Aus für Germanwings, Lufthansa reduziert Flotte

Das Ende von Germanwings wurde schon vor einigen Wochen beschlossen.

Insider haben schon damit gerechnet, die Gewerkschaften hatten es noch versucht zu vereiteln. Lufthansa hat nun beschlossen die Tochter Germanwings zu schließen. Diese war unter dem Dach der Eurowings mit einem eigenen Flugbetrieb tätig.

Reaktion auf Corona

Mitten in der Krise hat Lufthansa das Ende der Kölner Tochter bekanntgegeben. Seit 2002 gibt es die Marke schon, an den dezentralen Flughäfen wie Köln, Stuttgart und Hamburg war das Unternehmen seitdem sehr erfolgreich. Im Zuge von Umstrukturierungen sollte dann die Marke Germanwings verschwinden.

Lufthansa wollte Eurowings im großen Stil neu aufziehen und nur noch unter einem Markenauftritt das Low-Cost Segment vertreiben. Inzwischen wurden auch Flugbetriebe wie SunExpress und Brussels integriert. Die Komplexität ist enorm, die einzelnen Gesellschaften konnten Personal und Flugzeuge nicht flexibel untereinander wechseln.

Die Anfänge der „neuen“ Eurowings waren von Rekordverspätungen gezeichnet. Die erhofften Kostenersparnisse dürften weitgehend ausgeblieben sein. Germanwings an sich hatte einen stabilen Flugbetrieb und vor allem die Erfahrung. Die Verträge der alteingesessenen Mitarbeiter dürfte dem Mutterkonzern schon länger ein Dorn im Auge gewesen sein.

Lufthansa reduziert Flotte

Zur Zeit herrscht so gut wie Stillstand, lediglich 5% des Flugplans werden aufrecht erhalten. Der Großteil der Lufthansa-Flotte ist am Boden, die Folgen sind noch nicht abzusehen. Klar ist jedoch, dass der Flugbetrieb mit Ende der Krise nicht so schnell auf das vorherige Niveau kommen wird.

Daher wurde nun entschieden die Flotte zu reduzieren. Diese Flugzeuge sollen schnellstmöglich bei der Konzernmutter ausgeflottet werden:

  • 6 Airbus A380
  • 7 Airbus A340-600
  • 5 Boeing B747-400
  • 11 Airbus A320

Die sechs A380 sollten die Flotte ohnehin ab 2022 verlassen, dies wird nun vorgezogen. Mit deren Performance waren zuletzt mehrere Airlines weltweit unzufrieden. Da künftig in absehbarer Zukunft mit einem geringeren Passagieraufkommen zu rechnen ist, ist die Entscheidung aus wirtschaftlicher Sicht nachvollziehbar.

Gleiches trifft auch auf die anderen Vierstrahler zu. Die A340-600 und die Jumbo-Jets (insbesondere die 747-400) sind nicht mehr konkurrenzfähig. Die noch älteren A340-300 die unter dem Dach der CityLine fliegen werden ebenfalls stillgelegt.

Auch bei den anderen Töchtern wie z.B. Swiss soll es zur Verkleinerung der Flotte kommen, die Auslieferung von neu bestellten Kurz- und Mittelstreckenflugzeuge wird verzögert. Laufende Wetleasevereinbarungen werden gekündigt.

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Harte Zeiten erfordern harte Maßnahmen. Wirtschaftlich sind die Schritte sicherlich nachvollziehbar, für die langjährigen Mitarbeiter der Germanwings jedoch ein Schlag ins Gesicht. Diese mussten in den vergangenen Jahren schon einige Einschnitte verkraften, das Ende der Marke Germanwings war Ende 2014 auch für viele Kunden bitter.

Die angekündigte Reduzierung der Flotte bei Lufthansa könnte nur ein Anfang sein. Abgesehen von den aktuellen Rettungs- und Hilfsflügen ist sogar jetzt schon das Ende des Airbus A380 denkbar.

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4 Kommentare

  1. Wie wird sich denn die Reduzierung auf die Verfügbarkeit der First Class auswirken? Sprich noch weniger Flieger in denen es eine First gibt?

    • Bis auf die B747-4 sind tatsächlich alle Langstreckenflugzeuge mit First Class. Es wird sich zeigen wie sich die Strecken mit First verschieben werden, bis dahin wird es aber noch eine gefühlte Ewigkeit dauern 🙁

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