Lohnausfälle bei Germania – Geld von Investoren fehlt noch

Bereits Anfang Januar brodelte die Gerüchteküche um ein mögliches Grounding von Germania. Am 19.1. wurde dann bekannt, dass unbekannte Investoren 15 Millionen Euro in Germania investieren möchten, was die Situation vorerst retten würde. Dieses Geld scheint bei der Airline allerdings noch nicht eingegangen zu sein, denn heute teilten Geschäftsführer und Eigentümer den Angestellten mit, dass es Lohnausfälle bei Germania geben wird. Wie weit genau sich die Lohnauszahlung nach hinten verschiebt, ist bisher noch nicht bekannt.

Lohnausfälle bei Germania | Große Verluste seit drei Jahren

In den letzten drei Jahren soll die Airline rund 60 Millionen Euro Verluste eingefahren haben, wodurch die Lage (vorsichtig gesagt) angespannt war. Laut einem Sprecher der Airline soll die momentane Situation keine Auswirkungen auf den „stabilen“ Flugbetrieb haben, lediglich die Mitarbeiter wurden um Entschuldigung für die jüngsten Gegebenheiten gebeten.

Aufgrund der Lohnverzögerung bei Germania sollen sich die ersten Mitarbeiter, vor allem Piloten, krank gemeldet haben. Vielleicht ist die Lage der Germania doch nicht so sicher, wir Mitte Januar berichtet. Denn wer schon keine Löhne mehr für Mitarbeiter mehr zahlen kann, steht hart an der Klippe.

Lohnausfälle bei Germania | Frankfurtflyer Kommentar

Germania ist eine der letzten eigenständigen deutschen Airlines und es wäre äußerst schade, wenn sie vom Markt verschwinden würde. Die Tatsache, dass man nun die Gehälter aller Angestellten nicht pünktlich bezahlen konnte zeigt allerdings auch deutlich wie extrem angespannt die Situation bei der Airline aus Berlin ist.

Die Gehälter der Angestellten sind für gewöhnlich das Letzte, was man nicht mehr bezahlt, denn dies führt sehr schnell zum Stillstand und zu massivem Unmut der Belegschaft. Es bleibt zu hoffen, dass Germania tatsächlich einen neuen Investor gefunden hat, welcher möglichst zügig neue Finanzmittel in das Unternehmen leiten kann. Es wäre unglaublich traurig, wenn diese traditionsreiche deutsche Fluglinie auch die Segel streichen müsste, was die nächste größere Insolvenz einer deutschen Airline seit der spektakulären airberlin Insolvenz im Sommer 2017 wäre.

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1 Kommentar

  1. Wenn Germania es nicht schaffen sollte, wäre das nicht nur für die Belegschaft eine Katastrophe, sondern auch für mehrere Flughäfen und die Leute, die von dort reisen wollen. An einem kleinen Flughafen in meiner Nähe hat Germania einen satten Marktanteil von über 25% und bietet als einzige Fluggesellschaft Ziele außerhalb der Türkei und Mallorca an. Wenn das wegfällt, dann wäre das mehr als traurig, denn alle anderen Carrier kümmern sich fast nur um ihre großen Abflughäfen, was für die Kunden längere Reisezeit, evtl. Umsteigen oder Übernachten und damit verbunden deutlich höhere Kosten mit sich bringt. Aber das ist natürlich nichts im Vergleich zu den Leuten, deren Arbeitsplatz von Germania oder dem Passagieraufkommen an kleineren Flughäfen abhängt.

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