Boeing CEO gesteht Fehler bei der Boeing 737MAX ein und rechnet nicht mit einer schnellen Wiederzulassung

Die Boeing 737MAX ist nun seit über zwei Monaten mit einem weltweiten Flugverbot belegt und eigentlich sprach man davon, dass das Flugzeug sehr bald wieder fliegen darf. Inzwischen zeichnet sich allerdings ab, dass umfangreiche Veränderungen an der Boeing 737MAX vorgenommen werden müssen und dass daher das Grounding noch andauern wird.

Inzwischen hat der Boeing CEO, Dennis Muilenburg, dem US Sender CBS ein Interview gegeben, in welchem er nicht nur Fehler bei der Boeing 737MAX eingesteht und sich dafür entschuldigt, sondern auch sagt, dass das Grounding wohl noch eine ganze Weile andauern wird. Er hoffe allerdings, dass man bis zum Ende des Jahres wieder die Zulassung für die Boeing 737MAX erhalten würde. Von Anfang August oder gar schon Mitte Juni ist zumindest bei Boeing inzwischen keine Rede mehr.

Boeing CEO gesteht Fehler beim MCAS ein

Im Anbetracht der Situation und auch der möglichen Klagewelle im Bezug auf die Boeing 737MAX, welche Boeing Milliarden kosten könnte, war die Wortwahl des Boeing CEO sehr deutlich und er gesteht unmissverständlich Fehler ein.

„Die Implementierung dieser Software (MCAS) haben wir nicht richtig gemacht!“

Damit erklärt der Boeing CEO erstmals, dass man mindestens eine Mitschuld an den beiden verunglückten Boeing 737MAX hat, welche über 340 Menschenleben gekostet haben. Boeing hatte die Piloten der Boeing 737MAX nicht über den Einsatz der Steuerungssofware MCAS informiert und auch darauf verzichtet, eine Warnanzeige im Cockpit zu installieren, welche darüber informiert, wenn das MCAS aktiv ist.

Auch habe Boeing seit 13 Monaten von möglichen Fehlfunktionen gewusst und dennoch nicht die FAA über die Probleme informiert, weshalb nun auch strafrechtlich gegen Boeing ermittelt wird. Auch dieses Fehlverhalten leugnet der Boeing CEO nicht und spricht davon, dass „die Kommunikation in dieser Sache nicht so gewesen sei wie sie hätte sein sollen“.

Boeing CEO gesteht Fehler bei der Boeing 737MAX ein und rechnet nicht mit einer schnellen Wiederzulassung | Frankfurtflyer Kommentar

Es ist wohl klar, dass die Veränderungen an der Boeing 737MAX deutlich umfangreicher als ursprünglich gedacht ausfallen müssen und daher rechnet man auch bei Boeing inzwischen nicht mehr mit einer schnellen Aufhebung des Groundings.

Inzwischen muss Boeing vor allem mit den Imageschaden kämpfen, denn auch wenn die Boeing 737MAX wieder fliegen darf, muss man auch die Passagiere wieder davon überzeugen, dass das Flugzeug sicher ist.

Das Mittel der Wahl scheint nun Offenheit und Ehrlichkeit zu sein, auch dass man Fehler gemacht hat. Ich halte dies für die einzig richtige Herangehensweise, auch wenn es für Boeing sehr teuer werden könnte.

Danke: aeroTelegraph 

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2 Kommentare

  1. Scheint es wohl doch schwieriger zu sein, die Behörden davon zu überzeugen, dass das Flugzeug jetzt sicher ist. Heißt für mich aber auch, dass ich für September ruhig Tuifly buchen kann, ohne Risiko, plötzlich in einer MAX zu sitzen

  2. Die größeren und schwereren Triebwerke der Boeing 737 MAX sind, um keine Bodenberührung zu haben, um Einiges nach vorne versetzt worden. Der Schwerpunkt wurde damit erheblich nach vorne verlegt, das Flugzeug ist dadurch zu vorderlastig! Das kann jeder auf einem Foto sofort sehen…GEFAHR!!!! Bleierne Ente…mit der Software soll das Problem wohl überwunden werden? Alles nur Lügen vom Management? Ich werde damit niemals fliegen….soll Boeing doch damit die eigenen Topmanager transportieren lassen…zu geizig und geldgierig, ein neues Flugzeug für die erheblich gestiegene Passagierzahl und weitere Strecken zu konzipieren…deshalb mußten viele Menschen sterben!

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