Langstrecken machen Lufthansa Sorgen

Foto: Lufthansa

Langstreckenflüge waren historisch gesehen immer der wichtigste Teil im Streckennetz der Lufthansa, denn wie bei quasi jeder Netzwerkairline, hat man mit genau diesen Flügen den mit Abstand größten Profit gemacht. Dies gilt besonders in Europa, wo durch die Konkurrenz der Billigflieger die Preise auf Kurzstrecken derartig gefallen sind, dass Airlines wie Lufthansa mit ihrer vergleichsweise hohen Kostenstruktur hier kaum Geld verdienen können.

Nun machen aber besonders die Langstrecken der Lufthansa Sorgen, denn hier sind die Buchungen hinter den Erwartungen deutlich zurückgeblieben. Damit sind die Langstrecken genau das Gegenteil zu den Kurzstrecken, welche sich bei Lufthansa und auch Swiss deutlich besser entwickelt haben, als man dachte.

Lufthansa musste auf den Kurzstrecken sogar kurzfristig zusätzliche Flüge schaffen und größere Flugzeuge einsetzen, da die Flüge besser gebucht und auch voller waren, als ursprünglich geplant. Dies liegt insbesondere daran, dass die Reisefreiheit in Europa recht schnell wieder hergestellt wurde und die Passagiere dies auch besser als erwartet angenommen haben.

Auf der Langstrecke sieht die Situation allerdings deutlich anders aus, denn hier gibt es weiterhin weltweit massive Reisebeschränkungen und auch wenn die EU wieder einzelnen Staaten die Einreise erlaubt, wird es wohl noch Monate dauern, bis wir wieder eine nennenswerte Entspannung sehen werden.

Besonders die USA machen Sorgen

Der mit Abstand bedeutendste Handelskanal der Welt befindet sich zwischen den USA und Europa. Nirgendwo wird ein höherer Umsatz an Gütern und Waren umgeschlagen als hier und entsprechend sind Flüge zwischen Europa und Nordamerika auch die bedeutendsten Langstrecken für die Lufthansa Gruppe.

Man hat von den aktuell wieder für den Einsatz eingeplanten Langstreckenflugzeugen bei Lufthansa und Swiss über 50% der Flugzeuge für USA Flüge vorgesehen. Die anhaltenden Einreiseverbote lassen hier allerdings die Buchungen, trotz des deutlich ausgebauten Angebotes, nicht nach oben schnellen, wie man es bei Europaflügen gesehen hat.

Der Lufthansa CEO, Carsten Spohr, sagte in einem Interview mit der N.Z.Z., dass er hoffe, dass sich die Situation bis September auch hier entspannen würde. Ob dies wirklich passiert, ist in Anbetracht der gerade eskalierenden Situation in den USA jedoch nicht sicher abzusehen.

Langstrecken machen Lufthansa Sorgen | Frankfurtflyer Kommentar

In Europa nimmt man es vermutlich als nicht so dramatisch war, denn wir befinden uns hier in einer erstaunlich gut funktionierender Travel Bubble, welche uns fast alle Freiheiten von vor der Krise wieder gibt. Weltweit sieht die Situation allerdings deutlich anders aus und dies nicht nur weil hier teilweise das Virus nicht so gut unter Kontrolle gebracht wurde wie in Europa.

Die Luftfahrt ist vorrangig eine Globale Industrie und daher sind Airlines besonders von den globalen Entwicklungen abhängig. Aktuell sieht die globale Situation noch lange nicht so aus, dass sich die Branche schnell wieder erholt.

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7 Kommentare

    • JA aber je später es passiert, desto problematischer wird das ganze. Die Situation in den USA wird vermutlich auch nicht zu einer erhöhten Reiselust beitragen.

      • Da gebe ich dir Recht. An der USA scheiden sich bekanntlich die Geister, das bekommt man stets mit. Aktuell gibt es die Ausschreitungen on top. Wenn die USA erst im Winter die Grenzen öffnen, ist zudem eh weniger Touri-Verkehr als im Sommer. Da kann man nur hoffen, dass der Geschäftreiseverkehr nahezu 1:1 zurückkommt.

        Was will man machen? Die Luftfahrt hat es schwer in Zeiten von Corona!

  1. … oder es liegt auch ein wenig daran, dass die Kunden verärgert sind und andere Airlines buchen/in Zukunft buchen wollen. Das ist zumindest bei mir der Fall.

    • So werden es hoffentlich die Meisten tun, die, gegen geltendes Recht, seit Monaten auf Refunds warten müssen bzw. zur Akzeptanz von Gutscheinen genötigt wurden. Lufthansa steht für mich mittlerweile auf einer Stufe mit Ryanair und ist die allerletzte Option die ich bei einer Buchung wähle. Das Kündigen der Lounge-Verträge der vergangenen Tage wird sicher nicht zu steigenden Buchungszahlen führen und ist nur ein weiterer Punkt in der langen Liste von Unverschämtheiten die sich LH in den letzten Jahren gegenüber Ihren Kunden leistet.

  2. Bei lufthansa langfristig buchen verbietet sich.
    Wenn überhaupt , dann nur last Minute.
    Monate vergehen ohne erstattung.
    Zwangskredit !!! Was nützen gesetzliche Regelungen , wenn lufthansa diese ignoriert und keine Sanktion erfolgt ?

  3. Naja,

    Einreise in die USA ist eben für Nicht-Residents/-Citizens die 14 Tage vorher im Schengenraum waren, nicht möglich. Umgekehrt dürfen US-Amerikaner in der Regel unabhängig vom vorherigen Aufenthaltsort gar nicht in die EU einreisen.

    Wer soll dann zwischen USA und EU fliegen?

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