Lufthansa CEO hofft auf Grenzöffnung zwischen USA und Europa in den kommenden Wochen

Lufthansa CEO Carsten Spohr bedauert, dass auf Grund der Verfügbarkeit eines indischen Callcenters zahlreiche Tickets noch nicht erstattet wurden. Foto: Lufthansa

Seit März sind die Grenzen der USA für alle Personen aus Europa geschlossen, wenn man von einigen Ausnahmen absieht. Mit der von Präsident Donald Trump unterschriebenen Anordnung, wurde so das Reisen zwischen Europa und den USA über Nacht unmöglich und das, obwohl dies der am stärksten frequentierte Langstreckensektor der Welt ist. Nirgends fliegen oder besser flogen mehr Passagiere als zwischen Europa und den USA.

Aber die Grenzschließungen hatten auch massive Auswirkungen auf die Wirtschaft auf beiden Seiten des Atlantiks, denn der transatlantische Handelskanal ist auch der umsatzstärkste der Welt und in den letzten Monaten ist hier der Umsatz um bis fast 35% zurück gegangen.

Besonders hart getroffen sind natürlich die Airlines, welche teilweise bis zur Hälfte ihrer Langstreckenpassagiere auf Transatlantikflügen in die USA transportieren. In einem Brief an die US Regierung und die EU, haben die Vorstände von Lufthansa, British Airways/Iberia, United Airlines und American Airlines betont, dass der transatlantische Sektor und die Aufhebung der Reisebeschränkungen auf beiden Seiten entscheidend für das Überleben der Industrie seien.

Nun hofft zumindest der Lufthansas CEO, Carsten Spohr, auf ein baldiges Ende der transatlantischen Reisebeschränkungen, wie er auf einer virtuellen Luftfahrtkonferenz am Freitag sagte. Der Schlüssel seien hierbei Corona Schnelltests, welche direkt vor dem Abflug durchgeführt werden.

Lufthansa will in den kommenden Wochen Testcenter in Deutschland und den USA aufbauen, an welchen mit Antigen Schnelltests binnen 15 Minuten eine Infektion mit dem Coronavirus nachgewiesen werden kann. Ein negatives Testergebnisse würde dann die Einreiserestriktionen für den Passagiere außer Kraft setzen. Spohr rechnet schon in den kommenden Wochen mit grünem Licht für ein Hochfahren des Flugverkehrs zwischen Deutschland und den USA – mit Corona Schnelltests.

Pikant an den angekündigten Schnelltests für USA Flüge der Lufthansa ist, dass diese zu Beginn nur für First und Business Class Passagiere zur Verfügung stehen sollen, da die Verfügbarkeit der Tests begrenzt ist. Bedeutet dies, dass man zu Beginn ein First- oder Business Class Ticket kaufen muss, um in die USA reisen zu können? Dumm wäre es nicht, denn in diesen Klassen verdient die Lufthansa das meiste Geld und man könnte so bei den Business Reisenden, welche nun teilweise sehr dringend reisen müssen, wenigstens etwas Geld in die Kassen spülen.

Lufthansa CEO hofft auf Grenzöffnung zwischen USA und Europa in den kommenden Wochen | Frankfurtflyer Kommentar

Transatlantikflüge sind für den Erfolg und Misserfolg der Lufthansa Gruppe mehr als entscheidend und auch US Airlines hängen massiv an diesen Flügen, welche sehr lukrativ sind. Aber auch in der Wirtschaft wird der Ruf nach einer Öffnung der Grenzen immer lauter und besonders der transatlantische Verkehr spielt hier eine große Rolle.

Die Äußerungen von Carsten Spohr machen durchaus Hoffnung, dass es vielleicht wirklich bald wieder die Möglichkeit von Transatlantikflügen für alle Passagiere mit einem negativen COVID-19 Befund geben wird. Auch wenn Spohr nicht dafür bekannt ist, Aussagen zu tätigen, welche sich nicht belasten lassen, hoffe ich persönlich sehr, dass er recht behält.

Am Ende sind die Reiserestriktionen vor allem sehr politisch motiviert, denn es ist inzwischen auch klar, dass die bloßen Grenzschließungen, wie wir sie Anfang des Jahres gesehen haben, nur sehr geringe, bis gar keine Auswirkungen auf die Verbreitung des Coronavirus haben. Von Passagieren mit einem negativen Coronatest geht eine sehr geringe Gefahr aus, dass sie das Virus einschleppen.

