Etihad möchte mehr Anteile an Jet Airways erwerben

Etihad Airbus A330

Dass Etihad Airways mehr Anteile an Jet Airways erwerben möchte, wäre eine Nachricht die vor einigen Jahren die meisten Leser nicht verwundert hätte. Die Airline aus Abu Dhabi hat sich massiv an Airlines wie airberlin, Alitalia, Air Serbia, Virgin Australia und auch Jet Airways beteiligt. Seit man aber einen 3.5 Milliarden Dollar schweren Schuldenberg vor sich herschiebt, versucht Etihad an allen Ecken zu sparen. Zuletzt hatten sie verkündet dass man 50 Piloten entlassen will.

Etihad möchte mehr Anteile an Jet Airways erwerben | Der Deal

Die Nachrichtenagentur Reuter beruft sich auf interne Informationen und schreibt auf ihrer Website, dass Etihad weitere 25% der Jet Airways Aktien erwerben möchte. Derzeit besitzt die Airline aus Abu Dhabi bereits 24% der Aktien, der zweitgrößten indischen Airline. Ein ausländischer Investor darf maximal 49 Prozent an einer indischen Airline halten, somit hätte Etihad nach dem Deal das Maximum ausgeschöpft.

Jet Airways seit geraumer Zeit in einer finanziellen Schieflage und bezahlt zum Teil die eigenen Piloten und die Leasinggebühren für die Flugzeuge nicht mehr. Die Airline schreibt rote Zahlen und hat derzeit 1.2 Milliarden Dollar Schulden, obwohl der Markt in Indien derzeit in Aufruhr ist. Junge, innovative und auch gute Airlines wie Vistara, Indigo und Spice Jet stellen eine große Konkurrenz zu den zwei altgedienten Airlines Air India und Jet Airways dar.

Jet Airways gehört derzeit zur Mehrheit dem Gründer Naresh Goyal, der bisher 51 Prozent der Aktien am Unternehmen hält. Durch die steigenden Anteile von Etihad würden sich dessen Anteile auf 20 Prozent reduziert.

Etihad möchte mehr Anteile an Jet Airways erwerben | Frankfurtflyer Kommentar

Der Deal klingt spannend und für Etihad ist Indien ein extrem wichtiger Markt. So füttert man die eigene Flotte in Abu Dhabi mit Zubringerflügen aus Indien. Der neue Flughafen soll bald eröffnet werden, ursprünglich wollte man schon am 17.7.2017 das neue Terminal eröffnen. Vielleicht möchte man diesen in absehbarer Zeit füllen und Indien ist einer der wichtigsten Märkte für Etihad und einer, der sich am schnellsten entwickelt.

Für mich ist es überraschend, dass Etihad sich noch mehr an der defizitären Jet Airways beteiligen möchte. Die anderen Beteiligungen hatten sie zuletzt noch abgestoßen und eine große Klage von airberlin ist noch ausstehend.

Auf der einen Seite haben sie das Aktienpaket sicher günstig bekommen, auf der andere Seite wird dies zu einer weiteren finanziellen Belastung führen. Der Kauf der Anteile ist übrigens der erste große Kauf vom neuen Etihad CEO Tony Douglas, der das Steuer der Airline in 2017 übernahm und einen drastischen Sparkurs einleitete.

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