Review: Lufthansa First Class im Airbus A340 von München nach Los Angeles

Auf meiner Reise in Richtung Australien mit längerem Stop in den USA hatte ich erstmalig die Möglichkeit in der exklusivsten Kabinenklasse der Lufthansa zu fliegen. Bisher kannte ich Lufthansa nur aus unzähligen Flügen in der Economy Class, Premium Economy Class sowie der aktuellen Business Class. Der Flug in der Lufthansa First Class war für mich also eine Premiere. Selten habe ich mich so auf einen Flug gefreut, wie auf diesen.

In der Vergangenheit hatte ich das Glück in diversen Premium Kabinen reisen zu dürfen. Allerdings habe ich es aus diversen Gründen noch nicht geschafft, mit der Lufthansa First Class zu reisen. Wie mir der Flug gefallen hat und warum dieser Flug in der Lufthansa First Class im Airbus A340-600 von München nach Los Angeles etwas ganz besonderes war, berichte ich in dieser Review.

Lufthansa First Class im Airbus A340 von München nach Los Angeles | Buchung

Wer einen regulären First Class Flug buchen möchte, der muss tief in die Tasche greifen. Ein Ticket kostet für Hin- und Rückflug gut und gerne mal 10.000 Euro. Wir stellen auf Frankfurtflyer aber regelmäßig tolle Deals vor, wie man vergleichsweise günstig in der First Class fliegen kann. Dazu gehören diverse Angebote und Sales, aber auch natürlich das Thema Meilen, beziehungsweise Miles&More. In meinem Fall habe ich das Ticket von Frankfurt über München nach Los Angeles direkt bei Miles&More mit Meilen gebucht.

Für 85.000 Meilen und gut 350 Euro habe ich diesen First Class Flug zwei Wochen vor Abflug buchen können. Die Meilen habe ich vergleichsweise günstig gesammelt. Mit der Miles&More Kreditkarte Gold Business sammle ich derzeit 1 Meile pro Euro Umsatz. Die Karte hatte ich mit den 20.000 Meilen Bonus beantragt. Dank der üblichen Payback-Umsätze mit entsprechenden Gutscheinen und eine Handvoll Zeitschriften später hatte ich mehr als genügend Meilen gesammelt um das Ticket zu buchen.

85.000 Meilen und 350 Euro sind ein irrer Preis, wenn man bedenkt, dass das Ticket so wie ich es gebucht habe bei Lufthansa fast 8.500 Euro kosten würde. Gut einen teueren One Way bucht man vermutlich eigentlich seltener, aber ich hätte ihn sogar benötigt.

Lufthansa First Class im Airbus A340 von München nach Los Angeles | Boarding

Nach meinem Aufenthalt im First Class Terminal in Frankfurt und der Lufthansa First Class Lounge in München begab ich mich auf dem Weg in Richtung Abfluggate. Der Airbus A340 wurde über zwei Brücken geboardet, wobei die vordere nur für Gäste der First Class gedacht war. Ich war als einer der letzten Gäste an Board.

Ursprünglich hatte ich den Sitzplatz 2K reserviert. Allerdings fragte das Paar in den Mittelsitzen, ob wir nicht die Plätze tauschen könnten. Der Sitz 2D wäre kaputt. So konnten beide in der zweiten Reihe am Fenster, beziehungsweise am Gang „nebeneinander“ sitzen. Ich würde mich freuen, wenn dies auch jemand in meinem Fall tun würde. Da der Fensterplatz 1K frei war, bin ich gerne umgezogen.

Zum Schluss waren sieben der acht First Class Plätze belegt.

Noch während des Boardings stellte sich Daniela bei mir vor. Die Flugbegleiterin, die auf „meiner Seite“ arbeiten sollte kam aus Österreich und war mit ziemlicher Sicherheit eine der besten Flugbegleiterinnen, die ich auf Hunderten Flügen hatte.

Wer meine Artikel regelmäßig liest, der weiß, dass eine schöne Kabine und genügen Platz für mich relevante Faktoren in der First Class sind. Allerdings ist der wesentliche Unterschied immer der Service. Man merkt in der Regel kurz nach dem Einsteigen, wie die Crew drauf ist und ob der Flug großartig werden wird. Dies war auch auf meinem ersten Lufthansa First Class Flug der Fall.

Bereits während des Boardings hat Lufthansa eine kleine Bar vor den Mittelsitzen der ersten Reihe aufgebaut.

