Review: Air New Zealand Business Class in der Boeing 787 von Sydney nach Auckland

Auf dem ersten Segment nach Auckland konnte ich die Air New Zealand Business Class in der Boeing 787-9 testen. Von hier aus sollte es dann weiter nach Los Angels und Chicago gehen. Air New Zealand nennt die Business Class eigentlich “Business Premiere“. Mit einer Flugdauer von gut drei Stunden war der Flug zwischen Sydney und Auckland nicht besonders lang. Trotzdem war dies ausreichend Zeit um den Sitz und den Service etwas genauer unter die Lupe zu nehmen.

Die Star Alliance Airline fliegt in Europa nur eine einzige Destination an. Die Strecke nach London wird mit einem Zwischenstopp in Los Angeles angeboten. Die Boeing 787 kommt allerdings ausschließlich auf Strecken innerhalb der Asien-Pazifik Region zum Einsatz.

Air New Zealand Business Class in der Boeing 787-9 | Check-In und Boarding

Air New Zealand betreibt am Flughafen Sydney gleich mehrere Check-In Schalter. Diese sind den ganzen Tag über geöffnet. Kein Wunder bei den vielen Flügen zwischen Sydney und den verschiedenen Städten in Neuseeland. Am Check-In gibt es Schalter für die Economy Class, Gäste die bereits online eingecheckt haben und nur einen Koffer aufgeben wollen und zwei Schalter für Gäste der Business Class oder mit einem Star Alliance Gold Vielfliegerstatus.

Nach wenigen Minuten hatte ich meine Boardingpässe für alle drei Flüge (Sydney – Auckland – Los Angeles – Chicago) in der Hand und war auf dem Weg in Richtung Sicherheitskontrolle.

Das Boarding für meinen Air New Zealand Flug begann pünktlich. Zunächst bat man die Gäste der Business Class sowie Vielflieger mit einem Star Alliance Gold Status zum Einsteigen. Hier durften auch Familien mit Kindern boarden. Im Anschluss konnten alle Gäste der Economy und Premium Economy einsteigen. An der Flugzeugtür wurde ich freundlich willkommen geheißen und mir wurde der Weg zum Sitz gedeutet.

Air New Zealand Business Class in der Boeing 787-9 | Die Kabine

Air New Zealand betreibt zwei Varianten der Boeing 787. In meinem Fall verfügte die Air New Zealand Business Class in der Boeing 787-9 über 27 Sitzplätze in der Business „Premiere“ Class, 33 in der Premium Economy und 215 in der Economy Class. Die andere Variante ist eher economylastig. Hier gibt es 18 Plätze in der Business „Premiere“ Class, 21 in der Premium Economy und 265 in der Economy Class.

Während die Business Class in einer 1-1-1 Bestuhlung verbaut ist, ist die Premium Economy Class in einer 2-3-2 Anordnung verbaut. Der Sitzabstand ist mit 41 Zoll ziemlich großzügig. Lufthansa verbaut ihre Premium Economy Class zum Beispiel mit einem Sitzabstand von 38 Zoll. Die Economy Class verfügt über die übliche 3-3-3 Bestuhlung und einen Sitzabstand von 31-32 Zoll.

Air New Zealand Business Class in der Boeing 787-9 | Der Sitz

Air New Zealand verbaut in der Business Premiere einen Sitz, der in einer 1-1-1 Anordnung verbaut ist. Alle Sitze sind vom Fenster abgewandt und in Richtung Gang ausgerichtet. Das hat den unangenehmen Nebeneffekt, dass man zwangsläufig in Richtung Mittelgang schaut. In der Reihe mit den A-Sitzen schaut man auf die Rückwand der Mittelsitze.

Air New Zealand Business Class Boeing 787 Sitzposition

Sitzt man jedoch auf den J oder K Sitzen, dann schaut man direkt auf die Füße des Gegenübers. Und genau dies ist mein größter Kritikpunkt des Sitzes.

Air New Zealand Business Class Kabine

Der Sitz fühlt sich zudem auch recht beengend an, das liegt an den Trennwänden zum Nachbarsitz, allerdings bietet dies gleichzeitig auch ein hohes Maß an Privatsphäre. Wenn man den Sitz leicht nach hinten lehnt, bekommt man von den anderen Gästen fast nichts mehr mit. Leider lässt sich der Sitz nicht komplett flach stellen, indem man ihn nach hinten stellt. Man muss vielmehr den Sitz entriegeln und die Rückenlehne nach vorne umklappen. Persönlich bin ich kein Fan davon, vor allem, weil sich der Sitz nicht wirklich weit nach hinten lehnen lässt. Wirklich gemütlich ist dieser deshalb nicht. Auch die Oberfläche aus Leder ist nicht mein Fall.

Der Sitz in der Bettposition, im Gegensatz zur aufrechten Position, unglaublich bequem. Die Boeing 777 hat eine etwas ältere Version des Sitzes verbaut, hier konnte ich unglaublich gut schlafen.

