Catering Streik bei Lufthansa-Tochter LSG Sky Chefs vorerst abgesagt

Die Lufthansa warnte ihre Kunden zuletzt, dass es bereits an diesem Wochenende zu Engpässen bei der Board-Verpflegung kommen kann. Für Montag und Dienstag (2. & 3. Dezember 2019) rät empfahl die Fluggesellschaft auf Grund eines, bei ihrem Tochterunternehmen LSG Sky Chefs, geplanten Streiks sogar dazu, sich vor Abflug selbst mit Essen und Getränken zu versorgen. Diesen Streik sagte die Gewerkschaft Verdi nun kurzfristig wieder ab, nachdem die Unternehmensleitung des Lufthansa Konzerns ein verbessertes Angebot vorgelegt.

Vor einigen Tagen haben wir darüber berichtet, dass der Lufthansa Konzern sein Catering-Unternehmen LSG Sky Chefs nach langer Ungewissheit für die Beschäftigten an die Schweizer Gate Gourmet verkauft. Das hat nun erste Auswirkungen auf den Flugbetrieb bei Lufthansa, denn neben dem Anfang der Woche angekündigten Streik, kämpft das Unternehmen schon an diesem Wochenende mit einem erhöhten Krankenstand. Dadurch kann auch heute auf Lufthansa Flügen (1. Dezember 2019) schon nicht der gewohnte Board-Service bereitgestellt werden. Während Langstrecken derzeit noch nicht betroffen sind, sind die Auswirkungen auf innereuropäischen Flügen inklusive Nordafrika und anderen Mittelstrecken-Ziele spürbar.

LSG Catering Streik: Lufthansa rät Passagieren zur Selbstversorgung | Update

Die vereinigte Dienstleistungsgewerkschaft informierte am Sonntag, dass der 24-stündige Streik nun doch erstmal nicht stattfindet. Ursache für die Wendung im Rahmen des Verkaufsprozesses der LSG Sky Chefs sei ein verbessertes Angebot, welches der Lufthansa Vorstand kurzfristig vorlegte.

Verdi kritisierte zuletzt, dass die Lufthansa bisher „nur in unzureichendem Maße Angebote zur Einkommenssicherung bei Gehaltskürzungen durch den neuen Eigentümer vereinbaren wollte“. Für den 4. Dezember ist nun ein weiterer Verhandlungstermin geplant. Bis dahin ist noch nicht absehbar, ob es kurzfristig doch noch zu Streiks bei der LSG kommt. Außerdem bleibt abzuwarten, ob sich unabhängig von Arbeitskampfmaßnahmen die Personalsituation der noch Lufthansa-Tochter am Montag wieder normalisiert.

Die ursprüngliche Nachricht:

LSG Catering Streik: Lufthansa rät Passagieren zur Selbstversorgung | Verpflegung in Eigenregie

Nach dem Streik-Aufruf der Gewerkschaft Verdi wird es am Montag und Dienstag voraussichtlich gar keine Board-Verpflegung auf innereuropäischen und innerdeutschen Flügen geben. Auf Langstreckenflügen wird hingegen nur ein abgespeckter Service bereitgestellt.

Für Abflüge ab Frankfurt stellt die Lufthansa an den Gates A12, A22, A50, B30 und Z12 Verpflegungsstationen mit kostenlosen Getränken und Snacks zur Verfügung. Auch in München werden derartige Stationen in Terminal 2 und dem Satelliten-Terminal sowohl im Schengen, wie auch Non-Schengen-Bereich für Fluggäste bereitgestellt.

Von allen anderen deutschen und europäischen Flughäfen empfiehlt die 5-Sterne-Airline Lufthansa, sich nach der Sicherheitskontrolle selbst Essen und Getränke zu kaufen und die Kosten dafür erstatten zu lassen.

LSG Catering Streik: Lufthansa rät Passagieren zur Selbstversorgung | Was Fluggäste jetzt wissen müssen

Ausgehend von der Pressemitteilung der Lufthansa beantworten wir Euch hier direkt, was Ihr jetzt tun könnt, wenn Ihr in den nächsten Tagen auf einem Lufthansa Flug gebucht seid.

Wie kann ich entstandene Zusatzkosten für Verpflegung erstatten lassen?

Wichtig ist, dass Ihr auf jeden Fall den Beleg über den Kauf aufbewahrt. Ihr könnt die Belege dann online unter lufthansa.com/feedback oder per Mail an customer.relations@lufthansa.com einreichen und erstatten lassen.

Welche Kosten kann ich mir erstatten lassen?

Fliegt Ihr ab Frankfurt und München, kümmert sich Lufthansa über Verpflegungsstationen um Euer leibliches Wohl. Daher dürft Ihr nur für Flüge ab anderen Flughäfen einkaufen gehen. Lufthansa selbst rät dazu, erst nach der Sicherheitskontrolle Verpflegung einzukaufen. Das macht auch insofern Sinn, dass Ihr Getränke nicht durch die Sicherheitskontrolle bekommt.

