Der seltsame Lufthansa 79 Stunden China Flug

Diverse Auflagen, Einschränkungen und regulatorische Nebenbedingungen machen es aktuell sicher nicht einfach einige Orte der Welt anzufliegen, was aber im Falle von China besonders anstrengend wird, denn die Regierung dort ist extrem strikt, welche Airlines wann und wie nach China fliegen dürfen. Dies hat auch zu einigen sehr obskuren Lufthansa Flügen geführt.

Über den 55 Stunden Umlauf einer Boeing 747-8 von Frankfurt nach Nanjing haben wir bereits vor einigen Monaten berichtet und den Flug gibt es so weiterhin, allerdings wird er jetzt mit einem Airbus A340-300 geflogen. Hier war vor allem beeindruckend, wie lange man die Flugzeuge am Boden stehen lässt, nur um eine Strecke bedienen zu können. Im Falle von LH 720/721 ist es aber noch einmal deutlich extremer, denn hier ist ein Lufthansa Airbus A340-300 über 79 Stunden mit nur einer Crew unterwegs, für welche man sonst weniger als 24 Stunden benötigt.

Bei den Flügen nach Shenyang und Peking kommen gleich zwei Einschränkungen der Regierung in China zusammen, denn Lufthansa darf je einmal die Woche Passagiere nach Shenyang von Frankfurt fliegen, aber nicht zurück und wiederum auch einmal pro Woche von Peking nach Frankfurt, aber wiederum nicht zurück.

Daher hat sich Lufthansa kurzerhand entschlossen die Flüge zusammenzulegen, wodurch man den Frankfurt Shenyang Flug und Peking Frankfurt Flug mit nur einer Crew fliegen kann. Dies hat auch den Vorteil, dass bei den geringen Frequenzen die Crews nicht bis zu einer Woche in China festsitzen, was aktuell unter den dortigen Quarantäneregeln auch für Besatzungen nicht vertretbar ist, zumal schon mehrfach Crews die Unterbringungen (welche Lufthansa nicht mehr frei wählen darf), angemahnt haben.

„Hotel wäre ein unpassender Begriff“ | Lufthansa Crew über Hotel in China schockiert

Im Detail fliegt der Lufthansa Airbus A340-300 und die Crew nun immer wie folgt:

  • Dienstag Abend um 21:50 Uhr Frankfurt Richtung Shenyang, wo man nach etwas weniger als zehn Stunden um 13:55 Uhr Ortszeit landet.
  • In Shenyang hat man etwa 31 Stunden Ruhezeit
  • Donnerstag Abend fliegt die Crew den Airbus A340-300 ohne Passagiere nach Peking, wo man nach knapp zwei Stunden um 22:50 Uhr landet
  • In Peking hat die Crew noch einmal 26 Stunden Ruhezeit vor Ort
  • In der Nacht von Freitag auf Samstag fliegt man dann von Peking nach Frankfurt zurück und die planmäßige Landung in Frankfurt ist Samstag Morgen um 5:25 Uhr nach knappen 11 Stunden Flugzeit.

Wieso macht solch ein Flug überhaupt Sinn?

Für Lufthansa ist nach wie vor der Markt in China sehr bedeutend, sei es weil ein es auch aktuell noch viel Nachfrage nach Flügen gibt, z.B. da BMW ein großes Werk in Shenyang hat oder aber auch vor allem durch Fracht. Die regulatorischen Vorschriften in China machen es der Airline aber alles andere als einfach. Zu normalen Zeiten würde man wohl kaum einen solchen Flug fliegen, denn schon alleine die extrem langen Bodenzeiten des Flugzeuges in China würden ihn unrentabel machen, getreu nach der Devise, ein Flugzeug verdient nur beim Fliegen Geld.

Die Corona Krise hat hier allerdings einiges geändert und man hat sowieso mehr Flugzeuge, als man sinnvoll einsetzen kann. Daher spielen lange Bodenzeiten kaum noch eine Rolle und vor allem die Möglichkeit überhaupt solch einen Flug anbieten zu können ist bedeutsamer, als die bestmögliche Nutzung des Flugzeuges.

Der seltsame Lufthansa 79 Stunden China Flug | Frankfurtflyer Kommentar

Es gibt wohl kaum ein Land, welches in der Corona Krise komplizierter ist für die Airlines, als China. Hier gibt es derartige Regulierungen, welche zu sehr seltsamen Umläufen führen. Sicherlich ist es aber sinnvoller solche Dreiecksflüge zu fliegen, als die Flugzeuge in eine Richtung komplett leer fliegen zu lassen, was auch einige Airlines machen.

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10 Kommentare

  1. das hat nichts mit AFD und NPD Hetzer zu tun! Ich erlebe es täglich wie China uns an der Nase rumführt! Ich war lange genug (die letzen 20 Jahre) begeistert von Land und Leute, dass ich das einschätzen kann….

    in 3-5 Jahren sprechen wir uns nochmals, Stefan!

