Erste Eindrücke aus den Etihad First Class Apartments | Das ist Weltklasse!

Das Etihad First Class Apartment. Archivfoto: Frankfurtflyer.de

Es ist noch nicht lange her, da wurde Etihad Airways gerne als die beste Airline der Welt betitelt, was insbesondere an den First Class Apartments im Airbus A380 liegt. Etihad Airways war die erste Airline, welche im Airbus A380 First Class Suiten verbaut hat, welche so groß waren, dass man nur noch einen, statt der üblichen zwei Gänge verbaut hat. Ganz bescheiden nannte Etihad Airways diese Sitze dann auch nicht mehr First Class Suiten, sondern direkt First Class Apartments, womit man auf die enorme Größe hinweisen wollte.

In den letzten Jahren musste sich Etihad Airways allerdings nach mehreren Jahren von Milliarden Verlusten einem massiven Sparprogramm unterziehen, welches so umfangreich war, dass man sich sogar den 5. Stern weggespart hat.

Ich habe daher auf meinem Review Trip ganz gezielt die Etihad First Class und die Etihad First Class Apartments gebucht, da mich interessiert hat, wie man sich inzwischen mit dem top Produkt schlägt und ob man immer noch ganz vorne mitspielt.

Nachdem ich von meinem Flug in der „normalen“ Etihad First Class in der Boeing 777-300er noch nicht wirklich begeistert war, hat sich dies auf dem Flug in den Etihad First Class Apartments deutlich geändert. Dieser Flug war einfach weltklasse!

Erste Eindrücke aus den Etihad First Class Apartments | In der First Class Lounge wird gespart!

Die Etihad First Class Lounge in Abu Dhabi war bei ihrer Eröffnung eine der beeindruckendsten Lounges der Welt. Dies lag insbesondere an dem extrem umfangreichen Restaurant, in welchem ein Gourmet Menü serviert wurde, weltklasse Service mit unzähligen Angestellten in der Lounge und einem kostenlosen Spa.

Ich kannte die Etihad First Class Lounge von einigen Besuchen vor zwei Jahren, als man als air berlin Vielflieger mit topbonus Platinum Status die Lounge sogar mit einem Economy Class Ticket besuchen durfte. Damals hätte ich diese Lounge sofort auf eine Ebene mit den Lufthansa First Class Lounges oder auch der Swiss First Class Lounge gestellt.

Während die Etihad First Class Lounge in Abu Dhabi immer noch ein sehr angenehmer und vor allem ruhiger Ort zum Verweilen ist, war ich sehr überrascht, wie deutlich der Service zurückgefahren wurde.

So gab es in der Lounge spürbar weniger Personal als noch vor zwei Jahren und Service am Platz hat nur im Restaurant stattgefunden. Ich saß etwa 90 Minuten in der Lounge und wurde nicht einmal von einem Kellner gefragt ob ich etwas trinken will.

Ich habe kein Problem damit mir selbst etwas an der Bar zu holen (was nach der Bestellung auch vorbildlich an meinem Platz serviert wurde), nur kenne ich es aus dieser Lounge einfach noch anders.

Sehr überrascht war ich vom Restaurant. Hier gibt es nur noch eine einseitige Karte mit einigen Speisen. Vor zwei Jahren las sich die Speisekarte in der Etihad First Class Lounge noch wie in einem Gourmetrestaurant in einem 5 Sterne Hotel.

Heute kann die United Polaris Lounge in ihrem Angebot mithalten und dies ist bekanntlich die Business Class Lounge einer 3 Sterne Airline.

Alles in allem war ich von dem Besuch in der Etihad First Class Lounge ein wenig enttäuscht und hatte tatsächlich Bedenken ob Etihad wirklich noch den 5. Stern in der First Class verdient hat. Im Airbus A380 sollte sich dies aber schlagartig ändern!

Erste Eindrücke aus den Etihad First Class Apartments | Eine beeindruckende Kabine

Schon beim Betreten der Kabine des Airbus A380 war ich von dem First Class Apartments wirklich begeistert, denn diese sind wunderschön und extrem stilvoll gestaltet. Während ich bei der neuen Singapore Airlines Suite die Kabine mit nur einem Gang als wenig attraktiv empfunden habe, hat man es bei Etihad Airways mit Lichtinstallationen ganz offensichtlich geschafft eine sehr beeindruckende Kabine zu schaffen, welche beim Betreten tatsächlich einladender wirkt, als die von Singapore Airlines mit eine ähnlichen Konzept.

Aber auch die Suiten selbst waren einfach nur beeindruckend und haben mit über drei Quadratmeter wirklich viel Platz geboten.

