Fliegen mit Kleinkind – 7 Tipps

Das Reisen mit Kind oder einem Kleinkind kann für die Eltern und die anderen Passagiere wirklich anstrengend sein. Das muss es aber nicht. Heute möchten wir Euch ein paar Tipps zusammenstellen mit dem Ihr die nächste Flugreise so entspannt und ruhig wie möglich gestalten könnt. Fliegen mit Kleinkind war für uns am Anfang eine große Challenge. Zumindest haben wir das gedacht. Mittlerweile hat unser Junior in den letzten 15 Monaten fast 125.000 Kilometer auf über 40 Flügen zurückgelegt. Dabei haben wir neben Europa auch Asien, Afrika und Australien besucht.

Das mag jetzt sehr viel klingen, aber wir hatten gemeinsam die Elternzeit in Australien, Neuseeland und Asien verbracht. Auf all diesen Flügen haben wir dann doch so einiges gelernt. Bis auf wenige Ausnahmen war der Kleine immer ruhig und entspannt.

Fliegen mit Kleinkind – Die Vorbereitung

Eine Reise vorbereiten ist meist eine große Anstrengung. Man möchte ein Ziel anfliegen, welches sicher ist, in dem es eine medizinische Versorgung gibt und bei dem das Klima passt. Diesen Teil kann ich euch leider nicht abnehmen. Meine Frau hat auf der Seite des Topeninsitutes nachgeschaut. Einige Ziele fallen einfach raus, da hier ein besonders hohes Risiko an Krankheiten wie Malaria besteht.

Das Klima ist auch immer wichtig. Zu kalt oder zu warm sollte es nicht sein. Wenn man Unmengen an Winterklamotten mitschleppen muss, dann hat man automatisch zu viel Gepäck. Wer will schon einen Kinderwagen, zwei Koffer und Handgepäck mit sich schleppen.

Fliegen mit Kleinkind – Koffer packen

Wir sind eigentlich immer zu warmen Zielen gereist. War bei uns Winter, dann bietet sich Australien oder auch Asien an. Somit muss man nicht so viel Klamotten packen. Da die Kleinen sich eh immer wieder dreckig machen muss man sowieso waschen. Und nun auch die guten News: Windeln gibt es überall. Es reicht also einen Vorrat von 4 bis 5 Tagen mitzunehmen. Die Hälfte davon kommt immer ins Handgepäck. Falls das Gepäck mal nicht mitkommt bricht so nicht gleich Panik aus. Gleiches gilt für das Essen (Milch, Brei etc). Wir haben immer Snacks im Handgepäck gehabt. Im Flugzeug (besonders in der Economy Class) gibt es nicht immer Essen und wenn die Kleinen Hunger haben, dann hat man so schnell was zur Hand.

Ansonsten lautet die Devise „packt so leicht es geht“. Man hat sowieso immer zu viel dabei. Selbst packe ich meine Kleidung immer ins Handgepäck. Die beiden anderen teilen sich den Koffer. So haben wir maximal einen Kinderwagen, einen Koffer und zwei Handgepäckstücke. Und das reicht.

Fliegen mit Kleinkind – Am Flughafen

Plant genug Zeit am Airport ein. Mit Kind dauert alles etwas länger. Sei es der Check-In, die Sicherheitskontrolle oder auch der Weg zum Flugzeug. Wir sind meist 2.5 bis drei Stunden vor Abflug am Airport. Übrigens, wenn man danach fragt, dann gibt es oft Möglichkeiten bequem durch den Flughafen zu kommen. Mal darf man am Business Class Schalter einchecken, mal gibt es eine schnellere Sicherheitskontrolle. Die freie Zeit verbringen wir gerne in der Lounge, die wir aufgrund meines Vielfliegerstatus besuchen dürfen. Falls Ihr nicht in die Lounge kommt, dann setzt Euch hin, entspannt Euch, esst etwas. Das Wichtigste ist, dass Ihr entspannt seid. Seid Ihr aufgeregt, hektisch oder gestresst, dann wird Euer Kind dies auch sein.

