EasyJet muss 5.000 Stellen streichen

Gerade die Billigflieger haben lange der Krise getrotzt und immer betont, dass sie deutlich weniger von der Krise betroffen sein werden, als die Netzwerkairlines mit ihren komplizierten Streckennetz und den vielen Langstrecken. Nachdem die Coronakrise die Luftfahrt aber auch in Europa nicht nur für einige Wochen eingebremst hat, muss nun auch EasyJet reagieren und man wird etwa 30% der Belegschaft entlassen müssen.

Grundsätzlich haben Billigflieger wie EasyJet, Ryanair und Wizzair den großen Vorteil einer schmalen Kostenstruktur, welche auch jetzt in der Krise sehr hilfreich ist. So betreibt EasyJet die etwa 300 Flugzeuge große Flotte mit nur 15.000 Mitarbeitern und dennoch wird man in der Zukunft deutlich sparen müssen, weshalb man „in Kürze eine Mitarbeiterkonsultation zu Vorschlägen für einen Personalabbau“ einleiten wolle.

Dabei sollen etwa 30 Prozent der Angestellten die Firma verlassen, was etwa 5.000 Arbeitsplätzen entspricht. Zusätzlich will EasyJet die Flotte um 51 Flugzeuge verkleinern und insbesondere neue Flugzeuge, welche bei Airbus bestellt sind, später abnehmen.

Aber man wird auch bei allen anderen Kostenfaktoren sparen müssen und man spricht hier ganz klar auch vom Management und allen Partnern, auf welche man zugehen würde um günstigere Konditionen zu verhandeln, zum Beispiel bei der Bodenabfertigung. Auch das Schließen von ganzen Basen steht im Raum. Aktuell betreibt EasyJet insgesamt acht Basen in ganz Europa, darunter auch eine Basis in Berlin und Wien, welche nach der Air Berlin Pleite entstanden sind.

EasyJet Airbus A319 in Berlin

Krise trifft Billigflieger härter als erwartet

Zu Beginn der Krise gingen viele Billigflieger davon aus, dass sie die Krise bei weitem nicht so hart treffen wird wie die großen traditionellen Airlines, da das Geschäft der Billigflieger vor allem auf die Kurzstrecken in Europa ausgelegt ist. Während man sich sicher war, dass man auf Langstreckenflügen noch über Monate hinweg mit Reisebeschränkungen zu schaffen hätte, war man recht zuversichtlich, dass man in Europa binnen wenigen Wochen wieder zum Normalbetrieb finden würde.

Die Realität sieht leider anders aus und auch EasyJet geht davon aus, dass man in den Sommermonaten nur etwa 30% des normalen Flugaufkommens haben wird. Dies trifft die Airlines natürlich extrem, denn gerade die Monate Juni bis September sind gewöhnlich die wichtigsten Monate für Airlines überhaupt, denn hier wird der meiste Umsatz und Gewinn gemacht.

EasyJet muss 5.000 Stellen streichen | Frankfurtflyer Kommentar

Airlines auf der ganzen Welt müssen momentan bluten, denn ihnen wurde quasi über Nacht das gesamte Geschäft entzogen. Auch günstige Anbieter wie EasyJet sind hier nicht immun und müssen nun drastische Einschnitte vornehmen. Hoffen wir nur, dass sich die Branche schnell erholt, sodass möglichst viele der Angestellten auch wieder zurück kommen können.

Aktuell rechnet man leider damit, dass es bis 2023 dauern wird, bis wir eine vollständige Erholung in der Branche sehen werden.

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3 Kommentare

  1. Wenn alle Airlines Ihre Bestellungen zurückstellen, dann können Boeing und Airbus bis Weihnachten Werksferien machen

    • Nicht nur bis Weihnachten… Auf die Flugzeugbauer kommen jetzt auch nicht ganz einfache Jahre zu. Man hofft ja, dass Die Airlines ältere Flieger früher verschrotten und dafür neue Kaufen, aber dafür muss auch Geld in den Kassen sein.

    • Wobei ich Easyjet richtig loben muss.
      Habe eine nette email bekommen, meinen für Ende Juni geplanten Kurztrip MUC-TXL in einen beliebigen One-Way-Flug in Europa umwandeln zu können.
      Kein Bedarf, aber allein das Angebot ist richtig großzügig.

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