Flugbegleiter-Gewerkschaft UFO kündigt Streiks bei Lufthansa Gruppe an

Die Flugbegleiter-Gewerkschaft UFO hat in einem aktuellen Schreiben die Fluggäste von Lufthansa, Eurowings und Sun Express darüber informiert, dass es in den kommenden Wochen zu Streiks kommen wird. Lufthansa und UFO haben zuletzt stark in den Medien und vor Gericht miteinander gestritten. Mit dem Schreiben an die Fluggäste hat die Gewerkschaft den Druck auf Lufthansa nochmals deutlich erhöht.

In der Woche vom 7. bis 12. Oktober 2019 touren Vertreter der Gewerkschaft UFO durch das Land, um mit dem betroffenen Kabinen-Personal, wie auch Passagieren und der Presse zu diskutieren. Für die Streiks innerhalb des Lufthansa Konzerns wurde zusätzlich eine eigene Webseite #lhconcern eingerichtet, über welche die Gewerkschaft aktuell informiert.

UFO Flugbegleiter-Gewerkschaft
Webseite zum Streik der Flugbegleiter-Gewerkschaft UFO.

Flugbegleiter-Gewerkschaft UFO kündigt Streiks bei Lufthansa Gruppe an | Wann und wo soll gestreikt werden?

Die zum Lufthansa-Konzern gehörenden Full-Service-Carrier Lufthansa und Lufthansa CityLine sollen genauso in die Arbeitskampf-Maßnahmen einbezogen werden, wie die Low-Cost-Carrier Eurowings und Germanwings. Auch der Ferienflieger Sunexpress soll diesmal bestreikt werden.

UFO will am 14. Oktober 2019 darüber informieren, zu welchem Zeitpunkt die einzelnen Fluggesellschaften und Standorte bestreikt werden.

Flugbegleiter-Gewerkschaft UFO kündigt Streiks bei Lufthansa Gruppe an | Welche Forderungen stellt UFO?

In dem uns vorliegenden Schreiben an die Fluggäste der Fluggesellschaften des Lufthansa-Konzerns werden für jede Fluggesellschaft sehr konkrete Ziele genannt, für die nun in den kommenden Wochen gestreikt werden soll.

So geht es bei der Lufthansa und Lufthansa CityLine um die Anpassung des Gehalts der Flugbegleiter um 1,8% (Lufthansa) bzw. 2,0% (Lufthansa CityLine). Bei der Germanwings fordert man die Umsetzung eines Teilzeit-Tarifvertrags ein, für den das Kabinenpersonal schon 2016 gestreikt hat und der trotz Verhandlung bis heute noch nicht umgesetzt sei. Ähnlich verhalte es sich mit einer nicht umgesetzten Vereinbarung bei der Eurowings. Dort sei eine fertig vereinbarte Altersversorgung nicht umgesetzt worden.

Noch keinen Tarifvertrag gibt es bei der Sunexpress Deutschland. Dort herrschen laut Flugbegleiter-Gewerkschaft UFO die niedrigsten Einkommen im ganzen Konzern. Gefordert wird eine Gehaltserhöhung in Höhe von insgesamt 5%.

Flugbegleiter-Gewerkschaft UFO kündigt Streiks bei Lufthansa Gruppe an | Frankfurtflyer Kommentar

Den Streik einer Arbeitnehmer-Gruppe von außen einzuordnen, führt meist dazu, etwas vermessen zu wirken. Denn nur die direkt Betroffenen kennen alle Details. Das sind in dem Fall die Lufthansa Konzern-Spitze bzw. ihre Vertreter und die Gewerkschaften. Mit wie viel Dreck UFO und Lufthansa sich in den vergangenen Monaten beworfen haben, das sind allerdings besondere Dimensionen.

In der Luftfahrt-Branche ist es natürlich darüber hinaus auch ein leichtes an die Öffentlichkeit zu gehen, denn die Kundengruppe ist groß und die Auswirkungen sind dementsprechend hoch. So führt in der Regel schon eine Streik-Ankündigung dazu, dass komplette Unternehmen überlegen, ob sie weiter bei der zu bestreikenden Fluggesellschaft für ihre Mitarbeiter buchen.

Die großen Streiks im Sommer 2019 sind ausgeblieben. Nun scheinen die Fronten im Streit zwischen Lufthansa Management und Flugbegleiter-Gewerkschaft UFO so verhärtet, dass Streiks wohl unumgänglich sind. Und das hat dann definitiv auch wieder negative Konsequenzen für uns als Fluggäste. Auch wenn das definitiv bei der Bewertung eines Streiks nicht an vorderster Front stehen sollte.

Findet Ihr den angekündigten Streik richtig? Diskutiert mit uns!

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13 Kommentare

  1. Ich denke, zumindest derzeit liegt in Deutschland ein ausgewogenes Kräfteverhältnis zwischen Firmen und Gewerkschaften vor. Natürlich ist es immer lästig, wenn man direkt betroffen ist.
    Wirklich unausgewogen ging es im Vereinigten Königreich so in den 70er Jahren zu. Da haben die konkurrierenden Gewerkschaften schon einen erheblichen Anteil am Niedergang der Industrie auf der Insel.

  2. Na super. Gerade gestern gebucht. Hätte ich mal easy jet genommen. So viel wie bei LH gestreikt wird, geht einfach gar nicht. Die nächsten Langstrecken sind zum Glück alle nicht LH.

