EU empfiehlt die Aufhebung von Reiserestriktionen und Quarantäne für Reisende

Bundespolizei, Grenzkontrolle | Quelle: Bundespolizei
Bundespolizei, Grenzkontrolle | Quelle: Bundespolizei

Zu Beginn der Pandemie sind viele Länder in einen nationalen Protektionismus Modus verfallen und haben die Grenzen weitestgehend geschlossen. Auch in Europa haben wir genau dies erlebt und erstmals seit mehreren Jahrzehnten gab es innerhalb Europas wieder Grenzkontrollen und auch Reisebeschränkungen.

Von dieser außergewöhnlichen Situation haben wir uns noch lange nicht erholt und es gibt weiterhin Einreiseverbote, geschlossene Grenzen und massive Quarantänemaßnahmen, sei es bei der Einreise in ein anderes Land oder auch bei der Rückkehr in sein Heimatland. In Deutschland müssen sich Reiserückkehrer zum Beispiel auf bis zu zehn Tage Quarantäne einstellen, welche sich in all zu vielen Fällen auch erst nach fünf Tagen durch einen negativen PCR Test beenden lässt.

Nun hat das European Center for Disease Control (ECDC) eine klare Empfehlung an die Mitgliedsstaaten herausgegeben, in welcher man als Richtlinie die Einstellung von Reiserestriktionen und auch von pauschalen Quarantänemaßnahmen empfiehlt. Dabei wurde mit der Europäischen Luftfahrtaufsicht, der EASA eng zusammen gearbeitet, als man diese Empfehlung entwickelt hat.

So wird sehr deutlich gemacht, dass Test- und Quarantänevorschriften für Flugreisende wenig Sinn machen, da sie nicht dazu beitragen würden, die Ausbreitung des Coronavirus zu unterbinden oder nennenswert zu verlangsamen. Vielmehr nehmen Reisende sogar statistisch weniger am Infektionsgeschehen in Bezug auf SARS- COV-2 teil.

Die durch Reisende immer wieder als dramatisch bezeichneten Fälle, in welchen das Virus importiert würde, seien nicht belegbar und nehmen wenn überhaupt nur einen sehr kleinen Teil der Infektionen innerhalb der EU ein. Hierbei sei das Virus aktuell viel zu weit in der Fläche verbreitet, als dass man durch das Unterbinden von Reisen eine Wirkung erzielen könnte.

Das ECDC empfiehlt daher, dass man Reisen ermöglicht und hier auf strikte Hygienemaßnahmen und besonders deren Einhaltung achtet. Die Branche hat bereits solche Hygienemaßnahmen erstellt, welche sich auch als wirkungsvoll erwiesen hätten.

Durch die strikten Hygienemaßnahmen sei sogar das Infektionsrisiko bei Reisen, selbst bei direktem Kontakt mit einem Infizierten geringer, als in der breiten Bevölkerung, weshalb das ECDC keine Begründung sieht, welche es erlaubt, Reisende anders zu behandeln, als die Allgemeinbevölkerung.

Zusätzlich weist das ECDC noch auf die massiv negativen Folgen von Reisebeschränkungen und pauschalen Quarantänemaßnahmen hin, welche im Verhältnis zum quasi nicht existenten Nutzen als unverhältnismäßig zu sehen sind und besonders auf europäischer Ebene vermutlich sogar illegal.

EU empfiehlt die Aufhebung von Reiserestriktionen und Quarantäne für Reisende  | Frankfurtflyer Kommentar

Reisen ist nach wie vor eine sehr beschwerliche Angelegenheit und teilweise ist es sogar überhaupt nicht oder nur mit massiven Repressalien möglich. Aktuell verfolgen viele Lände auch in Europa die Strategie, dass man Reisen weitestgehend unterbinden will, auch wenn dies auf die Verbreitung des Coronavirus kaum einen Einfluss hat.