Die Kabine ist in sehr hellen Farben gestaltet. Das wirkt modern, hipp und stylisch. Allerdings sieht man hier Schmutz und Abnutzung recht deutlich.

Der Sitz in der Air New Zealand Business Class in der Boeing 787-9 verfügt über einen Monitor, der in der Wand verbaut ist. Für Start und Landung muss dieser in der Halterung bleiben. Dies ist etwas ungünstig. Während des Reisefluges lässt sich dieser allerdings ausklappen.

Der massive Tisch ist leicht nach vorne versetzt, unterhalb des Monitors verbaut. Auf Knopfdruck lässt sich dieser herausziehen. In der ausgeklappten Position lässt sich der Tisch nach vorne und hinten verschieben, sodass man auch während des Essens oder Arbeitens aufstehen kann.

Um die Getränke abzustellen gibt es auf Schulterhöhe einen kleinen Klapptisch.

Air New Zealand Business Class Boeing 787 Klapptisch

Neben dem Sitz, unterhalb des Controllers für das Entertainment System gibt es noch ein kleines Staufach. Wer mehr als ein Handy verstauen will, müsste dies unter der Fußablage tun, hier ist auch Platz für eine Laptoptasche.

Air New Zealand Business Class Boeing 787 Fußablage

Insgesamt ist der Sitz merkwürdig und verfügt über einige Nachteile. Allerdings muss man auch sagen, dass es auf langen Nachtflügen ein super Sitz ist, wenn man schlafen und entspannt am Ziel ankommen möchte. Ich bin immer noch hin und her gerissen, ob ich den Sitz in der Air New Zealand Business Class in der Boeing 787-9 mag oder nicht.

Air New Zealand Business Class in der Boeing 787-9 | Catering und Service

Air New Zealand bietet auf dem kurzen Flug zwischen Sydney und Auckland den vollen Service in der Business Class. Beim Einsteigen wurde ich persönlich begrüßt und nach wenigen Augenblicken gefragt, ob ich etwas trinken möchte. In meinem Fall war dies ein Wasser, auf den Champagner hatte ich keine Lust. Anschließend wurden die Speisekarten verteilt und ich wurde gefragt, ob man mir den Sitz erklären sollte. Hier lehnte ich dankend ab.

Die Speisekarte las sich gut und es wurde ein Menü mit mehreren Gängen geboten. Zur Qualität des Essens kann ich auf diesem Flug nichts sagen. Ich war nicht sonderlich hungrig und habe deshalb das Essen übersprungen.

Auch bei den alkoholischen Getränken wurde einiges geboten. Die Weinkarte las sich sehr gut. Hier gab es eine große Auswahl an Weinen, die vom Servicewagen serviert wurden. Als Champagner wurde Laurent Perrier gereicht.

Ich wurde oft gefragt, ob ich noch etwas trinken wollte, mein (Wasser)Glas war zu keinem Zeitpunkt leer. Die Crew war freundlich, zuvorkommend und sehr aufmerksam. Auf dem kurzen Flug war die Crew fast schon zu präsent und zu viel in der Kabine unterwegs.

Ich habe auf dem Flug einen Film geschaut und bin dann recht schnell im Sitzen eingeschlafen. Hier hätte ich mir im Nachhinein gewünscht, dass man den Sitz weiter nach hinten hätte stellen können.

Air New Zealand Business Class in der Boeing 787-9 | Frankfurtflyer Kommentar

Für einen Flug von rund drei Stunden war die Air New Zealand Business Class in der Boeing 787-9 wirklich überzeugend. Wenn man bedenkt, dass das Flugzeug vor allem auf Mittel- und Langstrecken zum Einsatz kommt, dann gibt es in meinen Augen einfach zu viele Defizite. Persönlich würde ich Air New Zealand nur wählen, wenn der Preis stimmt. Die Zugehörigkeit zur Star Alliance macht Air New Zealand natürlich interessant. In diesem Fall habe ich 200% der geflogenen Distanz als Statusmeilen bei Miles&More sammeln können.

Der Service war ziemlich gut. Ich war auf dem Flug recht müde und wollte mich eher entspannen. Entsprechend habe ich das Service- und Cateringangebot nicht wirklich genutzt. Auf meinem nächsten Flug von Auckland nach Los Angeles konnte ich mich aber von der hervorragenden Qualität überzeugen.

Ich glaube, dass Air New Zealand wirklich viel Potenzial hat. Mit einem neuen Sitz könnte man ziemlich weit oben mitspielen. Der Service und das Catering sind (anders als bei vielen anderen Airlines) deutlich besser als der Sitz und die Kabine.


Hier findet Ihr die weiteren Teile dieses Tripreports:

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2 Kommentare

  1. Ich bin Rollstuhlfahrer und habe (fast) immer das Problem dass ich nicht auf den Business Sitz komme. Der Durchgang ist zum umsetzen zu schmal, bzw.die Armlehne ist starr. Mir gefaellt hier, dass man den Sitz gut von vorne anfahren kann. Das ist sonst sehr selten. Ich werde auf meinem naechsten Flug von LHR nach LAX einmal Air New Zealand testen.

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