Delta und Air France wollen bei Alitalia einsteigen

Das Tauziehen um Alitalia nimmt kein Ende. Nach neusten Berichten ist eine Übernahme durch Delta und Air France/KLM eine realistische Option. Delta Airlines ist bereits seit 2017 an Air France KLM beteiligt, nun möchte man gemeinsam mit den europäischen Partnern bis zu 40 Prozent der italienischen Nationalairline übernehmen. Deltas Ziel ist es, die eigene Position auf den Nordatlantikrouten zu stärken. Air France KLM stärkt zudem die eigene Position gegenüber der Lufthansa-Gruppe, denn die Deutschen hatten bereits ein Angebot für Alitalia abgegeben.

Delta und Air France wollen bei Alitalia einsteigen – Geschichte und Gerüchte zur Übernahme

Bereits vor einem guten Jahr hat die Lufthansa ein Angebot für Alitalia abgegeben. Dies beinhaltete eine komplette Restrukturierung der Airline und den Abbau von mehreren Tausend Stellen. Der italienische Staat möchte genau diese Restrukturierung vermeiden und den Stellenabbau minimal halten. Entsprechend kritisch wurde die Situation um Alitalia. Die Übernahme von Lufthansa war also fast schon zum Scheitern verurteilt. Es ging das Gerücht um, dass der italienische Staat 51 Prozent der maroden Alitalia übernehmen möchte um die Airline am Leben zu halten. Zwischendurch gab es auch mal Spekulationen, man würde einen chinesischen Investor bevorzugen und mit diesem bereits verhandeln. Auch Ryanair interessierte sich für Alitalia und war mit der Regierung in Gesprächen. Da das Geld knapp wurde, lieh die Regierung Alitalia weitere 900 Millionen Euro. Zuletzt wollte die italienische Bahn zusammen mit Easyjet bei Alitalia einsteigen. Nun geht das Drama um Alitalia in die nächste Runde.

Delta und Air France wollen bei Alitalia einsteigen – Übernahme von Delta und Air France

Laut der italienischen Zeitung „Il Sole“ verhandelt Delta mit Alitalia, Air France dagegen hört wohl  nur aufmerksam zu. Die Zeitung „24 ORE“ berichtet hingegen von einem möglichen Einstieg von Delta und Air France/KLM. Bis zu 40 Prozent der Aktien möchte man laut der Zeitschrift gemeinsam halten, zudem sollen die Italiener eine Milliarde Euro frisches Kapital erhalten.

Die italienische Eisenbahn soll weiterhin an Alitalia beteiligt bleiben (20-25 Prozent) und zwei weitere börsennotierte Unternehmen sollen zu den zukünftigen Aktionären gehören. Es ist also davon auszugehen, dass Alitalia mehrheitlich italienisch bleibt.

Der Businessplan von Delta sieht eine Reduktion der Flotte vor. So sollen zukünftige 110 statt 118 Flugzeuge betrieben werden. Dabei plant man mit 9.000-10.000 Mitarbeitern, derzeit sind es knapp 12.000.

Delta und Air France wollen bei Alitalia einsteigen – Frankfurtflyer Kommentar

Ob dies wirklich das letzte Kapitel im Drama um Alitalia war, kann man nicht sagen. Wir gehen aber eher nicht davon aus. Der italienische Stat möchte große Entlassungen vermeiden, allerdings wird es extrem kompliziert eine profitable Alitalia mit einem aufgeblähten Verwaltungsapparat zu erreichen. Für die Regierung scheint eine profitable Airline eine geringere Priorität zu haben, als das Vermeiden eines größeren Stellenabbaus. Lufthansa ist nach wie vor am italienischen Markt interessiert, allerdings nimmt man das lieber in die eigene Hand und investiert in die hauseigene Air Dolomiti.

Für Air France, KLM und Delta würde die Strategie auf jeden Fall passen. Man macht der Lufthansa nach, was bereits erfolgreich funktioniert. Man konzentriert sich auf mehrere Hubs in Europa und „füttert“ von dort die Langstrecken. Zudem sind alle Airlines Teil der Skyteam Allianz. Hier arbeitet man bereits enger zusammen. Ob das Angebot von Delta, Air France und KLM jedoch bei Alitalia auf offene Ohren stößt, ist fragwürdig. Am liebsten würde man dort alles so lassen wie es ist, das wird aber leider nicht mehr zu lange funktionieren. So schleppt man sich von einer zur nächsten Pleite und wird im Anschluss mal wieder vom Staat gerettet.

Das Vorgehen in Italien erinnert jedenfalls fast schon an eine Satire-Sendung. Es bleibt auf jeden Fall extrem spannend.

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