Air France will First Class auf A350 einbauen | Vorbild für Lufthansa?

Foto: Air France

Die Airlines beschäftigen sich wohl mit so vielen Fragen ihre Zukunft betreffend wie nie zuvor. Auf die meisten kann man nur vage Prognosen abgeben, die Abschätzungen wie sich der Markt in Zukunft entwickelt sind höchst unterschiedlich. Ob und wann sich die Nachfrage erholt, kann niemand mit Gewissheit sagen.

Akut geht es bei den Planungen um Flugpläne die ständig angepasst werden müssen. Daraus resultierende Personalkürzungen und die Flottenpolitik sorgen in der Branche beinahe täglich für Schlagzeilen. Es liegt auf der Hand, dass Dinge wie die Weiterentwicklung von Bordservice und die Einführung neuer Klassen zurückgestellt wird.

Air France hält auch in Zukunft an der First Class

Wie und ob es mit der First Class weitergeht, gehört bei den Gesellschaften die das Premium-Produkt anbieten dennoch zum Fragenkatalog. Air France bietet eines der besten First Class Produkte der Welt an und möchte auch in Zukunft daran festhalten. Die Luxusklasse gibt es allerdings nur noch auf einigen Boeing B777-300ER des französischen Carriers.

Air France hat schon zu Beginn der Pandemie verkündet, sich von dem Airbus A380 zu trennen. Auf allen zehn Maschinen waren dort je neun Sitze der „La Première“ im vorderen Hauptdeck verbaut. Auf der verbleibenden B777-Teilflotte ist die First nur auf 19 der 43 Flugzeuge installiert. Allerdings sind es dort insgesamt nur vier Sitze, was das Erlebnis um einiges exklusiver macht.

Für diese Exklusivität hat die Airline in Vergangenheit auch einiges getan. So wurde die Buchung von Prämienflügen restriktiver und nur noch einigen Statuskunden des eigenen Vielfliegerprogramm Flying Blue gestattet. Zudem wurden die Meilenwerte radikal erhöht, Preise von 460.000 Meilen für einen Returnflug in die USA machen die Sache schon beinahe lächerlich teuer.

Trotzdem will Air France an der „La Première“ festhalten und plant diese in Zukunft auf dem Airbus A350 einzuführen. Als Quelle dient dabei eine Information der Flugbegleitergewerkschaft. Diese wurde über die Pläne informiert und äußert Bedenken im Bezug auf die Umsetzung des Bordservice.

Für Kunden und Fans der „La Première“ aber eine gute Nachricht, denn damit hätte die First Class bei Air France eine Zukunft. In Frage kommt dabei ein Konzept mit vier Sitzen im vorderen Kabinenbereich. Damit wäre die Bordküche zwischen Cockpit und First-Kabine aber nur für die dort sitzenden Passagiere bestimmt- verlorener Platz auf einem Flugzeug, wo es um jeden Quadratzentimeter geht.

Würde die Crew den Service für das dahinterliegende Business-Compartment aus der gleichen Galley durchführen, würde das ziemlich viel Unruhe mit sich bringen. Eine andere Möglichkeit wäre es die First Class hinter das zweite Türpaar zu verlegen. Damit wäre allerdings die Luxuskabine zwischen zwei Klassen.

Beim Boarding würden so beispielsweise alle Economy-Passagiere durch die First gehen müssen. Man nimmt sich so auch die Flexibilität eine andere Kabine saisonal zu vergrößern oder zu verkleinern.

Vorbild für Lufthansa?

Lufthansa befindet sich was die First Class angeht in einer ähnlichen Situation. Durch die Stillegung des Airbus A340-600 und des Airbus A380 ist die Erste Klasse nur noch auf einer Teilflotte des Jumbos zu finden. Wie auf den anderen beiden Mustern auch, sind auf der Boeing B747-8 insgesamt acht Sessel der First Class verbaut.

Durch das Langzeitparken der A346 & A380 wäre das First-Angebot bei einem Hochfahren des Flugbetriebes gerade entsprechend dünn. Ab München würde es so zum Beispiel gar keine First Class Sitze geben. Mit dem Einbau der Klasse im Airbus A350 wäre das Problem auch bei Lufthansa gelöst. Die große Frage bleibt jedoch: Wie?

Mit den Fragen ob der Einbau auf allen Maschinen Sinn macht und zu Lasten welcher anderen Klasse dieser passiert, haben wir uns schon zu Beginn der Krise beschäftigt. Eine Mini-Kabine mit nur vier Sitzen wäre jedenfalls ein Novum beim Kranich.

Air France will First Class auf A350 einbauen | Frankfurtflyer Kommentar

Eine gute Nachricht aus Frankreich. Air France hält an der First Class fest und will diese weiterhin anbieten. Die Entscheidung die „La Première“ auf dem Airbus A350 zu installieren, sichert die Zukunft der Klasse für die kommenden Jahre. Wir dürfen neugierig sein, wie diese im Detail aussehen wird.

Auf Erfahrungswerte kann man dabei kaum zurückgreifen, eine Langstrecken-First Class bietet in diesem Sinn gerade keine Airline auf dem etwas schmaleren A350 an. JAL nennt diese zwar First, es handelt sich jedoch um eine regionale Variante für kurze Flüge. Malaysia Airlines hat ihre First Class abgeschafft und die bereits eingebauten Sitze in Business Suites umgetauft. Auch dort wurden verhältnismäßig schmale Sitze verwendet.

Pläne für eine First auf A350 existieren gerade auch in Taiwan. Die neue Luxusairline Starlux möchte das Vorhaben ebenfalls bald umsetzen.

Danke: OMAAT

 

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5 Kommentare

  1. Gibt es eigentlich den voll zahlenden First-Kunden noch, mit dem sich das Ganze auch lohnen würde?
    In dieses Segment sind ja die Privatcarrier gestoßen, die für einen in dieser Clientel akzeptablen Aufpreis räumliche und zeitliche Direktverbindungen auch über sehr große Distanzen bieten. Sicherheitsfragen spielen vielleicht auch eine Rolle.

  2. Ich vermute es gibt ihn und es wird ihn auch immer geben.
    Fragt sich nur ob es sich rechnet.
    Bei manchen Carriern dümpelt die Quote der F-Vollzahler bei 15-20%.
    Auch etwas was für die vier Sitze spricht.

  3. Wenn LH die Preise auch so hochsetzt wie Air France, können sie die First gerne einstellen. Ist dann eh nur für eine sehr kleine Anzahl an Passagieren von Interesse.

      • Genau! Die First sollte ein Produkt fuer Menschen mit Geld sein, die auch bereit sind es fuer ein Luxus-Reiseerlebnis auszugeben.

        Und nicht fuer krankhaft-exzessive Meilenjaeger, Billig-mit-Umweg-ueber-das-Ausland-Abflieger etc.

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