Lufthansa baut Airbus A350-900 zum fliegenden Klima Labor um

Wissen ist Macht, so sagt es ein Sprichwort und auch in der Wissenschaft gilt, je mehr Daten man hat, desto genauer kann man Dinge berechnen. Noch genauer das Wetter vorhersagen, noch präziser Klimaveränderungen analysieren, noch besser erforschen, wie die Welt sich entwickelt. Das ist das Ziel einer weltweit einmaligen Kooperation zwischen Lufthansa und mehreren Forschungsinstituten.

Hierfür wird Lufthansa einen Airbus A350-900 zum fliegenden Klima Labor umbauen und mit dem Langstreckenflugzeug in der in der Tropopausenregion (in neun bis zwölf Kilometern Flughöhe) rund 100 verschiedene Spurengase, Aerosol- und Wolkenparameter messen.

Nicht zufällig setzt man hierbei auf das modernste und sparsamste Flugzeug der Lufthansa Flotte, welches aktuell bei Lufthansa Technik umgebaut wird und insgesamt 1,6 Tonnen an Bord bekommt. Mit der empfindlichen Technik soll das Flugzeug dann ab Ende des Jahres aus München wieder Langstreckenflüge um die ganze Welt fliegen.

Im Hangar von Lufthansa Technik auf Malta erfolgten die ersten und umfassendsten Umbaumaßnahmen. Am unteren Flugzeugrumpf wurden die Vorbereitungen für die Installation des Luft-Einlasssystems getroffen. Danach folgt eine Reihe von Testfügen, an deren Ende die Zertifizierung eines rund 1,6 Tonnen schweren Klimaforschungslabors, des sogenannten CARIBIC-Messcontainers steht. Die Abkürzung CARIBIC steht dabei für “Civil Aircraft for the Regular Investigation of the atmosphere Based on an Instrument Container”. Das Projekt ist Teil eines umfassenden europäischen Forschungskonsortiums.

Damit leistet Lufthansa auch einen wichtigen Beitrag für die Klimaforschung, die mit diesen einzigartigen Daten die Leistungsfähigkeit heutiger Atmosphären- und Klimamodelle und damit deren Aussagekraft für das zukünftige Klima auf der Erde bewerten kann. Das Besondere: Klimarelevante Parameter können in dieser Höhe mit deutlich höherer Genauigkeit und zeitlicher Auflösung an Bord des Flugzeugs erfasst werden als mit satelliten- oder bodengestützten Messsystemen.

Annette Mann, Head of Corporate Responsibility der Lufthansa Group:

Die Umrüstung unserer A350-900 ‚D-AIXJ‘ zum Klimaforschungsflugzeug ist für uns etwas ganz Besonderes. Wir waren sofort begeistert von dem Vorhaben, CARIBIC auf unserem sparsamsten Flugzeugtyp einzusetzen. So können wir die Klima- und Atmosphärenforschung weiterhin bei ihrer wichtigen Aufgabe auf Langstreckenflügen unterstützen. Wir tragen dazu bei, dass besonders wichtige klimarelevante Parameter gerade in der Höhe erhoben werden, in der der atmo-sphärische Treibhauseffekt maßgeblich entsteht.

Dabei ist der Umbau des Airbus A350-900 zum fliegenden Klima Labor eine recht aufwändige Aktion, denn nicht nur dass es über drei Monate dauern wird, bis alle Systeme installiert sind, es sind auch mehr als zehn Firmen (insbesondere Lufthansa, Lufthansa Technik, Airbus, Safran, envis-cope und Dynatec) sowie das Karlsruhe Institute of Technology (KIT) als Vertreter eines größeren wissenschaftlichen Konsortiums beteiligt.

Dabei sind die Systeme, welche in das Flugzeug neu verbaut werden alles Unikate und der Lufthansa Airbus wird das einzige Flugzeug sein, welches mit dieser Messeinrichtung fliegt. Dies erklärt auch, weshalb der Umbau so lange dauert, denn für ein Passagierflugzeug muss alles sehr genau zugelassen und zertifiziert sein.

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Ich finde solche Projekte immer interessant und ich bin gespannt, ob man den Airbus A350-900 mit einer besonderen Lackierung oder wenigstens einem Sticker versehen wird, welcher auf das fliegende Klima Labor hinweist. Spannend ist es für die Wissenschaftler sicherlich die Messdaten aus einem Passagierflugzeug zu bekommen, denn auch wenn man auch mit einem Wetterballon aus hohen Luftschichten Daten bekommt, eine fast permanente Messstation in 12.000 Metern Höhe, welche sich auch noch über die gesamte Welt bewegt, liefert sicher eine Vielzahl an spannenden Daten.

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