Etihad Airways streicht den Airbus A380 aus dem Flugplan

Für Etihad Airways war der Airbus A380 mal das reinste Prestigeobjekt, mit welchem man weit über die Vielflieger und Luftfahrtbegeisterten hinaus viel Aufmerksamkeit erzeugt hat. Mit der extrem großzügigen First Class, die man als First Class Apartments betitelt hat und der drei Zimmer Suite, The Residence, hat man nicht nur ungewöhnlichen Luxus kreiert, sondern auch Aufmerksamkeit auf sich gezogen.

Nun sieht es allerdings so aus, als würde das Flaggschiff der Etihad Airways Flotte der Pandemie zum Opfer fallen, denn Etihad Airways hat den Airbus A380 nun komplett aus dem Flugplan eliminiert. Damit bleibt nun auch erst einmal komplett offen, ob und wann die zehn Airbus A380, welche Etihad Airways in der Flotte hat, überhaupt wieder fliegen. Sicher ist allerdings, dass es wohl nicht in den kommenden 12 Monaten sein wird.

Die zehn Airbus A380 sind aktuell alle in Abu Dhabi abgestellt und bisher hat Etihad Airways die Super Jumbos immer nur ein bis zwei Monate im Voraus aus dem Flugplan entfernt. Dies hat schon zu Gerüchten geführt, dass Etihad Airways den Airbus A380 aufgeben könnte, wobei die Gerüchte schnell wieder dementiert wurden und man sich sehr optimistisch für die Zukunft zeigte.

Inzwischen ist man bei weitem nicht mehr so optimistisch in Abu Dhabi und lässt auch ganz offiziell die Zukunft des Airbus A380 offen. Für die auch schon vor der Corona Krise schwer gebeutelte Airline ist der Airbus A380 vermutlich über die nächsten Jahre hinweg viel zu groß und man wird ihn nicht füllen können. Damit würde man sich besser auf kleinere und effizientere Flugzeuge wie die Boeing 787 fokussierten.

Auch hatte Etihad Airways schon in den letzten Jahren mit Überkapazitäten zu kämpfen und konnte zuletzt sogar brandneue Airbus A350-1000 nicht abnehmen, da man hierfür keinerlei Verwendung hatte. Wenn man davon ausgeht, dass es bis zu fünf Jahre dauern könnte, dass sich die Weltluftfahrt wieder erholt hat, dann lässt dies nicht mehr viel Hoffnung für den Airbus A380.

Gerade auch für Meilensammler ist der mögliche Wegfall des Airbus A380 bei Etihad Airways sicher ein herber Schlag, denn das Produkt war einzigartig und bot ein fantastisches Reiseerlebnis. Dabei waren die Flüge mit Meilen meist recht einfach zu buchen, was es sehr interessante machte.

Review: Etihad Airways First Class Apartments Airbus A380 Abu Dhabi nach London

Etihad Airways streicht den Airbus A380 aus dem Flugplan | Frankfurtflyer Kommentar

Als Airbus A380 Fan wäre es für mich tatsächlich eine herbe Enttäuschung, wenn Etihad Airways auf ihr Prestigeobjekt verzichten muss, denn meinen Traum des 14 Stunden Flug in den Etihad First Class Apartments konnte ich mir bis jetzt noch nicht erfüllen.

Dass der Airbus A380 bei Etihad aber nicht mehr zum Einsatz kommt ist sogar recht wahrscheinlich und die aktuelle Pandemie sorgt dafür, dass viele Entwicklungen der Luftfahrt massiv beschleunigt werden. Der Airbus A380 ist ein Auslaufmodell und für Airlines gibt es bessere Flugzeuge und vermutlich müssen wir uns damit anfreunden, dass es nach der Krise wirklich deutlich weniger Airbus A380 geben wird.

Das könnte Euch auch interessieren

2 Kommentare

  1. was mich wundert:
    Warum schafft man gerade die Fliefer mit größter Luxuslklasse ab? Die Spesenritter werden doch vor allem diejenigen sein, die weiter Reisen und prassen?

    Ist es eigentlich ein „Wünsch dir was Spiel“, ob eine Airline bestellte Flugzeuge abnimmer 8und bezahlt) oder nicht? Gibt es da keien Verträge? (Verkauft ist verkauft)

    • Hallo Samuel,

      Die große First und Business Class ist genau das Problem, denn schon seit Jahren dürfen immer weniger Geschäftsreisende noch Business oder gar First Class fliegen und man darf befürchten, dass sich diese Regelungen noch verschärfen werden in der aktuellen Krise. Auch werden Geschäftsreisen generell in Krisen gestrichen und weniger durchgeführt.

      Natürlich hat man bei einer Bestellung einen Vertag mit dem Hersteller. Wenn man ein Flugzeug nicht abnehmen kann oder will, bzw. es später haben möchte, dann wird hier gewöhnlich eine Strafe ausgehandelt. Andersherum geht es auch, wenn ein Hersteller zu spät liefert oder das Flugzeug nicht die entsprechenden Parameter zeigt, muss der Hersteller zahlen.

      LG
      Christoph

Antworten

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.


*