easyJet streicht innerdeutsche Routen | Kahlschlag in Berlin

Foto: easyJet

Eine schockierende Nachricht erreicht uns diese Woche aus Berlin. Der Lowcoster easyJet wird sein Engagement an der einzigen Basis in Deutschland halbieren. In Berlin operiert easyJet von den Flughäfen in Tegel und Schönefeld.

Bereits zu Beginn der Krise war klar, dass auch Billigflieger die Folgen der Covid19-Pandemie zu spüren bekommen. Im März lag die Schätzung bei etwa 30% der Stellen die bei der britischen Fluggesellschaft wegfallen könnten. Nun ist klar, dass es in Berlin ein wesentlich größerer Umfang sein wird.

Etwa die Hälfte der Mitarbeiter und Flugzeuge betroffen

Zur Zeit beschäftigt easyJet in Berlin 1.540 Mitarbeiter und hat ursprünglich den kommenden Winterflugplan mit 34 Maschinen geplant. Der rbb berichtet, dass jetzt 16 Flugzeuge wegfallen sollen. Dies bringt gleichzeitig den Abbau von 738 Arbeitsplätzen mit sich.

Das Marktumfeld war schon vor der Krise schwierig, das Publikum preissensibel und die Konkurrenz groß. Dabei ist easyJet der mit Abstand größte Anbieter an den beiden Airports der Hauptstadt. Gleichzeitig ist Berlin die größte Basis außerhalb des Kernmarktes in dem vereinigten Königreich. Dies soll nach Managern des Billigfliegers und der Flughäfen auch nach der Schrumpfkur so bleiben.

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Erst in dieser Woche hat easyJet den Betrieb in Berlin nach monatelanger Pause wieder aufgenommen. Zeitgleich erfolgte die Information über das künftige Vorgehen an die Belegschaft. Gespräche mit der Personalvertretung seien bereits angelaufen. Diese ist – genauso wie die Mitarbeiter selbst – von dem Ausmaß überrascht und schockiert.

Innerdeutsche Verbindungen werden gestrichen

Der Kahlschlag wird auch Konsequenzen für das Streckennetz haben. Berlin ist und bleibt zwar von enormer Bedeutung für die Airline, man werde sich aber mehr auf die profitablen Strecken konzentrieren müssen. Das sind Metropolen im europäischen Ausland und Urlaubsziele.

Folglich bedeutet dies die Streichung einiger Routen. Das sind zunächst alle innerdeutschen Verbindungen, die man eigentlich im September wieder aufnehmen wollte. In den vergangenen Jahren wurden u. a. Düsseldorf, Frankfurt, Sylt, Stuttgart, Köln und München angeflogen.

easyJet streicht innerdeutsche Routen | Frankfurtflyer Kommentar

Was für ein herber Verlust für die Berliner Mitarbeiter, Kunden und Flughäfen. Die radikale Maßnahme scheint für easyJet unausweichlich, Verdi hält den Schritt für verfrüht. Doch für den Lowcoster scheint das nur ein Anfang, man prüft gerade das Geschäft in Großbritannien. Dort stehen einige Basen wie London-Stansted, Southend und Newcastle auf der Kippe.

Für den innerdeutschen Verkehr bricht damit ein weiteres Angebot weg. Erst 2017 hatte easyJet alte Slots der insolventen Air Berlin übernommen und auf Berlin-Strecken eine Alternative für den Kranich geschaffen.

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3 Kommentare

  1. Berlin ist und bleibt halt nur eine moechtegern-Alpha City die eigentlich eine Gamma-City ist.
    Das (wahrscheinlich durch den massiven Drogenkonsum verzerrte) Selbstbild ist Champions League, die bittere Realitaet ist Hinterland-Bauernliga.

    Sieht man auch wunderbar daran, dass in ALLEN anderen relevanten Staaten die Hauptstadt ein hoeheres BIP pro Kopf hat als der staatliche Durchschnitt, einzig Berlin hat ein signifikant geringeres BIP pro Kopf als der Rest Deutschlands.

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