Airbus A380 war die Cash Cow von Emirates

Der Airbus A380 wurde als größtes Passagierflugzeug der Welt gleich zu Beginn der Pandemie vor einem Jahr quasi komplett still gelegt und zeitweise sind in manchen Monaten nur noch eine Handvoll Flüge mit dem Super Jumbo weltweit durchgeführt worden. Im April 2020, waren z.B. vier Lufthansa Airbus A380 die letzten fliegenden Super Jumbos und hierbei handelte es sich um Rettungsflüge der Bundesregierung.

Mit einer für die nächsten Jahren deutlich geschrumpften Luftfahrtindustrie, haben auch schon Airlines wie Air France, Lufthansa, Qatar Airways, Thai Airways oder Etihad Airways beschlossen, dass man den Airbus A380 in der Zukunft nicht mehr fliegen will und die Flugzeuge stehen nun auf Flugzeugfriedhöfen, wo sie auf eine neue Verwendung in einer besseren Zukunft warten.

Dabei kommt es nicht von ungefähr, dass viele Airlines den Airbus A380 aus der Flotte nehmen, denn schon vor Corona war man mit dem Flugzeug nur mäßig zufrieden. Zu groß sei der Jet und es sei zu schwer, die vielen Sitzplätze zu einem Preis zu füllen, bei welchem man entsprechende Gewinne einfliegt. Mit kleineren Flugzeugen wie der Boeing 787 oder dem Airbus A350 fällt dies denn meisten Airlines deutlich einfacher.

Ganz anders hat sich die Situation bei Emirates dargestellt, denn nicht nur, dass man mit 117 Exemplaren des Airbus A380 der größte Betreiber des Flugzeuges ist, man konnte es auch sehr erfolgreich betreiben. Tatsächlich war der Airbus A380 vor der Pandemie für Emirates sogar die Cash Cow schlechthin und für 85% des Gewinns verantwortlich. So erzählte es jetzt der Emirates CEO in einem Interview mit SimplyFlying.

Hierbei betont der Emirates CEO vor allem, dass der Airbus A380 besonders beliebt ist und daher sehr stark gebucht wird. Dies ist auch sicher wahr, denn auch jetzt hat das Flugzeug mit seiner extrem großzügigen Kabine natürlich eine enorme Anziehungskraft auf die Passagiere und es gibt tatsächlich nicht gerade wenige, welche sehr gerne Emirates wegen des Airbus A380 fliegen.

Allerdings ist die Popularität und der Marketingeffekt des Airbus A380 sicher auch nur die halbe Wahrheit, warum man mit diesem Typ 85% der Gewinne eingeflogen hat, obwohl das Flugzeug nur knapp die Hälfte der angebotenen Sitzplätze bei Emirates bereitstellt.

Emirates hat es wie keine andere Airline verstanden, Dubai als globalen Knotenpunkt umzubauen, welcher darauf ausgelegt ist, dass jede Stunde dort zehntausende Passagiere von einem Airbus A380 auf den anderen umsteigen. Hierbei konnte man massive Passagierströme zwischen Städtepaaren weit über Dubai hinaus schaffen.

So flog der Airbus A380 bis zu sechs mal pro Tag zwischen London Heathrow und Dubai, nicht etwa weil es auf der Strecke eine fast unendliche Nachfrage besteht, sondern da viele Briten hier umgestiegen sind. Nicht wenige sind über Dubai nach Australien weiter geflogen und die England nach Australien Strecken sind sogar mit recht hohen yield unterwegs, sprich hier wurde überdurchschnittlich viel für die Tickets bezahlt und es gab auch immer eine sehr solide Nachfrage nach First und Business Sesseln.

Gerade auf den High Yield Strecken wie z.B. von Dubai nach Australien war der Airbus A380 extrem viel unterwegs und zwischen Dubai und Sydney gab es bis zu vier Flüge pro Tag.

Generell konnte man den Airbus A380 durch das besondere Hub Konzept von Emirates auf vielen High Yield Strecken füllen, was man auch an den Top Ten Verbindungen des Airbus A380 von Emirates sieht.

  1. London Heathrow
  2. Bangkok
  3. New York
  4. Paris
  5. Hong Kong
  6. Auckland
  7. Jeddah
  8. Sydney
  9. Manchester
  10. London Gatwick

Airbus A380 war die Cash Cow von Emirates | Frankfurtflyer Kommentar

Dass man den Airbus A380 auch gewinnbringend betreiben kann, hat Emirates in den letzten Jahren sehr beeindruckend gezeigt und der Erfolg dieses Konzeptes hat die Airline auch zu dem gemacht, was sie heute ist. Leider haben es nur wenige andere Airlines geschafft, den Airbus A380 wirklich so in Ihr Konzept zu integrieren, dass man mit ihm überdurchschnittlich Geld verdient und meist liegt dies an sehr besonderen Situationen.

So sind British Airways, Qantas und Singapore Airlines mit ihren Airbus A380 auch sehr glücklich und wollen diese auch nach der Pandemie wieder fliegen, was an der besonderen Slot Situation auf einigen Strecken begründet ist, denn hier können die Airlines nur durch größere Flugzeuge wachsen.

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1 Kommentar

  1. Sehr interessanter Review – einmal wieder, ich lese sehr gerne auf Eurer Seite! Dieser trifft meiner Meinung nach die Sache im Kern. Darüber hinaus ist aus meiner Sicht Emirates eine der qualitativ besten und zuverlässigsten Airlines überhaupt, trotz der hohen Passagierzahlen. Ich glaube auch, dass Emirates mittelfristig wieder extrem erfolgreich mit der A380 Flotte sein wird, da diese dann i.V. mit dem beschriebenen Spoke and Hub Konzept sowie Streckennetz und Produktqualität einzigartig sein wird.

    Es wird übrigens auch immer einmal wieder die These vertreten, bei der Lufthansa sei der A380 neben seinen Strukturproblem vor allem auch an der Entscheidung des Vorstandes gescheitert, neben FRA auch ab MUC einige Ziele parallel mit sehr großem Gerät zu bedienen und die A380 Flotte auf diese zwei Standorte zu verteilen. Ich neige dazu, dem zuzustimmen.

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