Airbus CEO sieht Zukunft für den Airbus A380

Der Airbus A380 ist das mit Abstand größte Passagierflugzeug der Welt und bei den Passagieren extrem beliebt. Bei den Airlines ist das Flugzeug dagegen durchgefallen, weshalb der Flugzeugbaurer auch nach weniger 280 Exemplaren die Produktion eingestellt hat und der letzte Airbus A380 hat gerade die Werkstore in Toulouse verlassen und wird in Hamburg für die Übergabe an Emirates vorbereitet.

Damit hat Airbus mit dem Airbus A380 wohl nie die Gewinnschwelle erreicht, denn der Break Even sollte bei etwas über 300 Maschinen liegen und man ging davon aus, dass man 1.200 Airbus A380 oder sogar mehr verkaufen kann. Damit war der Airbus A380 für Airbus ein gewaltiger Misserfolg und dennoch geht der neue CEO von Airbus, Guillaume Faury davon aus, dass das Flugzeug noch eine lange Zukunft haben wird.

Dies überrascht vor allem in Anbetracht der Tatsache, da viele Airlines den Airbus A380 in den letzten 12 Monaten nicht nur temporär abgestellt haben, sondern Airlines wie Lufthansa, Air France, Thai Airways, Qatar Airways und Etihad Airways wollen das Flugzeug nie wieder fliegen, womit es aktuell etwa 100 gebrauchte Airbus A380 gibt, welche entweder verschrottet werden oder einen neuen Betreiber brauchen.

Der Airbus CEO kommentierte dies wie folgt:

Wir glauben, dies sind weiterhin fantastische Flugzeuge für die Zukunft und der Airbus A380 wird weiter fliegen. Wir werden daher die Flugzeuge so lange wie möglich und nötig in ihrem Betrieb unterstützen und sicherlich werden auch viele Passagiere gerne weiterhin mit dem Airbus A380 fliegen.

Mit dem letzten Teil seiner Aussage spricht er den größten Vorteil des Flugzeuges an, denn bei den Passagieren gibt es kaum einen beliebteren Jet, weshalb er auch einen enormen Marketingwert für Airlines hat. Die große Kabine machte das Flugerlebnis extrem angenehm und fast immer waren die Airbus A380 deutlich besser ausgestattet, als kleinere Langstreckenjets.

Allerdings war es schon vor Corona für viele Airlines nicht so einfach den Airbus A380 gewinnbringend einzusetzen. Nicht weil man die Nachfrage nicht produzieren konnte, sondern einfach weil viele Passagiere eine hohe Frequenz auf einer Strecke bevorzugt haben, als ein täglicher Flug mit einem Airbus A380.

Weiterhin unklar ob es einen Markt für gebrauchte Airbus A380 gibt

Leider gibt der Airbus CEO keine konkreten Aussagen darüber, wie er sich die Zukunft der nun möglicherweise dauerhaft abgestellten Airbus A380 vorstellt. Schon vor der Pandemie hat Airbus mitgeteilt, dass man für die nun langsam auf den Gebrauchtmarkt kommenden Flugzeuge einen Zweitmarkt entwickeln will. Durch die Pandemie ist das Angebot an gebrauchten Airbus A380 nun aber enorm geworden, sodass das Thema wohl aktueller ist denn je.

Sicherlich wird es auch in den kommenden Jahren wieder viele Strecken geben, auf welchen sich ein Airbus A380 lohnen kann und wird und Airlines wie British Airways haben schon einmal öffentlich diskutiert, ob man nicht gebrauchte Airbus A380 günstig kaufen kann, um dem permanenten Slot Problem in London Heathrow zu begegnen.

Bei British Airways wurde dieser Plan allerdings verworfen, da der Umbau der Kabinen auf einen einheitlichen Standard pro Flugzeug zwischen 35 und 50 Millionen Euro kostet, was man ungerne in gebrauchte Flugzeuge investieren wollte. Genau dies wird aber auch einer der Hindernisgründe für neue Betreiber sein, denn auch ein gebrauchter Airbus A380 ist noch extrem teuer, bis man ihn in Dienst stellen kann.

Hinzu kommt noch, dass sich der Airbus A380 im Betrieb deutlich aufwändiger darstellt, als z.B. eine Boeing 747, für welche es über Jahrzehnte einen sehr florierenden Gebrauchtmarkt gab. Der Airbus A380 kann nicht alle Flughäfen anfliegen, nicht an allen Gates geparkt werden, benötigt besondere Schlepper und und und.

Airlines, welche also einen Airbus A380 gebraucht übernehmen wollen, werden sich dies sehr ausführlich überlegen. Ob es z.B Ferienflieger geben wird, welche mit dem Airbus A380 und 800 Passagieren um die Welt fliegen wollen ist also mehr als unwahrscheinlich und ließe sich wohl nur über sensationell niedrige Preise für die gebrauchten Airbus A380 realisieren.

Airbus CEO sieht Zukunft für den Airbus A380 | Frankfurtflyer Kommentar

Die Zukunft des Airbus A380 ist offener den je. So gibt es viele Airlines, die den Airbus A380 noch komplett aufgeben wollen, aber andererseits haben Emirates, British Airways, Qantas und Singapore Airlines schon klar gestellt, dass sie ohne den Airbus A380 nach der Pandemie ihr Geschäftsmodell nicht weiter betreiben könnten, auch wenn es teils mehrere Jahre dauern soll, bis alle A380 wieder fliegen.

Eigentlich ist es eine sehr unwirkliche Vorstellung, dass wirklich über 100 Airbus A380 auf Schrottplätze geflogen werden und dort nach und nach zerlegt werden. Man sollte doch meinen, dass es für dieses Flugzeug, welches noch vor zehn Jahren der ganze Stolz von diversen Airlines war, neue Betreiber gefunden werden können. Allerdings kann dies keiner garantieren und die Zukunft des Flugzeugtyps ist mehr als offen.

Denkbar ist in der Zukunft wirklich alles, von über 100 A380, welche nie mehr fliegen werden, bis hin zu ganz neuen, sogar recht großen A380 Betreibern, welche mit gebrauchten Maschinen fliegen. Die Entwicklung und Erholung der Weltluftfahrt werden hier aber entscheidend sein.

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1 Kommentar

  1. „Die Entwicklung und Erholung der Weltluftfahrt werden hier aber entscheidend sein.“

    Das sehe ich genauso. Ich denke aber, dass bis dahin (3-5 Jahre)der A380 bei etlichen Fluggesellschaften (wie angesprochen z.B. LH, EY, QR, TG) gar nicht mehr in der Flotte ist. Er wird daher wohl nur noch ein Nischen-Dasein fristen (wie erwähnt vor allem EK, BA oder QF); neue Betreiber sehe ich gar nicht kommen.

    Grundsätzlich fand ich das Konzept mit sehr großen Flugzeugen, die zwischen den großen Hubs fliegen, schlüssig. Aber auch vor Corona wurde schon lieber mit kompakteren Flugzeugen (A350/A787) point-to-point und häufigeren Frequenzen geflogen. Vielerorts war dann eine B777 auf den Rennstrecken das größte Flugzeug.

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