Wir haben bei jedem Flug den Kinderwagen übrigens bis mit ans Gate genommen und dort abgegeben. Bei der Ankunft wurde dieser dann entweder wieder an die Tür des Flugzeugs gebracht. In anderen Fällen landete dieser dann auch mal auf dem Gepäckband. Falls er dort nicht ist, schaut immer mal beim Sperrgepäckschalter nach.

Fliegen mit Kleinkind – Die Sitzplätze

Natürlich ist das Fliegen ein anstrengender Teil der Reise. Besonders in der Economy Class. Aber glaubt mir, die Kleinen können einiges ab und ertragen den Flug überraschend gut. Allerdings gibt es hier einige Dinge, an die man denken sollte. Wenn die Kleinen auf Ihrem Platz sitzen, sehen sie nichts. Das soll heißen, sie sehen maximal die Rückenlehne vor Ihnen. Wir Erwachsenen sind groß genug um die Kabine und anderen Gäste zu sehen. Nicht so die Kleinen. So wird es schnell langweilig. Man sollte sich also ein Unterhaltungsprogramm zurecht legen.

Wenn Ihr lange Strecken fliegt, dann gibt es nichts blöderes als die Kleinen 12 Stunden auf dem Schoß zu halten. Ruf vorher die Airline an und fragt ob Ihr die erste Reihe und somit die Bassinet-Sitze bekommt. So haben wenigstens die Kleinen genügend Platz zum Schlafen oder können mal auf dem Boden spielen.

Alternativ würde ich auch immer empfehlen am Check-In zu fragen wie voll der Flieger ist. Man wird Euch gerne eine Dreierreihe geben, auch wenn das Kind eigentlich keinen eigenen Platz gebucht hat (falls noch etwas Platz ist). Wir hatten nur zwei mal den Kleinen auf dem Schoß. Einmal weil es nur zwei Sitze pro Reihe gab und einmal weil der Flieger bis auf den letzten Platz voll war.

Ansonsten kann man immer noch die anderen Gäste fragen, ob Sie nicht vielleicht doch auf einen anderen freien Platz in der Kabine möchten.

Fliegen mit Kleinkind – Unterhaltung

Unterhaltet Euer Kind. Es ist Eure Aufgabe und nicht die der Crew!  Einige Airlines haben etwas zum Spielen oder zum Malen an Bord. Leider nicht alle. Packt also ruhig Bücher, Spielzeug oder zur Not auch das IPad mit ein. Unser Junior schaut eigentlich keine Filme oder Serien. Auf langen Flügen wird den Kleinen aber auch bei viel Unterhaltung mal langweilig. Und da man auch mal Essen möchte, hilft ein wenig Unterhaltung in Form von Filmen ungemein.

Wir versuchen den Mittagsschlaf bei Reisen auch so zu timen, dass er vor dem Flug lieber mal etwas länger wach ist um dann während des Fluges so viel wie möglich zu schlafen. Wir hatten schon Flüge auf denen er dann 9 Stunden am Stück geschlafen hat.

Fliegen mit Kleinkind – Druckausgleich

Viele Eltern befürchten das die Kleinen Ohrenschmerzen bekommen, falls die Kinder nicht mit dem Druckausgleich zurecht kommen. Der Druck in der Kabine wird schon am Boden mit Schließen der Tür aufgebaut. Das habt ihr nicht gemerkt, Glückwunsch, Eure Kleinen sehr wahrscheinlich auch nicht. Wenn die Triebwerke laufen und vor allem beim Start wird dann der Kabinendruck noch ein wenig angepasst. Man kann also zur Not am Boden die Flasche oder die Brust geben. Bitte stillt Euer Kind nicht, wenn der Flieger auf der Startbahn Gas gibt!!! Wenn das Flugzeug aus fast 200 Kilometern mal abbremst und Euer Kind vor Euch sitzt, dann erdrückt Ihr es!!!!!!! Mehr dazu im nächsten Abschnitt.

Wenn man die Reiseflughöhe verlässt, dann wird der Druck der Kabine wieder angepasst. Je nach dem wie schnell man sinkt, merkt man dies deutlich und so auch die Kleinen. Habt also eine Flasche mit Wasser, Milch oder Saft zur Hand. Schlucken hilft ungemein den Druck von den Ohren abzubauen.