Die Bilder werden dem Ganzen nicht wirklich gerecht, denn alleine der Sitz oder besser gesagt der Thron ist einfach nur riesig und deutlich größer als der First Class Sitz in der Boeing 777.

Einziger Nachteil dieses Sitzes ist vielleicht, dass man ihn nur sehr eingeschränkt zurücklehnen kann. Auf langen Tagflügen mag dies für den ein oder andere ein Thema sein, mich hat es allerdings nicht weiter gestört.

Nachdem der Flug von Abu Dhabi nach London Heathrow ein Nachtflug war, lag mein Augenmerk natürlich besonders auf dem Bett. Hier wird im Airbus A380 First Class Apartment bei Etihad einfach die Couch umgeklappt und hier das Bett gebaut.

Das Bett selbst war bequem und vor allem extrem lang, sodass hier wohl auch ein zwei Meter Mensch mehr als bequem schlafen kann. Etwas überrascht war ich allerdings davon, wie schmal das Bett doch war. Hier bieten andere Sitze mehr Breite und gerade bei der Größe der Suite hat man hier vielleicht doch etwas verschenkt. Ich schätze die Breite des Bettes auf unter 80 Zentimeter, allerdings jammere ich hier auf Weltklasseniveau.

Das Bett in den Etihad First Class Apartments ist gut, keine Frage! Allerdings ist man hier immer noch nicht auf dem Niveau eines richtigen Bettes und die Betten, welche Lufthansa und Swiss in der First Class bauen, stehen auch denen in der Etihad First Class in nichts nach, um nicht zu sagen, dass sie sogar etwas besser sind.

Erste Eindrücke aus den Etihad First Class Apartments | Eine fantastische Crew und spitzen Service

Das First Class Erlebnis steht und fällt mit der Crew und dem Soft Product, welches diese anbieten. Hier kann man natürlich Glück oder Pech haben, immerhin sind es auch nur Menschen die hier arbeiten – die Crew auf diesem Flug war einfach nur fantastisch.

Die Etihad First Class Apartments bieten hier auch exzellente Vorraussetzungen für einen guten Service, denn während man in der normalen Etihad First Class bei acht Sitzen einen Flugbegleiter und einen Koch hat, arbeiteten auf diesem Flug vier Personen in der First Class.

  • Zwei Flugbegleiter
  • Ein Koch
  • Ein Butler, welcher aber nur für die zwei Residenz Passagiere zuständig war

Während ich bei dem voran gegangenen Flug nicht ganz vom Catering überzeugt war, konnte man mich auf diesem Flug mehr als beeindrucken und der junge australische Koch hatte sichtlich Freude daran, die Passagiere in ihrer Menüauswahl zu beraten.

Fast schon etwas enttäuscht war man, als ich für nach dem Start nur den Kaviar bestellt habe und dies auch nur, da Etihad Airways diesen ausschließlich auf den Airbus A380 Flügen serviert.

Zum Frühstück konnte man mich dann allerdings doch überreden und hier hat der Koch aufgefahren, was er konnte. Neben frischem Rührei habe ich auch noch die Waffeln bestellt und beides hätte man so auch am Boden in einem Hotel als Frühstück servieren können.

Aber nicht nur der Koch, auch die anderen Flugbegleiter waren extrem motiviert und haben einen fantastischen Job gemacht. Schon alleine dass nie ein auch nur halb leeres Glas neben mir stand zeigt wie präsent man war und dies trotz des Nachtfluges.

Dabei hatte man auch immer Zeit für persönliche Worte und etwas Small Talk, was in der First Class einen großen Unterschied machen kann. Möglicherweise hat hier auch einfach geholfen, dass die Crew ausschließlich aus Australiern und Briten bestand und es so keine Sprachbarriere gab, jedoch strahlte man auch permanent Freude und Stolz bei der Arbeit aus.

Erste Eindrücke aus den Etihad First Class Apartments | Frankfurtflyer Kommentar

Etihad Airways und ich hatten in der First Class vielleicht einen schlechten Start, aber mit diesem Flug hat man mich nachhaltig beeindruckt und sehr deutlich gezeigt, dass man es noch kann. Etihad Airways kann in der First Class absolut noch vorne mitspielen und ich war schon etwas traurig, dass mein Flug von Abu Dhabi nach London ein kurzer Nachtflug mit nur sieben Stunden war.

Die Etihad First Class in den Airbus A380 Apartments ist einfach ein fantastisches Erlebnis und ich bin schon jetzt am Überlegen, wie man hier einen deutlich längeren Flug buchen kann. Im Idealfall sogar eine lange Verbindung, z.B. von New York über Abu Dhabi nach Sydney. Hier muss nur die Verfügbarkeit an Prämienflügen mitspielen.

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