Frankreich führt eine Öko-Steuer auf Flugtickes ein

Spätestens seit der letzten Europawahl ist klar, dass in Europa mehr gegen den Klimawandel und insbesondere gegen das Treibhausgas CO2 gemacht werden muss. Eines der in der Politik bevorzugten Mitteln ist hier die erhöhte Besteuerung von Flugtickets oder gar das Verbot von Kurzstreckenflügen.

Während man sich auf europäischer Ebene bis jetzt nicht auf einen Vorstoß einigen konnte, geht man nun in Frankreich einen Alleingang und wird 2020 eine Öko-Steuer auf Flugtickets einführen. Mit dieser Steuer will man insgesamt 180 Millionen Euro pro Jahr einnehmen und damit vorrangig Infrastrukturprojekte fördern, welche Alternativen zum Fliegen darstellen sollen.

Die neue Öko-Steuer auf Flugtickets in Frankreich soll je nach Flug und Klasse zwischen 1,50 Euro auf Inlandsflügen in der Economy Class bis zu 18 Euro auf der Langstrecke in der Business Class betragen. Interessanterweise sollen hierbei nur Tickets mit Start in Frankreich besteuert werden und nicht Flugtickets, welche im Transit über Frankreich führen.

Von Air France kommt heftige Kritik an der Öko-Steuer, denn die französische Airline empfindet diese als unfaire Benachteiligung im internationalen Wettbewerb. Air France hat ausgerechnet, dass die Öko-Steuer eine Mehrbelastung von 60 Millionen Euro pro Jahr für die Airline bedeutet, welche man aufgrund des starken Wettbewerbs nicht 1 zu 1 auf die Passagiere umlegen könne.

Air France erwartet durch diese Steuer einen Rückgang des eigenen Gewinns, was es der Airline schwerer macht in neue Flugzeuge zu investieren, welche einen niedrigeren Treibstoffverbrauch und hierdurch auch einen niedrigeren CO2 Ausstoß haben.

Der Alleingang von Frankreich bei der Öko-Steuer auf Flugtickets hat wohl mehr eine symbolische Wirkung, als eine nennenswerte Auswirkung auf die CO2 Bilanz von Frankreich. Auch sollte man immer bedenken, dass eine Steuer nicht zweckgebunden ist und man diese Öko-Steuer daher nicht zwingend für Infrastruktur Projekte nutzen muss.

Air France würde es übrigens durchaus begrüßen, wenn Frankreich das Schnellzugnetz innerhalb des Landes weiter ausbaut und auch an den Flughafen von Paris anschließt. So könnten Passagiere auf kürzeren Strecken innerhalb Frankreichs mit dem Zug nach Paris fahren und auf die Langstrecke umsteigen. Hierfür wäre allerdings eine Voraussetzung, dass man nicht erst aus der Innenstadt von Paris mit dem Zug zum Flughafen fahren muss.

Air France selbst gibt an, dass man an den Inlandslügen in Frankreich kein Geld verdient. Daher wäre eine Verlagerung des Inlandsverkehrs auf die Schiene auch für Air France eine positive Entwicklung.

Frankreich führt eine Öko-Steuer auf Flugtickes ein | Frankfurtflyer Kommentar

Die Luftfahrt wird in letzter Zeit gerne als der Klimakiller Nummer 1 betitelt, auch wenn jedem klar sein dürfte, dass dies nicht so ist, hat die Fliegerei einen nennenswerten Beteiligung an der schlechten CO2 Bilanz von vielen Ländern. Damit ist auch klar, dass die Luftfahrtindustrie einen Beitrag leisten muss um die CO2 Bilanz deutlich zu verbessern.

Ich persönlich halte von Steuern, wie der in Frankreich vorgeschlagenen recht wenig. In Deutschland ist man schon 2011 einen wesentlich drastischeren Weg mit der Luftverkehrsabgabe gegangen. Mit dieser Steuer hat Deutschland im letzten Jahr allein 1,2 Milliarden Euro eingenommen.

Grundsätzlich könnten auch Flugzeuge und Flüge mit einem überdurchschnittlichen CO2 Ausstoß pro Passagier besonders besteuert werden. Hierdurch würde man Airlines z.B. dazu motivieren, in moderne und Treibstoff sparende Flugzeuge zu investieren.

Lufthansa gibt z.B. an, dass man mit den neuen Airbus A350 oder Boeing 787 25 Prozent weniger Treibstoff verbrauchen werde, als die Boeing 747-400 oder Airbus A340-300, welche man hiermit ersetzen wird. Entsprechend geringer ist auch der CO2 Ausstoß.

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2 Kommentare

  1. Und wenn schon! 18 Euro mehr in der Business auf der Langstrecke? Peanuts im Verhältnis zum Flugpreis, den ich ab D oder CH zu bezahlen hätte!
    Nur versickert halt das Geld vermutlich schlussendlich wieder in irgendeiner Staatskasse. C’est la vie , n’est-ce pas ?

  2. Nein, nicht und wenn schon. Solche Sachen öffnen Tür und Tor. Das sieht man in D. Was wird denn mit der Luftverkehrsabgabe gemacht? Da fragt keiner mehr. Und jetzt CO2 Steuer. Wir zahlen seit Jahren Ökosteuer. Was wird denn damit gemacht? In das Klima investiert? Darüber spricht keiner. Dafür soll jetzt auf eine Steuer noch eine Steuer kommen. In D wird sich leider immer nur kurz aufgeregt und dann wird alles hingenommen und vergessen. Oder wieso fragt sonst keiner, ob die Ökosteuer dann zu Gunsten der CO2 Steuer abgeschafft wird? Sorry, aber das ist alles Augenwischerei, um eine Steuer einzuführen, gegen sie ja wohl keine was haben könne. Auch in Frankreich, wo die Kassen notorisch klamm sind.

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