  3. Widerlich – Streiks müssen strafrechtlich verfolgt werden und alle Schäden müssen auf die Erpresser umgelegt werden. Streiks sind immer grundlose Erpressung. Wem sein Job nicht passt der soll kündigen. Widerliches Pack!

    • Ja genau! Nieder mit dem Sklaven-Volk!! Sollen die doch Kuchen statt Brot fressen!!!

      Kann ja nicht angehen, dass man seinen ‚wichtigen‘ Business-Termin den man genauso gut per Videokonferenz abhalten koennte verpasst. Oder seinen Wochenend-Kurztrip nach Barcelona den man aber sowieso nur in den immer-gleichen, weltweit-identischen Kettenhotels und -schnellrestaurants verbracht haette ohne wirklich etwas von der lokalen Kultur mitzubekommen. Oder noch schlimmer, den 5. First-Class-Strandurlaub dieses Jahr. Die Hoehe waere es natuerlich, wenn der Jahres-End-Mileage-Run dran glauben muesste und die ‚Status‘-Qualifikation zur Erlangung eines gueldenen Kaertchens dran glauben muesste. Das waere ja schliesslich gleichbedeutend mit gesellschaftlichen Abstieg.

      Wo sind wir denn bloss gelandet!? Die Klassen-Einteilung ist doch klar: First Class – Business Class – Economy – Arbeitssklaven.

      • Ob nicht eine linke Häkelgruppe besser wäre für so einen Kommentar als ein Vielfliegerforum? Jeder kann ja seine Meinung vertreten, aber sollte er vielleicht unter Gleichgesinnten machen. Ich poste ja auch nicht in Klimaforen, was ich davon halte..

    • Lieber Martin,

      auch wir als Passagiere ärgern uns immer ziemlich, wenn ein Flug bestreikt wird.
      Selbst bei Ärger und Wut pflegen wir hier einen respektvollen Umgangston. Wir bitten dich, dass auch du dich daran hältst – andernfalls würden wir dich für die Kommentarfunktion sperren.

      Liebe Grüße

      Nicole

  4. Ich weiss schon, weshalb ich LH je länger je mehr meide: LX und WK bringen mich ebenfalls nach CPT in C-Class.
    SIN im nächsten Jahr OHNE LH — LX und SQ freuen sich jetzt schon über meinen Flug in F-Class !

    • Genau richtig! Wohin es geht mit Swiss und sonst mit *A – und LH versuchen zu meiden. Geht zwar nicht immer, aber häufig:-)

      Streikendes Sicherheitspersonal, Fluglotsen, Vorfeldlotsen, Bodenpersonal bleibt aber als Risiko…

  5. Meine Meinung:Die Streiks sind meistens immer an Ferienzeiten,so das leider die Passagiere trotz Ihrer Buchung nicht reisen können.
    Die Streiks kommen plötzlich und unerwartet(
    Man kann sich nichts mehr vornehmen.Meistens kommt es anders als man denkt!((
    Personal muss auch um Ihre Existenz fürchten!((
    Die Flugbranche ist sehr wackelig geworden!
    Air Berlin pleite,Thomas cook pleite.(((((((((

    Traurige Welt geworden auch für deren Existenzen!

  6. Lieber Max,
    das ist wirklich immer köstlich, wenn Dienstleister sich über ihre eigenen Kunden aufregen und diese beschimpfen….
    Vielleicht mel kurz darüber nachdenken. Das Management Eurer Firma trefft Ihr mit Streiks nicht. Denen ist das ganz egal. Die Einzigen, die darunter leiden, sind Eure Kunden, die Fluggäste. Denk auch mal über Folgendes nach: was hat den der Passagier (Kunde) damit zu tun, wenn Du Dich nicht mit Deinem Management einigen kannst? Richtig: gar nichts…!
    Ich arbeite übrigens seit 25 Jahren als Angestellter und weder ich noch meine Kollegen haben jemals gestreikt.

    • Hahaha ich arbeite beim besten Willen nicht fuer LH oder irgendeine andere Airline. Und angesichts der Konditionen wuerde ich auch nichteinmal im Traum daran denken.

      Die einzigen Beschimpfungen die ich sehen kann stammt oben von Martin („widerliches Pack“, „Erpresser“).
      Dass Reisen bilden, kulturellen Austausch foerdern, zu wertvollen Kontakten fuehren oder geschaeftlich notwendig (spezialisierter Ingenieur repariert Maschine im Ausland) sein koennen ist unbestritten. Leider ist der Reise-Stil von 90% aller Leute aber so wie oben in meinem Kommentar genannt. Und ihre Reisen demnach maximal ueberfluessig und nicht schade drum wenn sie durch einen Streik ausfallen/verschoben werden.

      Und obwohl UFO wie man den Medien entnehmen kann anscheinend eine grottige Gewerkschaft mit katastrophaler Fuehrung ist, gestehe ich jedem Mitarbeiter sein Streikrecht zu. Ja, natuerlich waere als Kunde eine Streik-Mentalitaet wie in Japan angenehmer (Busfahrer faehrt normal, streikt aber beim kassieren und laesst Fahrgaeste gratis mitfahren). Funktioniert so nun einmal leider hier nicht.

      Dann noch die volkswirtschaftliche Sicht: Die Loehne in Deutschland sind in vielen Sektoren deutlich zu niedrig, die Lohentwicklung hinkt der Inflation und dem Geldmengenwachstum stark hinterher. Von hoeheren Loehnen wuerden wir alle profitieren.

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