Austrian Airlines fliegt wieder | Neustart war erfolgreicher als erwartet

Am Montag um 6:30 Uhr flog OS111 von Wien nach München und normalerweise ist dieser Morgenflug besonders bei Geschäftsreisenden beliebt, welche verschlafen zu ihrem Termin fliegen. Eigentlich ist dieser Flug nichts Besonderes, wäre es nicht der erste Austrian Airlines Linienflug, welchen die Airline der Lufthansa Gruppe aus Österreich nach drei Monaten Corona Grounding durchgeführt hat.

Für Austrian Airlines und ihre Mitarbeiter war dieser Flug auch emotional extrem wichtig, denn endlich konnte man wieder Passagiere begrüßen und zu ihrem Ziel fliegen. Dafür haben sich zahlreiche Mitarbeiter von Austrian Airlines  am Morgen am Flughafen Wien versammelt und die Gäste Spalier-stehend begrüßt.

Dabei war der erste Linienflug von Austrian Airlines sogar erfolgreicher, als man eigentlich erwartet hat, denn die Embraer 195 flog auf dem nur 38 minütigen Flug nach München mit einer Auslastung von etwa 70 Prozent. Gerade aufgrund der kurzen Frist, mit welcher man diesen Flug angekündigt hat, war man bei Austrian Airlines hiermit sehr zufrieden und auch positiv überrascht.

Die kommenden Tage und Wochen werden zeigen, wie schnell auch in Österreich die Nachfrage nach Flügen von und nach Österreich steigt. Die Rahmenbedingungen in der EU machen hier Hoffnung, denn inzwischen sind die Grenzen wieder geöffnet und die Passagiere können ungehindert innerhalb der EU reisen.

Aktuell scheint es, dass es einen gewissen Nachholbedarf an Flugreisen gibt und dass sich daher der Bedarf an Flügen doch etwas schneller steigert als ursprünglich geplant. Entsprechend will Austrian Airlines auch recht zügig einen neuen Flugplan aufbauen.

Jedoch wird der Aufschwung wohl vorerst nur von kurzer Dauer sein, denn Austrian Airlines plant zwar bis Ende Oktober wieder 50% der Sitze anzubieten, welche man vor der Coronakrise auf dem Markt hatte, danach sieht der aktuelle Plan allerdings nur eine recht langsame und schrittweise Steigerung vor.

Quelle: Austrian Airlines

Dabei wird man erst in über einem Jahr wieder auf 80 Prozent des ursprünglichen Angebotes von 2019 liegen, was man als den neuen Normalwert und damit auch als Zielgröße ansieht.

Als erstes wird man vor allem Kurzstreckenflüge in Europa aufnehmen und hier vorrangig den Embraer 195 und die kleinen Airbus A319 und A320 einsetzen. Aber auch Langstreckenflüge sollen schon im Juli folgen. New York, Chicago, Washington D.C. und Bangkok sollen jeweils drei mal die Woche angeflogen werden.

Für die Langstreckenflüge wird die kleinere Boeing 767-300 verwendet, denn für die Boeing 777-200 besteht aktuell wohl nicht genug Nachfrage, insbesondere in Anbetracht der Einreisesperren in den USA und auch Thailand. Wenn diese aufgehoben wird, könnte Austrian Airlines aber neu planen.

Austrian Airlines fliegt wieder | Neustart war erfolgreicher als erwartet | Frankfurtflyer Kommentar

Der Neustart der Austrian Airlines war erst einmal ein Erfolg, allerdings ist dies noch lange keine Aussage darüber, ob dies auch so weiter geht. Nachdem es in den letzten Monaten fast nur negative Nachrichten gab, herrscht nun bei den Airlines eine gewisse Aufbruchsstimmung.

Abzuwarten bleibt, ob diese Aufbruchsstimmung auch bei den Passagieren herrscht und ob die Flüge auch gut gebucht werden, denn dies ist entscheidend dafür, wie schnell die Airlines nun hochfahren können. Denn bei aller Euphorie, dass es nun wieder los geht, die Luftfahrt befindet sich gerade in einer noch nie dagewesenen Krise und wie sich diese nun noch entwickeln wird ist völlig offen.

6 Kommentare

  1. Na, dann hoffen wir einmal das Beste und wenn nötig, eine ähnlich harte Hand wie seitens der amerikanischen Fluggesellschaften gegenüber uneinsichtigen Fluggästen.
    Die Masken sind jetzt sicher kein Highlight, aber allemal besser als am Boden stehende Flugzeuge ohne Maske (und die daran hängenden Fluggäste…).

    • Und absolut unnötig. 50% der Gäste werden keinen Flieger betreten solange sie eine Maske tragen müssen. Insb in first und Business. Aber zum Glück wird diese Pflicht nun bald sehr schnell aufgehoben

        • NRW-Laschet wird ab 1. July die Maskenpflicht aufheben, die anderen Bundeslaender dann innerhalb der folgenden Wochen. Soeder Markus in Bayern wahrscheinlich als letztes.

          Die Bundesregierung hat im Uebrigen nicht viel zu melden, im foederalen Systems Deutschlands liegt die Entscheidungskompetenz fuer diese Massnahmen bei den Laendern.

          • Liegt die Entscheidungskompetenz über die Maskenpflicht in Flugzeugen, welche (u.a.) Kreuz und quer in Deutschland fliegen bei den Ländern? Darf ich dann je nach dem, über welchem Bundesland ich fliege, die Maske während des Fluges abnehmen? Wie verhält sich das bei einem internationalen Flug? Ist da immer die Regierung des Abflugflighafens zuständig?

  2. Punkt 1: die Aussage „Passagiere können ungehindert innerhalb der EU reisen“ ist falsch. Fúr Spanien gilt dies zum Beispiel nicht (zumindest bis zum 21. Juni, vielleicht sogar bis 1. Juli). Ausserdem habe einige Länder Beschränkungen für Reisende von Flughäfen die auf der „EASA Liste“ stehen.
    Punkt 2: die Lufthansa zum Beispiel hat das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes in den allgemeinen Beförderungsbedingungen verankert. Das heisst, das lokale oder nationale Regeln hier icht zur Anwendung kommen.

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