Der Flughafen von Hongkong war wegen Protesten zwei Tagen geschlossen

In Hongkong herrscht momentan der Ausnahmezustand und dieser hat inzwischen auch den Flugverkehr erreicht. Seit einigen Monaten gibt es in Hongkong mehr oder weniger friedliche Proteste gegen die Regierung in Peking und deren zunehmenden Einfluss auf die Sonderverwaltungszone Hongkong. Unter anderem sorgen sich die Einwohner von Hongkong darum, dass man ihr Recht auf freie Meinungsäußerung beschneiden könnte, wenn der Einfluss von China in Hongkong weiter wächst.

Die Demonstrationen in Hongkong, welche größtenteils nicht genehmigt sind, werden immer wieder durch randalierende, vermummte und gewalttätige Massen gestört und auch die Polizei in Hongkong ist inzwischen dazu übergegangen mit Reizgas die Ansammlungen bei Demonstrationen aufzulösen. Bis zu 600 Gasbomben pro Tag sollen in Hongkong pro Tag von der Polizei abgeschossen worden sein.

Die Demonstranten in Hongkong sind daher zu einer neuen Taktik übergegangen und man hat die Abflughalle des Flughafen von Hongkong mit friedlichen Demonstranten besetzt. Man begründete diesen Schritt bei den Protesten damit, dass der Flughafen der einzige Ort sei, an welchem die Polizei noch kein Reizgas eingesetzt hat und es vermutlich auch nicht machen wird.

Inzwischen war der Flughafen ganze zwei Tage geschlossen. Lufthansa und Swiss, sowie viele andere europäischen Airlines haben ihre Flügen nach Hongkong vorerst eingestellt, da es nicht möglich war dort zu landen.

Cathay Pacific darf nicht mehr mit protestierenden Crews nach oder über China fliegen

Seit drei Tagen gibt es auch für Cathay Pacific aufgrund der Proteste in Hongkong massive Beschränkungen. So darf die Airline nicht mit Piloten oder Flugbegleitern nach China fliegen, welche an Protesten teilgenommen haben. Zusätzlich verlangen die Behörden in Peking von Cathay Pacific, dass man vor dem Flug eine Liste der Crews von allen Flügen einreicht, welche über China fliegen. Aufgrund der Nähe von Hongkong zu China sind hier fast alle Flüge betroffen, wobei man teilweise Umwege fliegen kann.

China hat klar gemacht, dass Cathay Pacific nicht mehr nach und über China fliegen darf, wenn man den Anweisungen der Behörden nicht folgt.

Da die Proteste in Hongkong ein Massenphänomen besonders bei den jungen Einwohnern ist, kann man davon ausgehen, dass einige Cathay Pacific Mitarbeiter unter den Protestanten sind und waren. Cathay Pacific musste daher schon vor der Schließung des Flughafens eine Reihe von Flügen streichen.

Cathay Pacific hat ein Statement veröffentlicht, in welchem man beteuert, dass man allen Vorschriften der chinesischen Regierung Folge leisten wird und dass man nicht akzeptieren wird, wenn ein Crew Mitglied die Sicherheit der Flüge gefährdet.

Allerdings hat der Cathay Pacific CEO, Rupert Hogg hierzu ergänzend ein Statement abgegeben, dass „es ihm nicht im Traum einfallen würde seinen Mitarbeitern vorzuschreiben, was sie zu denken haben!“

Der Flughafen von Hongkong war wegen Protesten zwei Tagen geschlossen | Frankfurtflyer Kommentar

Wir beobachten die Situation in Hongkong mit großer Sorge, denn mit der Blockade des Flughafens war die Stadt mehr oder weniger von der Außenwelt abgeschnitten. Wir hoffen, dass Ihr nicht gerade in Hongkong festsitzt oder über Hongkong reisen wollt, denn aktuell ist die Situation vor Ort noch sehr unübersichtlich. Der Flugbetrieb wird langsam wieder aufgenommen und der Flughafen hat gegen die Demonstranten eine einstweilige Verfügung erwirkt. Hiermit sollen „Personen davon abgehalten werden, rechtswidrig und vorsätzlich die korrekte Nutzung des Flughafens zu behindern oder zu stören.“

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