Über die Höhe der Ausgaben und welche Artikel möglich sind, macht Lufthansa jedoch keine konkreten Angaben. Die Airline spricht hier lediglich über eine Plausibilitätsprüfung. Wir gehen davon aus, dass alles was sonst auf einem normalen Flug auch verfügbar wäre, auch im Vorfeld gekauft werden darf. Ihr solltet Euch also nicht mit einem Economy-Ticket im Caviar House eindecken. Eine kleine Flasche Wein auf einem innereuropäischen Business-Class Ticket sollte nach unserer Auffassung allerdings kein Problem sein.

Um später keine Probleme bei der Abrechnung zu haben, solltet Ihr die Verhältnismäßigkeit bewahren.

Kann ich meinen Flug auch umbuchen?

Ja, soweit Ihr Euer Flug für den 2. oder 3. Dezember 2019 geplant ist und das Ticket vor dem 30. November 2019 ausgestellt wurde, bucht Euch Lufthansa auf Wunsch kostenlos um.

Was kann ich tun, wenn ich Business oder First Class fliege?

Ein hochwertiges Catering ist ein wesentlicher Bestandteil der Business oder First Class. Daher solltet Ihr nicht mit einem abgespeckten Service zufrieden sein. Lufthansa bietet auch hier eine kostenlose Umbuchung in die jeweils niedrigere Beförderungsklasse an, soweit Verfügbarkeiten vorhanden sind.

Dies gilt für alle Flüge am 2. oder 3. Dezember 2019, wenn das Ticket vor dem 30. November 2019 gebucht wurde.

Gibt es weitere Kompensationen?

Uns liegen Erfahrungen von vergangenen Catering-Ausfällen vor, bei denen Fluggäste eine Kompensation in Form von Miles & More Meilen erhalten haben. Die Meilen wurden ganz unkompliziert nach einer kurzen sachlichen Beschwerde angeboten. Ob sich Lufthansa auch bei einem offiziellen Streik so kulant zeigt, solltet Ihr auf jeden Fall ausprobieren. Der Aufwand hierfür ist gering.

LSG Catering Streik: Bei Lufthansa bleibt am Montag und Dienstag die Küche kalt (Symbol-Foto).

LSG Catering Streik: Lufthansa rät Passagieren zur Selbstversorgung | Frankfurtflyer Kommentar

Guten Appetit! Dass die Pläne der Lufthansa die eigene Catering-Tochter LSG Sky Chefs zu verkaufen, nicht ohne Komplikationen bleiben, konnten wir Fluggäste in den letzten Monaten häufig spüren. Nun steht der Verkauf seit einigen Tagen fest. Die schweizerische Gate Gourmet Gruppe soll LSG übernehmen.  Die Gewerkschaft Ver.di hat die LSG -Beschäftigten nun zum Streik aufgerufen und damit sind wir wohl auf dem Höhepunkt der Einschränkungen für Passagiere der Lufthansa.

Auch wenn „Selbstversorgung“ zunächst mal lustig klingt, kann man Lufthansa hier keinen Vorwurf machen, die Einschränkungen für Kunden nicht  so gering wir möglich zu halten. Spannend bleibt nun abzuwarten, wie schnell und unkompliziert Lufthansa Ausgaben für das BOB („bring on board“) erstattet und welche Ausgaben akzeptiert werden.

Interessant in diesem Zusammenhang auch: Airlines verbieten normalerweise aus Sicherheitsgründen, eigenen Alkohol mit an Board zu bringen. Mit dieser Regelung behält die Crew die Kontrolle darüber, dass Fluggäste nicht zu stark alkoholisiert an Board sind. Ist diese Regelung für Montag und Dienstag nun außer Kraft gesetzt?

Seid Ihr von den LSG Streiks betroffen? Gab es Catering an Board Eurer Flüge oder was habt Ihr Euch selbst gekauft? Diskutiert mit uns!

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4 Kommentare

  1. Womit wieder einmal mehr bewiesen ist: Zum Glück für den Heimflug nach ZRH ab CPT South African AirWays und SWISS via JNB gebucht. Wollte eigentlich den direkten LH Flug via MUC buchen, da Tagesflug.
    Wobei: SAA war am letzten Wochenende ebenfalls vom „Streikvirus“ befallen. Ab morgen Montag hat sich jedoch alles normalisiert. Glück gehabt – – – trotz Murphy’s Law

  2. Leute, was schreibt ihr hier für Blödsinn! Streik gibt’s nur bei Tarifverhandlungen. Das hier ist entweder „Protestaktion“ oder „wilder Streik“ und somit illegal.

    Die folge wäre – und das würde LSG jetzt mal echt gut tun! – dass alle die hier „streiken“ fristlos entlassen werden. Wie ich LH kenne, werden die das aber nicht machen… schade, dass sich deutsche Firmen von Gewerkschaften so in ihre unternehmerischen Entscheidungen rein quatschen lassen und dann nicht mal die Eier haben, die Konsequenzen zu ziehen, die es sonst überall auf der Welt hätte…

    Ich finde, auch blogs sollten ein gewisses Mindestmass an Seriösität wahren und nicht einfach das Geschwafel von anderen Online-Websites wiederkauen!

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