Luftfahrtgesellschaft Walter (LGW) meldet Insolvenz an

Dash der LGW in Eurowings Livery. Foto: Zeitfracht

Die deutsche Luftfahrtindustrie verzeichnet ein weiteres Opfer der Krise um das Coronavirus. Am Mittwoch (22. April 2020) hat die Luftfahrtgesellschaft Walter (LGW) beim Amtsgericht Düsseldorf Insolvenz in Eigenverwaltung angemeldet. Betroffen sind 354 Mitarbeiter und 15 Flugzeuge.

Bereits seit einigen Wochen befinden sich die Mitarbeiter der Zeitfracht-Tochterfirma in Kurzarbeit. LGW flog zuletzt innerhalb Europas für Eurowings. Nachdem die Corona-Krise den Flugbetrieb von Eurowings weitestgehend lahm legte, wurde auch der Vertrag mit LGW gekündigt. Die finanzielle Situation wurde dann jetzt so kritisch, dass das Unternehmen Insolvenz anmelden musste.

Die 15 Flugzeuge des Typ De Havilland DHC-8 (kurz Dash) sind laut einem Bericht von aero.de derzeit in Bratislava abgestellt. Als neuer Geschäftsführer wurde Rechtsanwalt Michael Wilbert von der Wirtschaftskanzlei GÖRG bestellt.

Luftfahrtgesellschaft Walter meldet Insolvenz an | Bewegte Zeiten für LGW

Mit dem Thema Insolvenz musste man sich bei der Luftfahrtgesellschaft Walter vor gar nicht so langer Zeit beschäftigen. Die Fluggesellschaft war ein Teil der Airberlin Gruppe und ging im Rahmen des Insolvenzverfahrens der Mutter an Eurowings. Doch der Lufthansa-Konzern hatte nicht lange Spaß an der kleinen Airline mit Ihren Dash-Fluggeräte und veräußerte sie nur kurze Zeit später an die Kölner Zeitfracht, unter der auch WDL Aviation im Wetlease Linienflüge durchführte.

Luftfahrtgesellschaft Walter meldet Insolvenz an | Frankfurtflyer Kommentar

Die letzten prominenten Opfer der Corona-Krise sind nur ein paar Tage alt. Nachdem es zunächst für South African Airways eng wurde, meldete zuletzt auch Virgin Australia Insolvenz in Eigenverwaltung an. Während Südamerika und Australien weit weg sind, war es nur eine Frage der Zeit, bis es die nächste europäische oder sogar deutsche Airline trifft. Und so kam es dann leider jetzt mit der Insolvenz der kleinen sympathischen Luftfahrtgesellschaft Walter aus Dortmund.

Auch wenn die derzeitige Situation speziell ist: Wieder einmal zeigt sich, dass auch Wetlease-Anbieter sich nicht von einem Auftraggeber abhängig machen sollten.

Wir wünschen den Mitarbeitern von LGW alles Gute.

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2 Kommentare

  1. Der Trick via LGW war schon verflucht geschickt von der LHG gewesen 🙂
    Schnell noch ein paar A320/A319 zu den DH8 gestellt und damit kostengünstig wertvolle Slots von AirBerlin gesichert. Für um die 20 Millionen gab es auf diese Weise hübsche Slots für Düsseldorf.. Die Slots konnten nach der erfolgreichen Übernahme ganz gemächlich samt der im AOC aufgeführten Airbusflieget in das EWD-AOC übertragen werden. Danach veräußerte man LGW wieder, ohne Personal übernehmen zu müssen. So gelangten 13 Airbusflieger samt Slots quasi zum Nulltarif und ohne teuren Personaltransfer in den Lufthansakonzern. Mit Niki hatte man ähnliches geplant… tjoaaaa die Jungs in der Kölner Zentrale sind nicht unfähig (nur nicht immer so geschickt wie bei LGW)

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