LOT bekommt Staatshilfe

In den letzten Jahren gab es bei der polnischen LOT eigentlich nur eine Richtung und die war Wachstum, denn das Geschäft der Airline aus Warschau hat sich eigentlich blendend entwickelt und man wurde in zehn Jahren von einer angestaubten Ostblock Airline zu einer globalen Airline mit immerhin auch 15 Boeing 787 Dreamliner in der Flotte und Langstrecken nach Asien und Nordamerika.

Mit stolzgeschwellter Brust hat man noch Anfang des Jahres verkündet, dass man die durch die Thomas Cook Insolvenz angeschlagene Condor übernehmen wolle und sich so zu einem neuen, großen Luftfahrtkonzern in Europa etablieren.

Und dann kam Corona – dies änderte alles und LOT, bzw. vor allem deren Muttergesellschaft PLG ist in finanzielle Schwierigkeiten geraten, sodass sogar laut über eine Insolvenz von LOT nachgedacht wurde, nachdem man auch die Übernahme von Condor abgeblasen hatte.

Die Insolvenzpläne für LOT sind nun vom Tisch und die Airline wird vom polnischen Staat insgesamt 2,8 Milliarden Polnische Zloty, umgerechnet etwa 630 Millionen Euro erhalten. Diese Staatshilfen wurden nun von der Regierung in Warschau genehmigt und sollen noch in diesem Jahr an LOT fließen.

Mit den Staatshilfen ist zwar die Insolvenz von LOT vom Tisch, allerdings hatten die Airline und deren Muttergesellschaft sogar 4,5 Milliarden Zloty vom Staat gefordert, um die Folgen der Pandemie ausgleichen und überbrücken zu können. LOT musste im März den Flugbetrieb für über einen Monat komplett einstellen und auch jetzt fliegt man deutlich unter dem Niveau des Vorjahres.

Bis Jahresende rechnet Lot mit etwa 3 Millionen Passagieren, was einem Passagierrückgang von über 70 Prozent im Vergleich zum Vorjahr bedeutet. Die meisten der drei Millionen Passagiere sind auch von Januar bis Mitte März mit der Airline gereist.

Die 2,8 Milliarden Zloty für LOT, kommen zu einer Milliarde aus einer Kapitalerhöhung und fließen damit direkt in das Eigenkapital der Airline. Weitere 1,8 Milliarden Zloty werden als Kredit vom Staat zur Verfügung gestellt.

LOT bekommt Staatshilfe | Frankfurtflyer Kommentar

Die Coronaviruspandemie hat die Luftfahrt vor eine noch nie dagewesene Krise gestellt, denn seit März kann quasi keine Airline der Welt mehr ihr Geschäft auch nur annähernd normal ausüben. Entsprechend brauchen auch alle Airlines in der ein oder anderen Form Hilfen, um zu überleben.

Dass man bei LOT so lange gezögert hat, war für mich durchaus überraschend, denn die Airline ist auch für Polen so etwas wie ein nationales Heiligtum, allerdings sind Staatshilfen auch immer ein Politikum und an welche Auflagen und Bedingungen die Gelder geknüpft sind ist noch nicht bekannt. Sicher ist aber, mit der Kapitalerhöhung, erhöht der Staat auch seinen Einfluss bei LOT.

Danke: AeroTelegraph

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