Die letzten fünf Minuten vor dem Aufsetzen würde ich das Kind aber auf keinen Fall mehr füttern oder stillen. Hier ist einfach die Gefahr zu groß, dass man zu fest aufsetzt und den Kleinen etwas passiert.

Fliegen mit Kleinkind – Sicherheit

Das Anschnallen der Kleinen wird bei jeder Airline anders gehandhabt. Während es zum Beispiel bei allen US-Airlines keinen Gurt für die Kleinen gibt, ist es aber in Europa üblich. Hier geht es aber in erster Linie darum, dass die Kleinen nicht durch die Kabine fliegen. Es gibt jedenfalls keine einheitliche internationale Regel.

Setzt Euer Kind bei Start und Landung nie mit der Brust zu Euch. Wenn es einen Startabbruch gibt, oder man zu fest aufsetzt, dann werdet Ihr nach vorn gedrückt. Ihr brecht also eurem eigenen Kind die Wirbelsäule. Ähnlich ist es wenn das Kind auf dem Schoß sitzt. Auch hier werdet Ihr nach vorn gedrückt und zerquetscht im Zweifelsfall das Kind.

Natürlich bin ich kein Experte und kann nur Tipps geben, wie wir das handhaben. Entweder sitzt der Kleine vor uns auf dem Sitz, also zwischen den Beinen, oder wir versuchen Ihn seitlich von uns zu setzen. Sollte mal etwas passieren dann fallen wir zumindest nicht direkt auf den Junior drauf.

Am sichersten wäre wohl ein eigener Sitz auf dem Ihr einen Kindersitz installiert. Diesen muss man aber immer bezahlen.

In der Luft sind wir selbst und auch der Junior IMMER angeschnallt. Es gibt im Flug oftmals Turbulenzen. Teilweise so heftig, dass man mit dem Kopf an die Kabinendecke stößt. Und diese so genannten „Clear Air Turbulences“ kommen unerwartet und oft ohne Ankündigung der Crew. Habt den Gurt immer geschlossen, wenn auch lose. Ihr schnallt Euch ja auch beim Autofahren an, warum also nicht im Flugzeug?

Fliegen mit Kleinkind – Kommentar

Natürlich ist es in der Business oder First Class immer entspannter. Hier haben die Kleinen mehr Platz und man hat in der Regel ein flaches Bett zum Schlafen. Man sollte sich also nicht zu viele Gedanken machen. Kinder schreien ab und zu mal. Ich sehe es als Aufgabe der Eltern, die Kleinen zu beruhigen und abzulenken. Ich habe es auch schon gesehen, dass die Eltern Kopfhörer auf hatten und sich nicht um das Kind geschert haben, während es die Kabine zusammengeschrien hat. So etwas geht gar nicht.

Fliegen kann Spaß machen, auch mit Kleinkind. Es liegt im Endeffekt immer an den Eltern. Vorbereitung ist hier das Wichtigste und mit unserem kleinen Guide hoffen wir Euch ein wenig geholfen zu haben. Natürlich gibt es noch viele andere Tipps und Tricks.

An eins solltet Ihr aber immer denken: Reisen soll Spaß machen. Die Kleinen haben die Eltern so lange und intensiv für sich wie zu kaum einer anderen Zeit im Jahr. Macht das Beste daraus und lasst Euch das Erlebnis nicht von anderen schlecht reden. Reisen macht Spaß und ist für die Kleinen genau so wertvoll, wie für Euch.

Habt Ihr noch weitere Tipps wie man mit Kindern entspannt fliegen kann?

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1 Kommentar

  1. Kinder gehören die Welt.Und wenn sich ein Reisender darüber aufregt das ein Kind nicht ruhig ist beim Fliegen.
    Der soll sich immer daran erinnern das er auch einmal Kind gewesen ist und andere auch nicht in Ruhe gelassen hat.

    Ich finde es schön wenn Kinder mitreisen.Und mich stört es auch nicht.

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