Grundsätzlich kann man klar sagen, dass nicht von der Reise selbst ein Problem ausgeht, sondern davon, wie man sich vor Ort verhält, um eine Infektion vorzubeugen.

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16 Kommentare

  1. Das wäre eine begrüßenswerte Entwicklung weg von Pauschalverboten hin zu Lösungsansätzen. Sollte das wirklich kommen, werden einige andere Länder auch nachziehen wollen. Bin gespannt.

  2. Ich denke eher Trump wird bis nach der Wahl warten und dann ohne irgendwelche Bedingungen freigeben. Macht ja auch keinen Sinn, das man aus der Türkei oder Mexico ohne Test einreisen darf und aus Europa nur mit.
    In Florida z.B. wurden heute sämtliche Covid Maßnahmen gestoppt. Restaurants dürfen 100% Kapazität füllen und auch darf niemand wegen nicht tragens von Masken oder mangelndem Abstand bestraft werden.

  3. Also nicht man erst Business, kurzvor dem Flug macht man dann den Schnelltest und da wird, aus welchem Grund auch immer, festgestellt, dass man zu allem übel positiv ist.was passiert dann?
    Und was passiert mit den Economy bzw. Premium-Economy Passagieren? Die werden dann bei der Einreise zufällig positiv getestet und werden dann angewiesen?

    • Hallo Jens,

      Das genaue Vorgehen ist nicht bekannt, daher kann das niemand beantworten. Aber auch wenn es eine sehr geringe Wahrscheinlichkeit geben könnte, dass Personen fehlerhaft nicht reisen dürfen (oder dann eben verspätet), sollte man immer bedenken, dass die Alternative bedeutet, dass NIEMAND reisen darf.

    • Wenn du Familie in den USA hast, kannst du die auch jetzt schon besuchen, zumindest wenn es direkte Familie ist. Auch hier gibt es Ausnahmen, weshalb die Regeln der USA aktuell nicht all zu viel Sinn machen. Mit einer Teststrategie würden sie deutlich besser fahren, aber Fakten sind nicht so die Sache einiger Entscheidet in Washington.

  4. Wieso reden alle von Business, Urlaub, Wirtschaft. Es gibt tausende internationale Paare, die sich seit Monaten nicht sehen können. Für viele selbstverständlich seinen Partner an der Seite zu haben, für unverheiratete Paare gibt es keine Möglichkeit in die USA zu kommen. Laut US Proglemation darf nicht mal die Spouse eines Greencard Holders einreisen. Dafür sollte man sich endlich mal einsetzen.

    • Hallo Melanie,

      Damit hast du zu 100% recht und diese Gruppe wird gerne vergessen. Ich denke es wird einfach Zeit, dass diese Reisebschränkung aufgehoben wird und durch eine sinnvolle Regelung ersetzt wird. Den Schaden und das Leid welches sie anrichtet ist nicht Wegzureden.

      LG
      Christoph

  5. Das gibt dem allgemein belächelten Business-Kasper eine neue Bedeutung.

    Ich finde es sehr gut das die Test’s beim C Ticket inklusive sind, in der Y jedoch nicht.

    Aber….die von LH angekündigten Schnelltest’s sind (nicht neu) in DE gar nicht zugelassen…

  6. Merkel, Spahn und ihr Drosten werden alles dran setzen, das zu verhindern. Der wirtschaftliche Schaden und das Leid der Leute, die ihre Freunde und Partner (sofern nicht verheiratet) nicht sehen dürfen ist überwältigend. Aber das interessiert die Regierung nicht, es muß weiter Schrecken verbreitet werden, so dass die Wiederwahl nächstes Jahr gesichert ist.

  7. Fest steht aufjeden Fall: Trump wird die Reise-Freigabe zelebrieren!

    Entweder kurz vor der Wahl, so dass die Aktienkurse genau getimed durch die Decke gehen. Oder aber kurz danach.

    • Wenn Trump das für die Wahl nutzen will, muss er es vorher machen. Der Wirtschaft würde das gefallen, seiner Kernwählerschaft vermutlich nicht, denn die sind der Überzeugung, dass es ohne Ausländer kein Corona geben würde. Die verstehen teilweise wirklich noch nicht, dass es sich auch von Amerikaner zu Amerikaner überträgt.

      Zum Glück steigt das Verständnis in dem Land rapide.

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