Etihad Airways storniert vermutlich einen Großteil der Flugzeugbestellungen

Die Etihad Airways Flotte besteht aktuell aus etwas über 110 Flugzeugen und man hat insgesamt 164 Flugzeugbestellungen in den Orderbüchern von Airbus und Boeing stehen. Diese stammen noch aus Zeiten, in denen der schnelle Wachstum der Airline aus Abu Dhabi im Vordergrund stand. Nach Milliardenverlusten scheint die einzige Strategie von Etihad allerdings das Sparen zu sein und dies wird vermutlich auch Airbus und Boeing hart treffen, denn Etihad Airways storniert vermutlich einen Großteil der Flugzeugbestellungen. So geht es zumindest aus diversen Medienberichten hervor.

Die erste Meldung von Reuters, welche Mitte Juni noch für wenig Aufmerksamkeit sorgte war, dass Etihad mit Boeing über die Stornierung von insgesamt 25 Boeing 777 Jets der neusten Generation reden würde. Genauer handelt es sich hierbei um 17 Boeing 777-9X und 8 Boeing 777-8X. Diese wird Etihad wahrscheinlich nie übernehmen.

Nun wird vermutlich auch Airbus bald eine milliardenschwere Stornierung von Etihad erhalten, wie Alex Macheras berichtet. Dieser ist im Allgemeinen sehr gut über die Geschehnisse in der Branche informiert.

Genauer geht es um den größten Teil, wenn nicht alle der 62 bestellten Airbus A350. Etihad hat die Auslieferung der Flugzeuge schon mehrfach verschoben und auch das Trainingsprogramm für die Piloten bis auf weiteres auf Eis gelegt.

Unklar ist aktuell, was mit den verbleibenden immerhin über 50 Boeing 787 Dreamliner Bestellungen passieren wird. Die Boeing 787-8 und 787-9 hat Etihad bereits in der Flotte, allerdings stehen auch noch 30 Bestellungen für die größere Boeing 787-10 aus.

Etihad möchte einen großen Teil der Boeing 787 Bestellungen wohl auch abnehmen und sucht aktuell nach Finanzierungsmöglichkeiten. Hierfür sei bei Banken in Abu Dhabi eine Kreditanfrage von über 1 Milliarde US$ eingegangen.

Etihad Airways storniert vermutlich einen Großteil der Flugzeugbestellungen | Frankfurtflyer Kommentar

Eigentlich ist es nicht wirklich überraschend, dass Etihad einen großen Teil ihrer bestellten Flugzeuge nicht abnehmen wird. Die Airline hat in den letzten zwei Jahren einen Verlust von fast 3,5 Milliarden Dollar eingeflogen, insbesondere nachdem die teueren Investments in Air Berlin und Alitalia katastrophal zu Ende gegangen sind.

Der Kurs bei Etihad steht ganz klar auf schrumpfen. So entledigt man sich aktuell dem weltweiten Lounge Netzwerk, verleiht Piloten an Emirates oder bietet diesen an ein Jahr unbezahlten Urlaub zu nehmen. Bei den Bemühungen Personalkosten zu sparen, wurden in den letzten 24 Monaten allerdings auch 4.125 Angestellte von Etihad entlassen oder unbezahlt freigestellt.

Eigentlich ist es sehr schade, was aktuell mit einer einst tollen Airline passiert.

Danke auch an aero.de

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4 Kommentare

    • Momentan hat Airbus noch etwa 600 offene Bestellungen für den Airbus A350. Wenn Etihad 10% davon storniert, ist das natürlich nicht direkt toll für Airbus und den erfolg des Programms. Einen großen Auftrag verliert man ja ungerne.

      Pleite wird Airbus daran allerdings nicht gehen, da hast du absolut recht. Dramatisch ist das eher für Etihad.

      LG
      Christoph

  1. In der Tat dramatisch für Etihad und indirekt vermutlich auch für uns Kunden. In engster Nachbarschaft drängen sich ja zumindest bisher drei Gesellschaften mit sehr ähnlichem Geschäftsfeld, deren Besitzer sich zudem eher befehden. Die teils abenteuerlichen Angebote Qatars (z.B. die denkwürdigen 1600 € für D AKL in C) dürften damit zusammenhängen.
    Seit der offensichtlichen Schieflage von Etihad geht es bei Qatar deutlich ruhiger zu. Kann natürlich mit der Finanzlage Qatars (sowohl Land als auch Fluggesellschaft) selbst zusammenhängen, eher aber mit dem Wegfall eines Konkurrenten.

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