Lufthansa fliegt Boeing 747-400 aus der Wartung direkt auf den Schrottplatz

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Die Boeing 747-400 war lange Jahre das Flagschiff der Lufthansa Langstreckenflotte und man hatte bis zu 30 der 400er Jumbos im Einsatz. Inzwischen hat Lufthansa auch 19 der deutlich moderneren Boeing 747-8 in der Flotte und fliegt auch noch andere sparsamere Flugzeuge wie den Airbus A350-900. Von den 13 noch in der Lufthansa Flotte verbleibenden Boeing 747-400 werden allerdings mindestens fünf Flugzeuge nicht mehr für Lufthansa fliegen und man beginnt nun mit der Stilllegung der ersten Boeing 747-400.

Die ersten zwei Boeing 747-400 werden nun auf einen Schrottplatz im niederländischen Enschede geflogen, wo die Flugzeuge zerlegt und verwertet werden. Wie unvorbereitet diese Entscheidung für Lufthansa gekommen ist, sieht man auch daran, dass sich eine der beiden Boeing 747-400, welche nun verschrottet werden, seit Januar in einer großen Wartung in Peking befindet, wo sie für mindestens zwei weitere Jahre im Flugbetrieb bei Lufthansa fit gemacht wurde.

Nun haben sich die Pläne aufgrund der Coronakrise drastisch geändert und Lufthansa wird die Boeing 747-400 mit der Registrierung D-ABVO nach 24 Jahren in der Lufthansa Flotte direkt aus der Wartung in Peking nach Enschede fliegen, was voraussichtlich der letzte Flug dieses Flugzeuges sein wird. Anders als geplant, wird die Viktor Oscar nicht mehr frisch gewartet an ihre Basis in Frankfurt zurückkehren und noch tausende Passagiere transportieren.

Bevor aber am 5. Juni die D-ABVO auf den Schrottplatz geflogen wird, fliegt am 4. Juni die D-ABTL von Frankfurt nach Holland, um dort verwertet zu werden. Dieser Jumbo Jet ist mit über 18 Jahren einer der Jüngeren Flugzeuge des Typs in der Lufthansa Flotte.

Die Boeing 747-400 hatten sich für Lufthansa sehr gelohnt

Eigentlich wollte man an der Boeing 747-400 noch einige Jahre festhalten, denn auch wenn die Flugzeuge schon alle über 20 Jahre auf dem Buckel hatten und mehr Treibstoff verbrauchten als neuere Jets, waren sie für Lufthansa sehr rentabel, denn die Flugzeuge waren komplett abgeschrieben.

Durch die extrem gute Wartung von Lufthansa Technik und einigen Programmen um die Zyklenzahlen der Flugzeuge zu steigern, hätte man auch noch ohne Probleme zehn weitere Jahre mit der Boeing 747-400 fliegen können. Vor der Coronakrise wären die Boeing 747-400 von Lufthansa sicher auch auf dem Gebrauchtmarkt begehrt gewesen, aber nun bleibt nur noch die Verschrottung.

Nachdem die Boeing 747-400 bis etwa 2012 das Premium Flugzeug von Lufthansa war, wurde sie nach und nach auf eine Kabine umgebaut, welche möglichst viele Sitze bot. Mit einer großen Economy Class war die 747-400 auch auf Strecken sehr profitabel, welche vor allem von Touristen gebucht wurden, wie zum Beispiel Orlando oder Seattle im Sommer.

Viel Kritik musste Lufthansa einstecken, als man sich bei den 747-400 dazu entschlossen hat die fantastische First Class mit einem Bett und Sitz für jeden Passagier auszubauen und auf eine Business Class Bestuhlung umzustellen, welche erschreckend eng und eigentlich schon bei der Einführung nicht mehr zeitgemäß war. Die Boeing 747-400 ist das einzige Flugzeug in der Lufthansa Flotte, welches in der Business Class noch einen Mittelsitz hat.