Natürlich wurden vor dem Flug auch noch Getränke angeboten. In meinem Fall durfte ein Glas Wasser und ein Gläschen Champagner nicht fehlen. Kurz darauf wurde mir noch der Pyjama (aus dem Hause Van Laack), die Slipper und das Amenity Kit von Winsor überreicht. Letzteres war mit Pflegeprodukten von La Prairie bestückt.

Lufthansa First Class im Airbus A340 von München nach Los Angeles | Die Kabine

Lufthansa bestuhlt ihre Airbus A340-600 in einer Vierklassenbestuhlung. Neben einer Economy Class gibt es auch eine Premium Economy, eine Business und natürlich eine First Class.

Während im hinteren Teil des Airbus A340-600 insgesamt 213 Gäste in der Economy Class Platz finden, geht es in der Premium Economy Class weniger beengt zu. In einer 2-4-2 Anordnung finden 32 Gäste Platz.

Die Business Class ist in zwei Kabinenbereiche unterteilt, in einer 2-2-2 Anordnung gibt es insgesamt 44 Sitzplätze.

Lediglich ganz vorn, in der First Class, geht es weniger beengt zu. In zwei Reihen mit einer 1-2-1 Bestuhlung sitzen maximal acht Gäste. Jeder Sitz hat einen direkten Zugang zum Mittelgang.

Lufthansa First Class im Airbus A340 von München nach Los Angeles | Der Sitz

Lufthansa verbaut im Gegensatz zu vielen anderen Airlines keine geschlossenen Suiten in der First Class Kabine. Die Lufthansa First Class ist vergleichsweise offen und luftig gestaltet. Allerdings lassen sich an jedem Sitz die Sichtschutzwände hochfahren, sodass man eine halboffene Suite mit genügen Privatsphäre vorfindet.

Oft habe ich in sozialen Netzwerken gelesen, dass die Kabine nicht mehr zeitgemäß sei, da man keine Suiten mit hohen Wänden verbauen würde. Ich kann mir gut vorstellen, dass dies für die Lufthansa ein leichtes gewesen wäre. Allerdings haben sich anscheinend viele Gäste für ein offenes Design der Kabine ausgesprochen.

Persönlich muss sich sagen, dass mir das offene Konzept vergleichsweise gut gefällt. Natürlich mag ich die geschlossene Suite von Etihad oder Garuda Indonesia. Dennoch bietet Lufthansa ein guten Mix aus beiden Welten.

Der Lufthansa First Class Sitz lässt sich natürlich in ein komplett flaches Bett verstellen. Dabei ist der Sitz über 70 Zentimeter und 205 Zentimeter lang. Im Bettmodus wird noch eine Matratze auf dem Sitz gelegt. Der Schlafkomfort ist dadurch grandios.

Entlang der Fensterseite, beziehungsweise zwischen den Mittelsitzen befindet sich eine Armlehne mit sehr vielen Staufächern. Hier ist auch der große Tisch verstaut. Dieser ist recht solide und wackelt weder beim Essen noch beim Arbeiten. Im verstellbaren Ottomane findet bequem ein kleineres Gepäckstück und/oder ein paar Schuhe Platz. In den Staufächern lässt sich jegliches elektronische Mitbringsel verstauen. Natürlich kann man diese hier auch laden. Am Sitz gibt es neben Steckdosen auch USB Anschlüsse.

Der Ottomane lässt sich auf Kopfdruck näher an den Sitz fahren. Der gesamte Sitz lässt sich über den Controller in der Armlehne perfekt einstellen. In der anderen Armlehne befindet sich der Controller für das Entertainment System.

Ich habe schon oft gelesen, dass der Monitor zu klein wäre. Und dies ist in meinen Augen sehr akkurat. Wenn man bedenkt, dass der Bildschirm knapp zwei Meter vom Zuschauer weg ist, dann ist dieser eindeutig zu klein. Was die Bildqualität betrifft, können es andere Airlines wesentlich besser.

Was ich so allerdings selten erlebt habe, ist die Liebe zum Detail. Die Wandverkleidungen sind mit Alkantara-Leder bezogen. Die Sitze sind in einem perfekten Zustand und der Sitzkomfort sucht seinesgleichen.

Der Sitz lässt sich unglaublich vielfältig verstellen und der Komfort ist nahezu perfekt. Das alles gepaart mit einem Sitzbezug, beziehungsweise einer Matratze führen zu einem sehr guten Schlaferlebnis.

Die klassische und obligatorische Rose verleiht dem Sitz einen eleganten und schönen Touch.

