Corona beschleunigt Konsolidierung | Flybe stellt den Betrieb ein

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Das Corona-Virus kann für finanziell angeschlagene Fluggesellschaften tödlich werden. Die Buchungsrückgänge sind weltweit drastisch, der Umsatzeinbruch hat die erste Airline in die Insolvenz getrieben. Die britische Flybe hat am 4. März den letzten Flug durchgeführt und mit sofortiger Wirkung den Betrieb eingestellt.

Flybe stellt den Betrieb ein | Schon die vierte Airline-Pleite für UK

Über Großbritannien rollt eine regelrechte Pleitewelle. Das Ende der Flybe ist bereits die vierte Insolvenz innerhalb von nur drei Jahren. Erst im September bedeutete das Aus des Reiseveranstalters Thomas Cook gleichzeitig das Ende für die gleichnamige Fluggesellschaft. Davor musste der Regionalflieger BMI den Betrieb einstellen, die kleine Airline war u.a. auch für Lufthansa unterwegs.

Mit Monarch hat es 2017 einen großen Ferienflieger getroffen. Über 100.000 Passagiere verloren damals über Nacht Ihre Rückflüge und strandeten an den Urlaubszielen. Die Gesellschaft hatte über 30 Maschinen in Ihrer Flotte und ähnlich viele Bestellungen offen.

Flybe ging es finanziell nicht gut. Dabei war die Airline abseits von London im Inland noch stärker tätig als British Airways. Die Insolvenz trifft nun 2.400 Mitarbeiter und neben dem Sitz in Exeter auch viele Regionalflughäfen wie Birmingham und Southampton. Eigentlich hatte Flybe in der Zukunft noch vieles vor. Virgin Atlantic hatte British Airways den Kampf angesagt und wollte mit der Hilfe von Flybe massiv wachsen. Dafür sollten größere Maschinen angeschafft werden und als Zubringer für die Virgin-Langstrecken dienen.

Viele weitere Gesellschaften wie KLM, Etihad, Singapore Airlines und Finnair hatten Codeshare-Abkommen mit Flybe. Die Airline war auch in Deutschland tätig und unterhielt in Düsseldorf sogar eine eigene Basis.

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Flybe stellt den Betrieb ein | Frankfurtflyer Kommentar

So schnell kann es gehen! Das Corona-Virus beeinflusst das Reiseverhalten weltweit. Fluggesellschaften kämpfen noch mehr mit Überkapazitäten, die No-Show Raten sind immens. Täglich kommen neue Einreisebestimmungen dazu, die Angst hält viele Passagiere Zuhause.

Während große Konzerne Sparprogramme fahren, kämpfen die kleinen ums Überleben. Frequenzen werden gestrichen, Flugzeuge sind abgestellt, Mitarbeitern wird unbezahlter Urlaub angeboten und Neueinstellungen sind verschoben. Doch was wenn solche Massnahmen nicht reichen oder gar das Aus bedeuten? Am Ende wird es noch weitere Verlierer wie die Flybe geben. Die Großen haben einen Konkurrenten verloren und können künftig mehr von dem Kuchen unter sich aufteilen.

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