Frühjahrsputz bei Lufthansa: Airbus A380 macht Platz, acht A320 werden reaktiviert

Foto: Lufthansa

Seit einem Jahr sind die Airbus A380 bei Lufthansa am Boden, ein erneuter Einsatz gilt als unwahrscheinlich. Der Konzern hat noch vor der Pandemie verkündet, sechs der Riesenjumbos vorzeitig an den Hersteller zurückgeben zu wollen. Die verbleibenden acht Flugzeuge wurden in ein Deep-Storage gesetzt und teilweise ins spanische Teruel überführt. Erst am vergangenen Montag ist die D-AIMD auf den Flugzeugfriedhof in die niederschlagsarme Gegend gebracht worden.

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Die Maschine hatte im April 2010 ihren Erstflug, keine zehn Jahre später wurde diese schon wieder außer Dienst gestellt. Nun wurde der Doppelstöcker für den Überführungsflug fit gemacht. Der Einsatz fand unter der Flugnummer LH 9922 statt, die Flugzeit betrug gut 1,5 Stunden. Zwei weitere A380 sollen bald folgen, Lufthansa schafft damit Platz am Flughafen Frankfurt. Die freigewordenen Flächen sollen für andere Maschinen genutzt werden, die im Sommer kurzfristig für den Linienbetrieb benötigt werden.

Die aktive Kranich-Flotte ist derzeit ziemlich überschaubar. Die verbliebenen Langstrecken werden neben den wenigen 747-8 mit den Typen A330, A340-300 und dem Airbus A350 bewältigt. Auf der Kurzstrecke stemmt die Regionaltochter CityLine einen großen Teil des Programms mit kleinem Gerät. Bei der Airbus A320-Familie sind neben einigen A319 überwiegend die neuen und spritsparenden A320neo und A321neo unterwegs. Deren Kabinen sind mit der maximalen Bestuhlung ausgestattet und können sowohl auf kurzen Strecken mit höherer Nachfrage als auch auf längeren Mittelstrecken wie z.B. den Kanarischen Inseln eingesetzt werden.

Um den anstehenden Ferienflugplan bewältigen zu können, müssen jetzt auch wieder ältere A320-Modelle reaktiviert werden. Wie das Portal aeroTELEGRAPH berichtet, werden zum Sommerflugplan sukzessive insgesamt acht A320ceo in den Verkehr gebracht. Zwei der Flugzeuge starteten bereits in dieser Woche innerhalb von Deutschland. Die D-AIWA sowie die D-AIUT gehören mit einem Alter von vier bzw. fünf Jahren zu den jüngeren Mitgliedern der Kurzstreckenfamilie.

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Viele Airlines halten nach wie vor am A380 fest, bei Emirates oder China Southern ist dieser auch in der Pandemie im Liniendienst. Bei Lufthansa sieht dessen Zukunft düster aus, mit den Riesenjumbos wird auch auf lange Sicht nicht mehr geplant. Die großen Jets wurden langzeit-eingelagert und verlassen nach und nach die früheren Hubs in München und Frankfurt.

Das anstehende Ostergeschäft findet hauptsächlich auf der Kurzstrecke statt, dafür braucht es nun Verstärkung. Der Nachfrageboom für Flüge wie z.B. nach Spanien ist allerdings Mitte April wieder vorbei. Die acht entstaubten A320 können dann wieder auf den freigeworden A380-Parkplätzen verweilen.

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