    • Man kann ja über alles reden und sollte auch die Politik von China kritisieren dürfen, aber bei pauschalen, rassistischen Beschimpfungen, will ich das hier nicht stehen lassen und auch nicht haben. Daher habe ich das Kommentar auf welches du dich beziehst gelöscht.

      Nur als Hinweis, da das Kommentar von Jimmy sonst sehr aus dem Zusammenhang gerissen wirkt.

      LG
      Christoph

    • Sorry @ Jimmy, aber stumpfe Beschimpfung eines Volkes in der Art und Weise, indem man äußerliche Merkmale zur denunziert benutzt und ein Land und alle Menschen darin als Krankheit bezeichnet ist einfach nur dumme Hetzte. Man kann sich gerne kritisch mit der Politik auseinandersetzen, aber das war alles andere. Da brauch ich nicht in Jahren drüber zu reden.

  2. der Kollesche hier hat etwas übertrieben, aber Fakt ist eben auch, dass China ganz klar profitiert und im Moment sich (das authoritäre fundamentalistische System) klar als Sieger darstellt. Das darf man schon kritisieren!

    Beispiel: wenn ich mein chinesischer Projektleiter mitbekommt, dass ich einen Lieferanten in Europa anfrage, kommt sofort ein Anruf, weshalb nicht in China. Es ist offensichtlich, wie der Staat dort Einfluss nimmt auf allerlei Entscheidungen. Vermutlich muss der Projektleiter an eine Regierungsmitarbeiter berichten?

    K-Messe 2019: Hotelpreise im Umkreis um Düsseldorf bis zu 1500€/Nacht in Hotels die normalerweise 100€ verlangen. Sehr sehr viele Gäste aus China. Meine Theorie: die Preise steigen dann, wenn der Preis keine Rolle spielt weil ein anderer bezahlt. Früher wohnten die Asiaten in Ferienwohnungen, weil sie es selber bezahlen mussten, jetzt bezahlen sie 1500€ – weil der Staat es bezahlt.

    Es gibt noch mehr Beispiele!

    • Es geht und ging nie darum, dass du oder sonst wer China und deren Politik nicht kritisieren darf, das wurde mehr als deutlich geschrieben, ABER rassistische und Menschen verachtende Äußerungen muss man auch nicht stehen lassen.

      Bzgl. dem was du über China schreibst, entnehme ich keine fundamentale Kritik an dem politisch System, sondern eher, eine Neiddebatte, dass dir der wirtschaftliche Aufschwung Chinas in den letzten Jahren nicht gefällt. Das hatte ich für generell die absolut falsche Debatte und will sie auch überhaupt nicht führen.

      Nur dass man auch in anderen Teilen der Welt gerne sieht, wenn man bei sich zuhause bestellt, das findet man sogar in Europa oder dem Kapitalistischen USA. Das Angebot und Nachfrage Hotelpreise bestimmt, sollte aber inzwischen auch klar sein ;).

    • Wenn du das synomarxistische System als autoritär und Überwachung kritisiert und sagst der Staat nimmt sich die Kontrolle überall heraus, ist das ein Punkt, da kann ich gerne diskutieren und bin da in der kritischen Auffassung auch dabei. Aber was der „Kollesche“ vorher geschrieben hatte, hatte mit Kritik o.ä. rein gar nichts zu tun. Das war einfach nur Hass rauslassen. Aber ist der Reiseblog vielleicht auch nicht der Ort und das Medium, dass hier fortzusetzen.

  3. @Christoph: der Aufschwung von China wird gnadenlos von Regierungseite gesteuert durch unlautereren Wettbewerb: Lieferant bietet an, ungefähr auf gleichem Niveau wie Osteuropa. Verhandeln heisst dasnn dass der innerhalb von Stunden 50% günstiger kann. Ich wette, dass die Kommunikation beim „Amt“ eingereicht wird und die Differenz zum ersten Angebotspreis vom Staat erstattet wird. Hauptsache Auftrag bekommen!

    Die Messehotelraten und deren Zustandekommen soll nur zeigen, dass auch hier die chinesische Staat massiv eingreift um sein heimische Wirtschaft zu stärken. Das sage nicht ich sondern auch vermehrt Politiker aus alles Reihen!

    Wieso Neid? Der chinesische Staat verkauft sein System als das bessere, weil dort bereits wieder Messen und Geschäftsreisen stattfinden (können). Ich seher aber überhaupt kein besseres System und bedauer zutiefst dass die SAR Hongkong 2020 praktisch komplett annektiert wurde!

  4. Leider ist unter der Rubrik „how can we make more money“ alles erlaubt und das gilt auch für Deutschland. Ich kann nicht vergessen wie sich ein BMW Manager bei Herrn Trump Bonuspunkte sammeln wollte mit dem Angebot “ Wir bauen dann eine Fabrik bei Ihnen“ Demokratie, Menschenrechte und Business Ethics sind nicht mehr vorhanden.

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