Frankreich diskutiert um eine Öko Steuer auf Flüge von bis zu 2.400 Euro pro Flug

Nachhaltigkeit und die massive Reduktion des CO2 Ausstoß ist eines der vorrangigen Themen unserer Zeit und in Frankreich diskutiert die Regierung aktuell sehr offen und laut über eine Öko Steuer auf Flüge, welche ein fast noch nie gesehenes Ausmaß annimmt. So könnten Flüge aus Frankreich schon bald mit 30 bis 2.400 Euro in Form von einer neuen Umweltsteuer belegt werden.

Dabei trifft der höchste Wert von 2.400 Euro erst einmal nur Flüge im Privatjet, dennoch sind die vorgeschlagenen Steueraufschläge für Flugtickets ab Frankreich gewaltig und abhängig von der Flugstrecke und Reiseklasse.

  • Economy Class Flüge unter 2.000km: 30 Euro extra Steuern one way
  • Economy Class Flüge über 2.000km: 60 Euro one way
  • Business Class Flüge unter 2.000km: 180 Euro one way
  • Business Class Flüge über 2.000km: 400 Euro one way
  • Flüge im Privatjet, unabhängig von der Strecke: 2.400 Euro pro Flug

Es ist noch nicht klar, ob nur Abflüge aus Frankreich von dieser Steuer betroffen sein sollen oder auch ankommende Flüge. Letzteres wäre recht ungewöhnlich, aber grundsätzlich möglich.

Dabei soll diese Initiative auch in höchsten Regierungskreisen bis hin zum Präsidenten Unterstützer gefunden haben. In Frankreich will man schon seit längerem die Luftfahrt massiv einbremsen und sogar Inlandsflüge verbieten, wenn diese mit der Bahn bewältigt werden können.

Airlines und Industrie sind empört

Das Ziel dieser neuen und extrem hohen Öko Steuer ist recht einfach zu erkennen, denn man möchte die Menschen schlicht und ergreifend dazu bewegen weniger zu fliegen. Genau gegen dieses Vorgehen laufen nun aber Airlines und die Industrie Sturm und weisen es als unverhältnismäßig und nicht zielführend zurück.

Der Direktor der französischen Luftaufsicht zeichnet schon ein sehr düsteres Bild, was die Folge der Einführung der Steuer wäre. So würde die Passagierzahl um 14-19 Prozent sinken, 120.000 bis 150.000 Arbeitsplätze verloren gehen und dies bei einer Reduktion des CO2 Ausstoßes von 3.5 Millionen Tonnen.

Um dies in Relation zu setzen, 3.5 Millionen Tonnen entsprechen 0,79% des Ausstoßes an CO2 in Frankreich pro Jahr. Damit hätte diese Öko Steuer auf Flüge außer einer politischen Strahlkraft kaum einen messbaren Effekt.

Generell ist das gerade in Frankreich immer wieder aufkommende massive Bedürfnis zum abstrafen oder Eindämmen des Luftverkehrs kaum rational zu erklären. So ist zwar der Transportsektor in Frankreich tatsächlich der größte CO2 Eminent, jedoch produziert die Luftfahrt nur 4% der CO2 Emissionen im Bereich Transport, während auf den Straßenverkehr 90% entfallen. Man könnte leicht argumentieren, dass man gerade im Staßenverkehr viel schneller und effizienter an Stellschrauben drehen könnte, um einen nennenswerten Effekt zu produzieren.

Frankreich diskutiert um eine Öko Steuer auf Flüge von bis zu 2.400 Euro pro Flug | Frankfurtflyer Kommentar

Es ist eigentlich ein absurder Vorschlag, denn mit dem Versuch Flugtickets in Frankreich so teuer zu machen, dass Passagiere nicht mehr fliegen wollen, treibt man diese Passagiere einfach nur zu Flügen ab dem benachbarten Ausland oder zu Umsteigeverbindungen.

Während man mit solchen Maßnahmen kaum einen nennenswerten Effekt erzielen würde, hätte es enormen Folgen für die gesamte Luftfahrt, welche gerade jetzt in ihrer schwersten Krises seit dem zweiten Weltkrieg steckt.

Leider sind solche Diskussionen selten rational, sondern vor allen politisch betreiben, wo die Wirkung eine größere Bedeutung einnimmt, als der eigentliche Effekt. Klar ist, dass die Luftfahrt selbst darauf bedacht ist ihren CO2 Fußabdruck deutlich zu verringern und hier kann man in sehr kurzer Zeit sehr viel einsparen. So spricht die Branche selbst davon, dass man binnen der kommenden zehn Jahre mindestens 25% CO2 einsparen kann und in etwa 50 Jahren könnte man durch alternative Kraftstoffe sogar ganz CO2 Neutral werden.

Sicher ist allerdings, dass es für diese Entwicklung viel Geld benötigt und mit Steuern, welche die Branche gezielt schädigt, geht man in eine andere Richtung und verlangsamt hier Prozesse des Wandels.

Für mich war und ist es immer nicht nachvollziehbar, warum man sich die Luftfahrt nun als den Prügelknaben auserkoren hat, dem man in einigen Darstellungen die alleinige Schuld an der globalen Erwärmung geben will. Sicherlich muss die Branche auch einiges tun, aber auch in vielen anderen Bereichen wird man massiv arbeiten und umdenken müssen, worüber wir allerdings nicht gerne sprechen.

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