England verbietet die Einreise aus insgesamt 35 Ländern und hat drastische Regeln für Rückkehrer

Das Vereinigte Königreich hat gerade die der Länder der „Red List“ um Qatar, Äthiopien und den Oman erweitert, womit nun 35 Länder auf dieser Liste stehen. Während wir hier in Deutschland vor allem über die „Britische Mutante“ diskutieren und diese gerne für alle Probleme im aktuellen Verlauf der Pandemie verantwortlich machen wollen, verbietet man in England aktuell die Einreise aus 35 Ländern, genau mit der selben Begründung, dass man Sorge vor hohen Ansteckungsraten und möglichen Mutationen hat.

Während auch viele Länder in der EU, wie auch Deutschland, nach wie vor ein Einreiseverbot für Passagiere aus mehreren Ländern (unter anderem England) haben, geht das Vereinigte Königreich hier einen noch drastischere Weg, welchen ich durchaus bemerkenswert finde.

So dürfen Passagiere, welche sich in den letzten zehn Tagen in Ländern der „Red List“ aufgehalten haben nicht mehr in das Vereinigte Königreich einreisen oder einen Transit vornehmen. Lediglich Staatsbürger des Vereinigten Königreiches und Irland, sowie Ausländer, welche über einen Wohnsitz im UK verfügen dürfen noch einreisen, allerdings sind die hiermit verbundenen Auflagen durchaus drastisch.

Auf der UK Red List befinden sich aktuell 35 Länder:

  • Angola
  • Botswana
  • Burundi
  • Cape Verde
  • Democratic Republic of Congo
  • Eswatini
  • Ethiopia
  • Lesotho
  • Malawi
  • Mozambique
  • Namibia
  • Rwanda
  • Seychelles
  • Somalia
  • South Africa
  • Tanzania
  • Zambia
  • Zimbabwe
  • Argentina
  • Bolivia
  • Brazil
  • Chile
  • Colombia
  • Ecuador
  • French Guiana
  • Guyana
  • Panama
  • Paraguay
  • Peru
  • Suriname
  • Uruguay
  • Venezuela
  • Oman
  • Qatar
  • United Arab Emirates

Länder wie Portugal und Mauritius haben sich auch auf der Liste gefunden und wurden erst kürzlich entfernt.

Mit Ländern wie den Vereinigten Arabischen Emirates oder auch Südafrika hat man hier auch extrem beliebte Urlaubszeile aus der Red List, allerdings sind private Reisen in England aktuell sogar verboten, sodass sich diese Frage eigentlich nicht stellt. Wenn man aber bedenkt, wie viele Flüge zu normalen Zeiten zum Beispiel zwischen Dubai, Abu Dhabi, Doha, Johannesburg und Kapstadt nach England gehen, kann man sich die Ausmaße durchaus vorstellen.

Für alle, die dennoch aus Ländern der Red List in das Vereinigte Königreich zurückkehren, gilt eine strikte Quarantäne von zehn Tagen, welche nicht zuhause abgesessen werden darf und nicht verkürzt werden kann. Hiermit will man in England ganz offen die Reisen aus diesen Gebieten unterbinden.

So muss die Quarantäne für Rückkehrer aus Red List Gebieten in einem dafür vorgesehen Hotel abgehalten werden und wird hier streng überwacht. Die Kosten der 10-tägigen Quarantäne müssen die Reisenden selbst tragen und sie belaufen sich auf 1.750 GBP, also etwa 2.000 Euro. Hierin enthalten ist neben den Übernachtungen im Quarantäne Hotel auch der von den Behörden begleitete Transport vom Flughafen in das Hotel, Essen und Trinken für zehn Tage, sowie mehrere Corona Tests, welche man während der Quarantäne machen muss.

England verbietet die Einreise aus insgesamt 35 Ländern und hat drastische Regeln für Rückkehrer | Frankfurtflyer Kommentar

Ich finde es immer interessant zu sehen, wie unterschiedlich Länder mit einzelnen Dingen rund um die Corona Krise umgehen. Gerade bei England, welches wir hier lange in der Pandemie als Negativbeispiel gesehen haben, sind solche Herangehensweisen für den ein oder anderen eher unerwartet.

Interessant ist auch, dass man in England die aktuell sehr harten Maßnahmen in der Bevölkerung deutlich williger mitträgt, als es hier in Deutschland gerade der Fall ist. Dies liegt aber auch mit Sicherheit daran, dass man in England tatsächlich sehr schwere Phasen hinter sich bringen musste und auch eine Perspektive geboten bekommt, wann genau die aktuellen Maßnahmen auslaufen sollen.

Ich will mir nicht anmaßen, über die Richtigkeit oder Fehler in den verschiednen Strategien zu urteilen, denn wirklich bewerten kann man dies erst am Ende, allerdings finde ich dennoch die unterschiedlichen Herangehensweisen interessant.

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4 Kommentare

  1. Hoffentlich “ lernen “ unsere deutschen Behörden daraus.
    Bin schon sehr gespannt was für Regularien an den dt. FLUGHÄFEN erfolgen, wenn die vielen Mallorca Urlaubsrückkeher in ein paar Wochen zurück kommen!!

    • Wenn man nun an den Regelarien die Vereinbart worden sind schraubt, fände ich dies höchstgrasig bedenklich.

      Es gibt sogar vom RKI eine Studie, welche belegt, dass organisierte Reisen (also dass was auf Mallorca stattfindet) kaum einen Einfluss auf das Infektionsgeschehen in der Vergangenheit hatte. Warum sollte dies in der Zukunft nun anders sein und harte Maßnahmen rechtfertigen. Aus einer Theorie heraus geht das nicht, es muss ein eminentes Risiko vorzuweisen sein.

  2. Irgendwie seltsam. Als Außenstehender würde ich denken, dass die Impferei im Vereinigten Königreich so weit fortgeschritten ist, um jetzt nicht über Nacht derart hart umzusteuern.

    Natürlich kann man auch auf den Umkehrschluss spekulieren. Spekulieren wohlgemerkt, konkrete Zahlen kennen nur Insider. Die Spekulation: die Impfkampagne ist auf Sand gebaut. Sprich, einem einmalig rechtzeitig extern eingekauften Vorrat – egal ob nun aus Indien oder Belgien – im Vertrauen, die entgegen den Behauptungen noch nicht zuverlässig laufende inländische Produktion zwischenzeitlich auf Hochtouren zu bekommen.

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