Ich persönlich begrüße daher den Vorstoß des ECDC und hoffe sehr, dass dies auch in vielen Ländern umgesetzt wird, sodass zumindest innerhalb Europas wieder eine normale Reisefreiheit, auch während einer Pandemie hergestellt wird.

Auch wenn wir uns aktuell alle sehr große Hoffnungen machen, dass ein Impfstoff bald Abhilfe schaffen wird, bis die Effekte der Impfungen wirklich greifen, werden noch Monate vergehen und auch in dieser Zeit müssen wir Lösungen entwickeln um sowohl die Gesundheit aller zu schützen, aber hierbei auch den Schaden so gering wie möglich zu halten, weshalb alle Maßnahmen zielgerichtet sein müssen.

Leider ist es aber auch so, dass gerade Reiserestriktionen in den verschiedensten Ausprägungen sehr politisch motiviert sind und von keiner wissenschaftlichen Evidenz getrieben werden. Hier geht es inzwischen vor allem auch um die Wirkung, denn es wäre oft ein Kurswechsel.

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4 Kommentare

  1. In jedem 2. Artikel lese ich nunmehr den Verweis auf das „Wunder“ des Impfstoffes. Ich hoffe nicht, dass dies eine Platform ist, die der verlängerte Arm und Sprachrohr von einzelnen treibenden Fluglinien ist! Bei diesen Gedanken dreht es mir komplett den Magen rum. Pumpt man sich nicht mit einem hochriskanten und nicht ausreichend geprüften Mist voll, darf man nicht fliegen. Ich hoffe sehr, dass dies dann der Flugbranche nicht den Rest gibt. Menschen sind nur bis zu einem gewissen Grad willenlos und gedankenlos.

    • Ich werde die radikalen Impfgegner nie verstehen. Das chinesische Virus hat unser aller Leben fast zerstört und die wirtschaftlichen Schäden sind gigantisch, das wird zukünftige Generationen belasten. Wenn wir eine Chance haben, das mit einem Impfstoff endlich zu beenden müssen wir sie ergreifen. Ich hoffe, dass nicht nur Airlines ihren Passagieren sondern auch verantwortungsvolle Arbeitgeber ihren Mitarbeitern vorschreiben, so vernünftig zu sein, sich impfen zu lassen.

      • Es ist das FRANKREICH-VIRUS!!!

        Unternehmen aus Frankreich haben naemlich das Bio-Labor in Wuhan gebaut aus dem das Virus ausgetreten ist.
        Waere Frankreich so verantwortungsvoll gewesen, den Export zu verbieten waere es nicht soweit gekommen.

  2. Durch das Fliegen direkt wird das Virus natürlich kaum verbreitet. Dies dürfte, zumindest bei ähnlicher Infektionslage der einzelnen Staaten auch gar nicht groß angezweifelt werden. Das anschließende Verhalten am Zielort entscheidet über das Risiko das Virus mit zurück zu bringen. Weil die Infektionslagen mittlerweile weitgehend ähnlich sind, unterscheidet sich beim SELBEN Verhalten im In- u. Ausland das Risiko allerdings kaum noch gravierend. Da die Quarantäne Regeln diesen Sachverhalt nicht hinreichend würdigen, muss man folglich aufgrund dieser derzeitigen Bestimmungen als einzige einleuchtende Erklärung folgendes vermuten: Reisenden wird im Allgemeinen von der Gesetz- oder besser Verordnungsgebung indirekt unterstellt, sich undisziplinierter in Bezug auf die AHA- Regeln zu verhalten als der Durchschnitt der Bevölkerung daheim. Sonst wären sie ja kein größeres Risiko als andere.
    Deshalb dürfte das ECDC/ EASA Protokoll, welches eine Empfehlung ist, von den Staaten leider nur zur Kenntnis genommen werden. Es ändert aber nichts, da das Risiko beim Fliegen/ Reisen selbst, welches hier bewertet wurde, folglich für die Quarantäne Pflicht irrelevant ist.

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