Kampf gegen Omikron: Kein Transit mehr über Hongkong

Cathay Pacific im Anflug auf HKG

Hongkong gehört zu den Ländern mit den härtesten Einreiseregeln im Kampf gegen Corona. Die Sonderverwaltungszone verschärft nun seine Corona-Politik abermals und untersagt Reisenden aus rund 150 Ländern den Transit. Damit versinkt der einst geschäftige Hub von Cathay Pacific in der Bedeutungslosigkeit.

Der Flughafen Chek Lap Kok (HKG) in Hongkong gehörte vor der Corona-Pandemie zu den wichtigsten Drehkreuzen im asiatischen Raum. Noch im Jahr 2019 flogen über 70 Mio. Passagiere von hier in die ganze Welt. Zugleich war der Hongkong International Airport größter Frachtflughafen der Welt und ist auch heute noch Heimatflughafen von Cathay Pacific.

Doch seit Beginn der Corona-Pandemie schwindet die Bedeutung des Airports, da Hongkong eine extreme Anti-Corona-Politik betreibt. Diese wirkt sich auch auf den Flugverkehr aus. So kam zu Beginn der Pandemie im März 2020 schon einmal zwischenzeitlich der komplette Passagier-Transit zum erliegen. Zwar fand in den vergangenen Monaten wieder Flugverkehr statt, doch Platzhirsch Cathay Pacific beförderte im November 2021 nur noch gut 70.000 Passagiere. Ein deutliches Indiz dafür, wie umständlich das Reisen von, nach oder über Hongkong zuletzt war.

Und unmöglich wird der Transit ab dem 15. Januar 2022 für Reisende aus rund 150 Ländern. Fluggäste aus allen Staaten, die von Hongkong als Kategorie A-Destinationen, als Hochrisikogebiet einkategorisiert wurden, dürfen für einen Monat nicht mehr über den Flughafen HKG reisen. Zu den Hochrisikogebieten zählen neben Deutschland, Österreich und der Schweiz auch nahezu alle anderen europäischen Länder.

Cathay Pacific Airbus A321NEO. Foto: Cathay Pacific

Kampf gegen Omikron: Kein Transit mehr über Hongkong | Cathay Pacific in Bedrängnis

Die Situation für die sowieso schon stark gebeutelte Fluggesellschaft Cathay Pacific wird damit immer bitterer. Zu einigen Ziel mit erhöhten Inzidenzwerten durfte die Airline aus dem Oneworld-Verbund zuletzt schon nicht mehr abheben. Auch das Cargo-Geschäft war in den vergangenen Monaten schon rückläufig. Nun darf Sie auch keine Transitpassagiere mehr befördern. Ausgenommen sind hier lediglich Diplomaten und Teilnehmer an den olympischen Winterspielen. Damit verschwindet die Daseinsberechtigung von Cathay Pacific immer mehr.

Und das sind schlechte Nachrichten für die vielen Vielflieger unter uns. Cathay Pacific bot in der Vergangenheit ein sehr solides Business Class Produkt und war eine der Oneworld-Airlines, die noch über eine First Class verfügen. Und die Lounge-Situation mit The Pier, The Bridge und The Wing und den teils beeindruckenden First Class Bereichen gehört zu den beliebtesten Orten für einen Zwischenstopp.

Wegweiser in einer Cathay Pacific Lounge. Foto: Nicole

Kampf gegen Omikron: Kein Transit mehr über Hongkong | Frankfurtflyer Kommentar

Das Leise sterben des Wirtschaftsstandorts Hongkong und seines Flughafens, so drängt sich das Fazit auf. Mit der stärker werdenden Einflussnahme Chinas sah es für Hongkong sowieso perspektivisch nicht mehr so gut aus. Die Corona-Pandemie scheint den Prozess noch zu beschleunigen.

Nun gilt das Transitverbot zunächst mal nur für einen Monat und wird in den nächsten Wochen sicher neu bewertet. Doch während wir eher auf eine Verbesserung in Hongkong hofften, trat das Gegenteil ein.

Wer Pläne für eine Reise nach oder über Hongkong hatte, sollte sich spätestens jetzt Gedanken über eine Alternative machen.

Quellen: OMAAT, Bloomberg

 

Das könnte Euch auch interessieren

7 Kommentare

    • Oder dass du den Flug nutzen darfst! Es ist ein Drama und ich sehe nicht wie die EXIT Strategie von China und Hongkong aussehen soll. Die fehlt ja schon hier, aber in HKG ist kein Ende und kein Leben mit dem Virus in Sicht.

  1. Auch wenn vielleicht doch nicht mehr dahinter stecken sollte, wird der Sonderwirtschaftszone durch die dumme Corona-Politik der Regierung von Hongkong das wirtschaftliche Rückgrat gebrochen. Ein Schelm wer Böses dabei denkt.

  2. Hatten auch letztes Jahr im Mai 2 Flüge in C nach Hong Kong gebucht. Einreise bzw. Transit ist jetzt ja final hoffnungslos. LH hat unsere Reisezeiten auch komplett umgestellt und uns aufgefordert, wenn wir damit nicht einverstanden sind, sich via Hotline zu melden (Frist 30. Jan). Würden gerne umbuchen bzw. stornieren, hängen aber seit Tagen stundenlang in der warteschleife um dann wiederholt rauszufliegen. Hatte hier mal irgendwann gelesen, dass es da wohl den ein oder anderen Trick gibt, bzw. alternative Nummern (haben keinen Status bei LH) . Finde den post aber nicht mehr. Vielleicht hat ja jemand einen Tipp für mich… Wäre super.. DANKE

    • Hallo Nils,

      Ich fühle mit dir und es ist super ärgerlich.

      Bzgl. Lufthansa haben wir gute Erfahrungen mit der LH Service App gemacht hier kannst du dein anliegen benennen und bekommst entsprechende Durchwahl Nummern. Wartezeit ist meist unter 10 Minuten.

      LG
      Christoph

  3. Super – danke dir für die schnelle Rückmeldung. Werden es jetzt direkt mal so angehen.
    P.S. An dieser Stelle auch mal dickes Lob an dich, dein Team und die Seite generell. Dank Euch zum Meilensammeln gekommen und aufgrund der ganzen Tipps auch mittlerweile so gut dabei, dass pro Jahr für all unsere Fernreisen (3-4 / zum Teil nur mit meiner Frau, teilweise aber auch mit meinen Eltern dazu) Businessclassflüge rausspringen. genial.

    Daher – Merci

Antworten

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.


*


Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.