Lufthansa First Class im Airbus A340 von München nach Los Angeles | Der Service

Was unterscheidet einen guten Flug von einem sehr guten Flug? Richtig, der Service. Ganz selten habe ich so eine nette, freundliche, authentische und zuvorkommende Flugbegleiterin erlebt wie auf meinem Lufthansa Flug nach Los Angeles. Daniela und ich waren nach fünf Minuten per „Du“ und haben uns über die Kinder, Hobbies und noch viele andere Themen ausgetauscht. Ganz nebenbei und vor allem sehr angenehm war der Service. Neben einem Glas Champagner, welches nie wirklich leer war, wurden immer wieder andere Gerichte, beziehungsweise die Essensbestellung aufgenommen.

Die Speise- und Getränkekarte liest sich so:

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Das gesamte Menü umfasst natürlich eine reichhaltige Auswahl an Speisen und Getränken. Als Gast kann man jederzeit bestellen. Da ich in Frankfurt und München bereits zweimal gefrühstückt hatte, bat ich Daniela, mir das Mittagessen erst drei Stunden nach dem Start zu servieren.

Da ich auf Fisch und Seafood allergisch bin, wurde kurzerhand das Menü umgestellt, beziehungsweise improvisiert. Die Vorspeise war ein Mix aus dem First Class Salat und der Business Class Vorspeise.

Lufthansa First Class Vorspeise

Den Kaviar konnte ich leider nicht genießen. Allerdings wurde dieser für die anderen Gäste schön und klassisch angerichtet und vom Wagen aus serviert.

Lufthansa First Class Kaviarservice

Als Hauptspeise habe ich das Filet bestellt. Dies war zwar nicht spektakulär, aber trotzdem zart und „medium“.

Lufthansa First Class Hauptspeise

Insgesamt halte ich das Lufthansa Catering in der First Class für gut. Die Speisen sind lecker, aber im Vergleich wenig spektakulär. Man wird nicht enttäuscht, aber auch nicht von einer „Haute Cusine“ überrascht. Ich glaube, dass dies aber auch gar nicht gewollt ist. Man möchte den Gästen wohl ein grundsolides, qualitativ hochwertiges und komfortables Essen bieten, was schmeckt. Dabei verzichtet man auf unnötige Extras.

Daniela war aber das wahre Highlight auf dem Flug. Unglaublich nett, freundlich und zuvorkommend, gepaart mit Humor, Authentizität und einer Brise Ironie und Humor bilden in meinen Augen das perfekte Paket.

Wir haben gelacht, Spaß gehabt, gequatscht und uns einfach super verstanden. Es war fast als ob man eine alte Freundin trifft. Es machte einfach Freude und ich habe mich enorm wohlgefühlt.

Schneller als es mir lieb war, begann der Landeanflug nach Los Angeles und ein toller Flug in der Lufthansa First Class im Airbus A340-600 neigte sich dem Ende.

Lufthansa First Class im Airbus A340 von München nach Los Angeles | Frankfurtflyer Kommentar

Viel zu schnell vergingen die gut 12 Stunden von München nach Los Angeles. Ich hätte ohne Probleme noch einmal so weit fliegen können. Was das Kabinenkonzept betrifft, hat man bei Lufthansa in der First Class keine Suiten oder die perfekte Privatsphäre. Auf der anderen Seite bietet Lufthansa einen unglaublich angenehmen Sitz mit einem hohen Maß an Komfort. Das alles zusammen mit einem tollen Service und einem grundsoliden Essen mit verschiedenen Optionen und tollen Weinen, schon hat man in meinen Augen die perfekten Zutaten für einen super Lufthansa First Class Flug.

Mein Lufthansa First Class im Airbus A340 von München nach Los Angeles war nahezu perfekt. Das lag nicht zuletzt am Service, der einfach klasse war.

Hier findet Ihr die weiteren Teile dieses Tripreports:

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4 Kommentare

  1. Hallo Tim
    Danke für diesen Flightreport.
    Mich würde interessieren, ob es bei Ankunft in Los Angeles einen gesonderten Service für First Class Gäste gibt ähnlich wie bei Thai in Bkk?

    Grüße

    • Hey Gerald, in Lax gab es leider gar nichts an Service am Boden. Insgesamt habe ich an der Immigration eine gute Stunde gewartet. Hier könnte man doch einiges verbessern.

  2. Hallo Tim, für 85.000 Punkte für 4 Personen ?Schnäppchen preise 🙂 erhält jeder Personen Kreis inkl. Kinder Punkte Gutschrift? bei M&M Karte?

Antworten

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