Lufthansa bringt alte Servicebestandteile zurück

Die meisten Airlines haben in den vergangenen Monaten den Bordservice wegen der Corona-Pandemie reduziert oder sogar ganz eingestellt. Ziel ist es nach wie vor Kontakte zu vermeiden, die Kostenersparnis ist allerdings ebenfalls ein wichtiger Grund. Alle Fluggesellschaften stehen unter immensem finanziellen Druck.

Lufthansa hat zunächst Lounges geschlossen, das Priority Boarding abgeschafft und an Bord auf Kurzstrecken fast nur noch Wasserflaschen verteilt. Inzwischen haben einige Lounges wieder geöffnet, das Angebot wurde ebenfalls erweitert. In Europa wurde der Service an Bord in Business Class wieder in vollem Umfang aufgenommen, in Economy möchte man nun auch wieder Stück für Stück mehr anbieten.

Vielflieger hätten mehr erwartet

Regelmäßig werden Statuskunden der Airline zum Kundenerlebnis befragt, das Ergebnis war in den letzten Wochen wohl eher enttäuschend. So gab es bei Flügen bis zu 2,5 Stunden für Gäste der Economy Class keinerlei Snacks und nur eine Flasche Wasser. Erst bei längeren Strecken wie z.B. von Deutschland nach Lissabon oder in die Türkei wurden Sandwiches gereicht und ein volles Getränkesortiment angeboten.

Das ist Lufthansas neuer Bordservice während der Corona Pandemie

Das abgespeckte Konzept kam nicht gut an, daher will man nun etwas nachbessern und den Passagieren wieder mehr anbieten. Die Schritte in Richtung Service vor der Pandemie sind aber klein. So bleibt es in der Economy auf Inlandsflügen bei der Wasserflasche, bei internationalen Flügen ab 65 Minuten kommen Kaffee & Tee dazu und ab 120 Minuten gibt es wieder das komplette Angebot an Getränken.

In Sachen Snacks bleibt es zunächst bei den aktuellen Einschränkungen, man muss sich also größtenteils also selbst versorgen. Die Kranich-Airline hat jedoch angekündigt in Kürze weitere Anpassungen vorzunehmen.

Priority Boarding ist wieder da

Als Social Distancing-Maßnahme wurde beim Einsteigen ins Flugzeug das Priority Boarding auf Kurzstreckenflügen ausgesetzt. Das Boarding begann stattdessen mit Passagieren der Fensterplätze. Priority-Gästen wurde zwar angeboten, jederzeit einzusteigen, ihnen wurde jedoch bei einem Gangplatz empfohlen, erst mit der letzten Gruppe einzusteigen. Auf diese Weise sollte ein Aufstehen einzelner Gäste an Bord und daraus resultierende Staus vermieden werden.

Priority Boarding in Mailand Malpensa.

Das Aussetzen des Priority Boarding wurde allerdings von den betroffenen Kunden kritisiert. Daher wurde der Vorgang zum 1. September wieder eingeführt. Wann immer möglich, erfolgt das Priority Boarding über die Quick Boarding Gates. Die Mitarbeiter am Gate müssen weiterhin ein geordnetes Einsteigen mit gegenseitiger Rücksichtnahme auf den Mindestabstand sicherstellen.

Lufthansa bringt alte Servicebestandteile zurück | Frankfurtflyer Kommentar

Nur sehr langsam kehrt man bei Deutschlands größter Airline zum Alltag zurück. Einige Mitbewerber sind hier schon weiter. Bei KLM gibt es beispielsweise auch auf kurzen Flügen in Economy Saft, Wasser, Kaffee & Tee sowie einen Snack wie ein Stück Kuchen. Finnair bietet Service normalerweise nur gegen Bezahlung an, setzt aber den Bordshop zur Zeit ganz aus. Stattdessen erhalten alle Fluggäste kostenlose Snacks und Getränke.

Auf der anderen Seite gibt es auch noch einige Fluglinien die den Service komplett abgeschafft haben und auch in den Premiumklassen nur ein absolutes Minimum servieren. Immerhin erhalten Gäste der Business Class bei Lufthansa schon seit einigen Wochen wieder das gewohnte Sortiment. Die jetzt durchgeführten Anpassungen hätten dennoch durchaus großzügiger sein können.

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10 Kommentare

  1. Wünschenswert MEHR Service zu haben? Das bedeutet auch immer, dass alle Gäste während immer mehr Zeiten an Bord die Mund Nase Bedeckung abnehmen. Was da passieren kann sieht man ja beim Tuifly- Flug nach Cardiff. Meines Erachtens ist Schutz aller Mitreisenden in diesen Zeiten höher anzusiedeln als ausgedehnter Bordservice.

    • LOL. Wer Angst vor Corona hat, sollte gar nicht fliegen. Höhe Strahlung, Absturzgefahr, you name it – das Leben ist lebensgefährlich und Covid-19 ist nicht gerade die schwarze Pest.

    • Natürlich ein sehr gutes Argument!

      Die Frage ist ob es statt Wasser auch ein Kaffee oder das Feierabendbier sein darf was keinen Unterschied macht. Bei Flügen von 2-3 Stunden bringen sicher viele sicher auch selbst die eigene Verpflegung mit.

      Der Schutz aller an Bord darf nicht in den Hintergrund geraten, da gebe ich Dir absolut recht.

    • Ja nu, niemand zwingt einen dazu den Service auch anzunehmen. Wer will kann den ganzen Flug über FFP2 tragen und den Müsliriegel in die Tasche stecken.

      • Na wenn jemand der Müsliriegel so viel bedeutet… das Problem bin ja nicht ich- sondern dass 150 andere ihre Masken abnehmen um den Müsliriegel/ danach Gettänk/ danach Kaffee/ danach XYZ zu sich zu nehmen . Man kann in diesen Zeiten m. E.nach ruhig mal 2 h ohne Verpflegung auskommen.

  2. Ich finde es gut dass die Lufthansa ihren Bordservice wieder einführt..da ich auch demnächst mit ihr nach Kenia fliegen möchte. Gut wäre es sie würde auch Mombasa anfliegen..Liebe Grüsse an die Fluggesellschaft

  3. Was mir mehr fehlt als der Müsliriegel an Bord ist der Loungezugang bei nicht Heimatflughäfen von LH. Dies ist ein wesentlicher Produktbestandteil in C und für SEN/HON, der einfach Ignoriert wird.

  4. Ich finde es schon einen Unterschied, ob eine Flasche Wasser ausgeteilt wird( wäre für mich persönlich ausreichend /am liebsten ) oder das Bordpersonal sich länger aufhält.
    Ich würde mir selbst was mitnehmen .
    @ MM – schwarze Pest schon erlebt? Ob Covid-19 für jemand gefährlich ist, entscheidet sich erst wenn man es hat.

  5. Bezeichnend für die heutige Zeit, wie manche ihren persönlichen Komfort der Sicherheit und Gesundheit der Anderen vorziehen. Unglaublich.

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