Berlin-Tegel wird Mitte Juni 2020 schließen

Foto: Lufthansa

Bereits vor einigen Tagen haben wir Euch von den Berliner Plänen, den zentralen Hauptstadtflughafen in Tegel vorzeitig zu schließen, hier berichtet. Dieser sollte eigentlich erst zur diesmal vermutlich wirklich realistischen BER-Eröffnung im Oktober 2020 geschlossen werden, angesichts der Corona-Pandemie und dem damit verbundenen massiven Passagierrückgang wurden diese Pläne nun aber vorgezogen.

Comeback höchst unwahrscheinlich

Zwar wird die Schließung zunächst als nur temporär für zwei Monate (also bis Mitte August 2020) offiziell kommuniziert, dennoch ist eine Wiederinbetriebnahme eher unwahrscheinlich. Die vorgezogene Außerbetriebnahme von Berlin-Tegel wurde schon seit einigen Wochen intensiv thematisiert, allerdings durch den Bund ausgebremst, da sich auch der Sitz der Fliegerbereitschaft der Bundesregierung gegenüber des markanten Terminalgebäudes befindet. Für diese stand bisweilen keine Alternative bereit, denn am BER war das Regierungsterminal noch nicht fertig eingerichtet.

Da man nun aber die notwendige Infrastruktur für den stark zurückgegangenen zivilen Luftverkehr sowie die Flüge der Bundesregierung am neuen BER bzw. derzeitigen Flughafen Schönefeld vorzeitig aufbauen konnte, ist ein Umzug der verbleibenden Flüge in den Südosten der Stadt nun problemlos möglich. Auch aus Kostensicht wird dieser Umzug nach und die damit verbundene Konzentration auf den Flughafen Schönefeld seit Wochen durch die Flughafengesellschaft und auch seitens einiger Politiker befürwortet. Seitens der Lufthansa gab es zudem die Aussage, dass ein erneuter (temporärer) Umzug „zurück“ nach Tegel nicht erwünscht sei, was eine Wiedereröffnung für die Übergangszeit von August bis Oktober 2020 noch unwahrscheinlicher erscheinen lässt.

Berlin-Tegel wird Mitte Juni 2020 schließen | Frankfurtflyer Kommentar

Keine Frage, der Flughafen Berlin-Tegel war (vor der Corona-Krise) meist völlig überlaufen und auch massiv renovierungsbedürftig. Wenig verwunderlich, denn der Flughafen wurde niemals für eine derartig hohe Kapazität ausgelegt, wie sie in unserer heutigen Welt nötig wäre. Dennoch konnte mich der TXL stets durch seine zentrale Lage, nicht weit vom Berliner Stadtzentrum, und auch durch seinen dennoch erhalten gebliebenen eigenen Charakter überzeugen. Da sich auch die Berliner Bürger in einer Abstimmung gegen eine Schließung des Flughafens und dementsprechend für einen Weiterbetrieb ausgesprochen haben, bedauere ich diese nun getroffene Entscheidung (auch wenn diese aus Kostengründen nachvollziehbar scheint).

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5 Kommentare

  1. Drei Jahre in der Hauptstadt gewohnt und fast wöchentlich in Tegel abgehoben oder dort gelandet… Es hatte seine Eigenheiten, wie vieles in Berlin.
    Abfliegen war für mich immer ein bisschen Herzklopfen, ob man es rechtzeitig durch die Sicherheitskontrolle schafft… insbesondere Freitags, wenn je ein A321 nach München und Frankfurt aus dem gleichen Abflugraum gingen.
    Die Lounge war kein Highlight, aber zum Banane und Brezel schnappen sehr sehr gut geeignet (;
    Mit der AirBerlin-Insolvenz wurde es in Abflug D und A deutlich entspannter.. Joon/AF zog von D nach A und machte den Abflugbereich für Eurowings echt komfortabel. Easyjet beschränkte sich ja auf Abflug C.
    Ein Eurowings-Review mit Abflug Berlin habe ich hierzu als Gastautor verfasst 🙂

    Werde Tegel vermissen, insbesondere da ich ein Abschiedsflug nach Tegel mit Rückflug ab BER zum Schließungswochenende gebucht hab..

    • Das Herzklopfen an der Kontrollspur kennen viele 🙂

      Dafür daß der TXL nur für einen Bruchteil der letzten Passagiermassen ausgelegt war…hätte es wesentlich schlimmer sein können.

    • Tegel werde ich vermissen! So nah am Zentrum…äähh…welches jetzt? Kenne weltweit KEINE Stadt mit 2 Stadtzentren: Ku’damm ODER Friedrichstrasse/Unter den Linden (wenn U55 und U5 durchģehend fertig gebaut).
      Ab TXL stets Ticket mit PAN AM via ZRH nach SZG gekauft, beides war tarifarisch preisgleich, da die MpM passten und ZRH war der HIP;
      also bloss BER – ZRH bezahlt . Flug bis SZG mit AUA DC 9 quasi „gratis“ innert 12 Monaten absolviert.
      Die DDR meinte zwar, das ginge jetzt aber grad gar nicht, direkte Flüge BER (West)-ZRH und hat auf politischer Ebene zum Glück erfolglos interveniert.
      Übrigens: Während der Leipziger Messe flog Interflug regelmässig nach ZRH, und einige Male konnte die Maschine nicht zurückfliegen, weil die Piloten oder Teile der Crew es vorzogen, dem Arbeiter- und Bauernstaat auf Nimmerwiedersehn zu sagen. So eine Gelegenheit konnte man sich doch auf keinen Fall entgehen lassen, flogen sie doch hauptsächlich in ihre „Bruderstaaten“ !!
      Nochmals: Werde Tegel vermissen, auch wenn’s eng geworden ist.

  2. Nur wäre es, wenn es rein um die Kosten ginge, sinnvoller SXF zu schließen und nicht TXL. Allein schon wegen der Einrichtungen der Airlines. Da wird der Flugverkehr wieder hochgefahren und dann nach SXF? Das ist eine rein politische Maßnahme, weil man so fein raus ist. Man weiß ja, dass das alles eigentlich nicht ganz sauber ist, was man da macht. Aber unter dem Deckmantel der Krise geht es halt plötzlich.

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