das Flugzeug ausgebucht sein sollte, passieren Vorgänge wie Boarding und das Aussteigen wesentlich schneller.

Air Canada setzt demnächst Jets mit reiner Business-Bestuhlung ein | Frankfurtflyer Kommentar

Manchmal ist es spannend welche Ideen die Airlines in Zeiten der Krise umsetzen. Air Canada kann die Maschinen mit nur einem Bruchteil der Plätze der sonst üblichen Bestuhlung momentan sinnvoll einsetzen. Dafür hält die Airline aber die Hand auf und verlangt teilweise deftige Preise. Zu den frequentierten Zeiten am Tagesrand auf den Rennstrecken kann das Experiment aber aufgehen. Das Angebot zielt eindeutig auf Geschäftsreisende ab.

Dankeschön: OMAAT

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3 Kommentare

  1. Jazz ist die Regionalflugtochter, die mit CRJ & Dash operiert.
    In dem Artikel ist aber tatsächlich von dem Tochterunternehmen „Jetz“ die Rede

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