Review: Lufthansa Business Class Boeing 747-400 Frankfurt nach Seattle

Lufthansa fliegt Boeing 747-400 aus der Wartung direkt auf den Schrottplatz | Frankfurtflyer Kommentar

Auch wenn es Lufthansa schon angekündigt hat, dass man die Langstreckenflotte in Folge der Coronakrise deutlich minimieren muss, ist es durchaus ein trauriges Bild, wenn man nun frisch gewartete Boeing 747-400 sieht, welche nur noch auf den Schrottplatz geflogen werden. Neben den fünf Boeing 747-400, welche die Lufthansa Flotte verlassen werden, müssen auch mindestens sechs Airbus A380, sieben Airbus 340-600 und drei Airbus A340-300 die Flotte verlassen.

Ich bin mir sicher, dass es vielen wie mir geht und dass viele von Euch der Boeing 747-400 durchaus hinterher trauern werden. Vielleicht habt Ihr wie ich die ein oder andere tolle Erinnerung an diesen Flugzeugtyp. So habe ich Nicole 2014 zu unserem ersten gemeinsamen Flug in das Oberdeck (damals Bed and Seat und Business Class Service) entführt. Hier hat „unsere“ Geschichte erst so richtig begonnen.

How to date a frequent flyer – Eintritt in eine neue Welt

 

Danke: aero.de

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14 Kommentare

  1. Nach dem ICAO Alphabet wäre die Kennung Victor Oscar, nicht Oktober 😉 /Klugschwätzer mode off
    Danke für Eure interessante Berichterstattung auch in den schwierigen Zeiten. Ich habe schon einige Optimierungen durch Eure Tipps durchgeführt.
    Happy landings,
    Kai

    • Ich buchstabiere immer nur Buchungscodes… Gibt offensichtlich einen guten Grund, warum ich in der Kabine sitzen und nicht ins Cockpit darf ;).

      LG
      Christoph

  2. Meine Hochzeitsreise 1985 startete mit einer 747-300 der Singapore Airlines. In Folge lernte ich die Megatop der SQ kennen und auch der 1000 Jumbojet, der bei SQ in Dienst gestellt wurde, brachte uns 1x nach Asien. – LH 747 erlebte ich dann auf der Teilstrecke BKK-KUL und auch auf dem Rückflug KUL-FRA. Als dann LH die 747-8 und die Premium ECO bekam nahmen wir in Bayern lebend, den Umweg über FRA in Kauf um diese von FRA nach HKG zu erleben. Ein paar Jahre später, der Umweg über AMS nach HKG, wollte ich KLM 747 Combi fliegen, erstmalig im upperdeck! Das nun so viele 747 sterben tut mir weh, und ich hoffe innig, dass ich nochmal die 747-8 der Korean in den nächsten Jahren nach ICN erleben werde…..

  3. Warum hat LH vor ein paar Jahren noch die vierstrahlige 747-800 angeschaft? Spätestens hier hätte man doch endlich die 777 einflotten sollen, die woanders höchst erfolgreich ist …

    • Da die 747-400 für LH sehr rentabel war, war der Schritt zur 747-8i ganz normal und logisch. Man konnte lange Business routen wie MEX etc mit einer First Class anfliegen und hat noch mehr als genügend Platz für die Business, Premium Eco und Economy.
      Die LH 747-8i hat mit 364 Plätzen mehr Kapazität als die 777 von der Swiss z.B. mit 340 Plätzen.

  4. Die Fensterplätze erste Reihe unten waren sooo cool , man konnte nicht nur zue Seite sondern etwas nach vorne sehen.
    Hatte 1.Reihe A FRA-PEK in CA beim sale gebucht…Ende Juni-leider gecancelled.
    Corona madness..Während bzw durch 4 Influenzawellen des letzten Jahrzehnts kamen jeweils mehr Menschen um als durch/mit Corona .
    „Dank“ an die Regierungen , die den WHO Empfehlungen gefolgt sind und den „Qualitätsmedien“ die Corona gehyped haben…Nun ja ,sie wurden zum Teil nett unterstützt z.B. Gates foundation an den „SPIEGEL“ 2 300 000 €
    Habe mein Spiegel Abo gekündigt , leider geht das mit dem GEZ TV noch nicht !

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