Airbus will alte Airbus A380 in Frachter oder Combis umbauen

Foto: Lufthansa

Der Airbus A380 wird nicht mehr produziert und das Programm wurde von Airbus schon in 2019 offiziell eingestellt. Man erwartet, dass bis zu 100 Airbus A380, welche vor der Pandemie noch geflogen sind, nicht mehr bei den ursprünglichen Airlines fliegen werden und dauerhaft abgestellt werden sollen, wenn für diese Flugzeuge kein neues Einsatzfeld gefunden wird.

Der Airbus CEO sieht durchaus eine Zukunft für den Airbus A380, hat hier aber nie wirklich ausgeführt, wie er sich die Zukunft der gebrauchten Airbus A380 vorstellt. Nun wagt Airbus einen Vorstoß für genau diese Flugzeuge und man sieht hier Potenzial in Airbus A380 Frachtern oder A380 Combis, welche ein Fracht- und ein Passagierdeck haben.

Airbus habe hierfür in den letzten Monaten das Interesse bei diversen potenziellen Betreibern abgefragt und man sieht hier durchaus Chancen, dass man gebrauchte Airbus A380 als Frachter oder eben Teilfrachter weiter nutzen kann, gerade auch durch die neue Situation durch die Pandemie.

Wir sehen ein ausreichendes Interesse von Kunden an einem Airbus A380 Umbau zum Frachter. Wir wollen daher dieses Konzept vorantreiben und weiter untersuchen. 

Die Idee eines Airbus A380 Frachters ist hierbei gar nicht neu, denn bei Programmstart des Airbus A380 wollte man eigentlich ganz Airbus typisch eine komplette Flugzeugfamilie bauen, was auch eines der Probleme des Airbus A380 war, denn der Airbus A380-800 wie wir ihn kennen, ist das kleinste Flugzeug der Familie und die Struktur, sowie der Flügel waren auch für die deutlich größeren Airbus A380-900 für fast 1.000 Passagiere oder aber den Airbus A380F als reiner Frachter ausreichend dimensioniert.

Der Airbus A380F hatte sogar schon einige Bestellungen z.B. von UPS und FedEx einsammeln können, bevor sich Airbus entschieden hat, das Programm einzustellen.

Das größte Problem des Airbus A380F war auch immer, dass das Flugzeug sehr teuer in der Anschaffung gewesen wäre und auch das Beladen über drei Decks ist nicht unbedingt einfach. Gerade der Umbau von alten Airbus A380 könnte das Kostenproblem lösen, denn die Frachtairlines könnten so noch verhältnismäßig junge A380 Frachter zu einem günstigen Preis bekommen.

Aber auch die Idee des Airbus A380 Combi ist nicht undenkbar und würde sich beim Airbus A380 erstaunlich einfach realisieren lassen. So könnten im Oberdeck etwa 200-250 Passagiere Platz nehmen, während auf dem Hauptdeck und dem Frachtraum Fracht transportiert werden könnte. Ein großer Nachteil von Combi Flugzeugen war aber immer, dass große Mengen an Fracht am Terminal verladen werden mussten, da die Flugzeuge nicht am Frachtterminal, sondern am Passagierterminal abgefertigt werden müssen.

Aufgrund der Coronakrise ist die Nachfrage nach Luftfracht massiv in die Höhe geschossen, was die Preise nach oben getrieben hat. Gleichzeitig ist die Zahl der Passagierflüge in den Keller gerauscht, was das Angebot an Frachtkapazitäten massiv verknappt hat, da etwa 50% der weltweiten Luftfracht mit Passagierflugzeugen transportiert wird.

Ein Airbus A380 Frachter, bzw. vor allem Combi könnte hier tatsächlich auch einige Problem lösen, dann man hätte eine deutlich kleinere Passagierkabine, welche der Nachfrage der kommenden Jahren gerecht werden würde und einen riesige Fracht Kapazität, welche sich wohl auch noch in den kommenden Jahren gut vermarkten lassen würde.

Airbus will alte Airbus A380 in Frachter oder Combis umbauen | Frankfurtflyer Kommentar

Sehen wir in der Zukunft vielleicht eine ganze Reihe von Airbus A380 Frachtern um die Welt fliegen oder sogar Combi Flugzeuge? Ganz abwegig ist die Idee nicht, allerdings spielt vor allem der Preis hier eine entscheidende Rolle, denn für die Betreiber ist es ein einfaches Rechenspiel, um zu errechnen ob sich ein Airbus A380 Frachter lohnt.

Bei Frachtflugzeugen hat man ganz andere Anforderungen an die Wirtschaftlichkeit der Flugzeuge, denn hier spielt der Verbrauch sogar oft eine untergeordnete Rolle. Nicht selten stehen Frachtflugzeuge zwischen Flügen Stunden oder gar Tage am Boden in welchen man kein Geld verdient und hier spielt vor allem die Abschreibung auf die Flugzeuge eine entscheidende Rolle in der Wirtschaftlichkeit.

Vielleicht stehe ich auch allein da, aber ein Airbus A380 Combi würde mich schon fast wieder begeistern, denn das Flugzeuge würde vermutlich auch anders eingesetzt werden, als ein klassischer Airbus A380. Plötzlich wäre ein Flug von Frankfurt oder gar Leipzig nach Memphis vielleicht eine Idee, denn die Passagiernachfrage ist hier zwar gering, aber es sind bedeutende Frachtstrecken.

Das letzte Wort beim Airbus A380 scheint aber noch lange nicht gesprochen zu sein und wir werden ihn sicher noch lange in der ein oder anderen Form sehen.

Danke: SimpelFlying 

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3 Kommentare

  1. Man wird sich bei Airbus schon etwas denken. Aber in Sachen Fracht gegen eine 777 anzustinken ist schon anspruchsvoll. Auch bei der 777 sind die Preise für verhältnismäßig junge Gebrauchte erstaunlich günstig.

    • Ich kenne die Rechnungen nicht und bin mir auch nicht ganz sicher was sich bei Luftfracht gerade alles noch abspielt. Es könnte sein, dass weiterhin sehr große, aber nicht übertrieben Schwere Güter geflogen werden müssen und hier ist der A380 dann natürlich im Vorteil. Wenn er etwas hat, dann Volumen.

      Wie das Combi Konzept wirklich Betriebswirtschaftlich da steht, kann ich auch nicht sagen, aber die Idee ist interessant.

  2. Ich meine mich daran zu erinnern, dass neben den o.g. Punkten einer der Hauptgründe für das Scheitern der Frachtversion des A380 die Tatsache war, dass dieser nicht für schwere Lasten, sondern hauptsächlich als Stückgutfrachter für FedEx & Co. konzipiert war. Für Carrier wie Cargolux oder Atlas Air war die A380F daher uninteressant, Diese haben deshalb auf die bewährte 747F mit Bugtor beziehungsweise die 777F zurückgegriffen. Wenn der Preis passt, könnte ich mir aber vorstellen, dass bei den oben genannten Gesellschaften der ein oder andere umgebaute A380F unterkommen könnte. Einen breiten Einsatz sehe ich hingegen nicht und auch die Möglichkeit, den A380 Kombi im gemischten Betrieb einzusetzen sehe ich aufgrund der konzeptionellen Nachteile skeptisch. Die 747 Kombi war ein absolutes Nischenprodukt, welches in den letzten Jahren nur bei ganz wenigen Gesellschaften flog, beispielsweise bei der KLM oder für kurze Zeit bei der mittlerweile verblichenen Air Namibia. Aber vielleicht erwarte diese Nische ja nach Corona zu neuem Leben. Schauen wir mal!

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