Air New Zealand Crews „müssen“ auf Hawaii ins Layover (statt US-Festland)

Foto: Air NZ

Auf der Abflugtafel des Airports in Auckland dominieren derzeit die Inlandsflüge. Nur vereinzelt gibt es Starts über die Landesgrenzen hinweg, dann geht es hauptsächlich in Richtung Australien. Kein Wunder, denn Neuseeland hat strenge Grenzbestimmungen. So ist die Einreise bis auf wenige Ausnahmen nicht gestattet.

Lediglich Staatsbürger und Inhaber von Daueraufenthaltserlaubnissen dürfen einreisen, müssen sich allerdings nach der Ankunft für 14 Tage in Quarantäne begeben. Diese darf nicht zuhause oder in einem Hotel absolviert werden, sondern muss in einer dafür geschaffenen Einrichtung stattfinden. In dieser Zeit sind auch zwei Covid-19 Tests verpflichtend.

Entsprechend gering sind die Fallzahlen in Neuseeland. Zeitweise war der Inselstaat in Ozeanien sogar frei von Neuinfektionen. Um diese Zahlen weiterhin so gering wie möglich zu halten, haben sich auch die Crewplaner von dem Nationalcarrier Air New Zealand eine besondere Maßnahme überlegt.

Kein Aufenthalt mehr auf dem US-Festland

Bedingt durch die Pandemie und den strengen Vorschriften ist die Nachfrage nach internationalen Flügen von und nach Auckland minimal. Neben den Flügen nach Australien gibt es nur einige wenige Verbindungen nach Singapur, Hong Kong oder China. In die USA fliegt die Heimatfluggesellschaft Air New Zealand lediglich zwei Mal pro Woche mit Passagieren. Weitere Verbindungen sind reine Frachtflüge.

Bekanntlich sind die Corona-Fallzahlen in den Vereinigten Staaten weltweit am höchsten. Um das Risiko einer Infektion für die Besatzungen im Layover zu minimieren, hat Air NZ nun beschlossen die Übernachtungen der Crews auf dem US-Festland auszusetzen. Derzeit führt Air New Zealand neben den zwei wöchentlichen Passagierflüge zwischen Auckland und Los Angeles noch einige Frachtflüge nach Los Angeles und San Francisco durch.

Natürlich kann die Besatzung den extrem langen Flug von über 10.500 Kilometer und etwa 13 Stunden Dauer nicht als Roundtrip durchführen. Ein Wechsel der Crew ist zwingend notwendig. Deren Planer haben sich daher kreativ gezeigt und einen ungewöhnlichen Umlauf „gestrickt“. Auf der Strecke gibt es künftig einen Zwischenstopp in Honolulu.

Foto: Air NZ

Zimmerquarantäne auf Hawaii

Der Stopp auf Hawaii findet künftig auf beiden Richtungen statt und dient lediglich dem Austausch der Crew. Passagiere und Fracht bleiben an Bord. Somit ergeben sich verlängerte Rotationen für die Piloten und Flugbegleiter aus Neuseeland. Bisher dauerte diese inklusive dem Hin- und Rückflug und einem Aufenthalt in Los Angeles etwa 3-4 Tage. Künftig sind die Mitarbeiter eine Woche unterwegs.

Foto: Great Circle Mapper

Dann findet der Erholungsaufenthalt nach dem etwa 7.000km-Flug von Auckland nach Honolulu auf Hawaii statt. Dort bleiben die Crews drei Tage lang im Hotel. Gleichzeitig übernimmt eine neue Besatzung die Maschine und fliegt die gut 4.100km weiter nach Los Angeles. Dort steigen die Fluggäste aus, die Fracht wird ausgeladen. Die gleiche Crew bleibt an Bord und fliegt mit neuen Passagieren und Beladung am selben Tag zurück nach Honolulu. Dort wechselt wieder die Crew erneut.

Auf Hawaii müssen die Mitarbeiter der Fluggesellschaft allerdings im Hotel bleiben. Nach der langen Tour sind die Crewmitglieder bei der Rückkehr von den strengen Quarantänebestimmungen in Neuseeland zwar ausgenommen, müssen sich allerdings für zwei Tage selbst isolieren und dann testen lassen.

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So ist es mit den ungewöhnlichen Zeiten und den ungewöhnlichen Maßnahmen. Alle Airlines mussten auf die Krise und deren Herausforderungen reagieren- auch Air New Zealand. Die Kosten für die Hotels und den Zwischenstopp dürften nicht unerheblich sein. Normalerweise ist ein solch verlängertes Routing auch sehr personalintensiv, über einen Mangel an Piloten und Flugbegleiter kann sich Air NZ aber derzeit nicht beklagen.

Weiterer positiver Effekt dürfte der Kerosinverbrauch sein, wenn in Auckland nicht mehr für die gesamte Strecke aufgetankt werden muss. Unterm Strich sicher nur ein verschwindend geringer Anteil. Für die Sicherheit der Crews jedenfalls ein ganz schöner Aufwand. Ob es was bringt ist fraglich, denn die Besatzungen mussten bisher auch in L.A. im Hotel bleiben.

 

Quelle: Air New Zealand & OMAAT

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2 Kommentare

  1. So ganz verstehe ich das nicht. Aus meiner Sicht zählt das fliegende Personal zur Gruppe der Menschen, die bei den Impfungen priorisiert werden sollten. Sind nur Wenige (es geht ja gar nicht um das Bodenpersonal am Flughafen und der Verwaltung), aber das Resultat wäre sehr nachhaltig. Das sündteure Routing stellt ja geradezu ein Paradebeispiel dar.

  2. Herr Haeßner, haben Sie den Chef voN AZ auf seinen Fehler hingewiesen? Oder hat sich inzwischen auch bei Ihnen die Erkenntnis durchgesetzt, dass sich AZ was dabei gedacht hat, auch wen die ggf. weiter gedacht haben als Sie?

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