Lufthansa gibt ein Angebot für Condor ab

Condor fliegt nach wie vor weiter!

Es wurde schon mehrfach ausführlich darüber spekuliert und auch Lufthansa Vorstände haben die Gerüchteküche ordentlich angeheizt. Jetzt ist es aber offiziell und Lufthansa hat ein Angebot für den Ferienflieger Condor abgegeben.

Condor gehörte schon einmal der Lufthansa, bis man sie 1997 an den Reisekonzern Thomas Cook verkauft hat. Seither soll man sich bei Lufthansa schon mehrfach über diese Entscheidung geärgert haben und daher ist es nur allzu nachvollziehbar, dass Lufthansa die Airline nun zurückkaufen möchte.

Besonders interessant ist das nicht bindende Angebot von Lufthansa an Thomas Cook auch deshalb, da man bis jetzt nur Interesse an den Langstecken von Condor gezeigt hat. In dem Angebot von Lufthansa an Thomas Cook spricht man allerdings auch davon, dass man es neben Condor auch auf die anderen Thomas Cook Airlines ausweiten könnte.

Neben Condor, welches die deutsche Thomas Cook Airline Tochter ist, gibt es auch noch Thomas Cook Airlines in England, Skandinavien und in Spanien. Insgesamt betreibt die Kette damit über 100 Flugzeuge, wovon etwa 50 auf die Condor Flotte entfallen.

Besonders touristische Fernflüge sind interessant

Lufthansa sieht in touristischen Fernstrecken inzwischen einen beträchtlichen und wachsenden Markt und dies, obwohl man in den letzten zwanzig Jahren dieses Segment, im Gegensatz zu Mitbewerbern wie British Airways und Air France fast vollständig ignoriert hat.

Nun will man hier mit der Condor offenbar wieder voll einsteigen, nachdem man auch mit Eurowings schon in dieses Segment einsteigen wollte. Allerdings tut sich der Hybrid-Billigflieger von Lufthansa hiermit recht schwer.

Condor hingegen ist ein Experte auf dem Gebiet der touristischen Langstrecken, welche häufig in niedriger Frequenz, teilweise nur ein mal pro Woche geflogen werden. Etwas was man bei Lufthansa so kaum kennt.

Allerdings will man nicht nur die Langstrecken von Condor übernehmen, sondern auch die Kurz- und Mittelstreckenflotte.

So sagte der Lufthansa CEO, Carsten Spohr, zu dem Angebot für Condor folgendes:

„Wir glauben, dass wir der Condor eine Perspektive bieten und die Einheit des Unternehmens erhalten können, mit Lang- und Kurzstrecke.“

Condor braucht dringend neue Flugzeuge

Auch für Condor könnte eine Übernahme durch Lufthansa von Vorteil sein. Zum einen könnte man von dem dichten Zubringernetz von Lufthansa auch auf Condor Langstrecken noch besser profitieren und zum anderen benötigt Condor dringend neue Flugzeuge.

Besonders die alternde Langstreckenflotte aus 16 Boeing 767-300er muss in den kommenden Jahren ersetzt werden. Aber auch für die Boeing 757-300 benötigt es einen passenden Ersatz.

Die Lufthansa Gruppe hätte, allein durch ihre Größe, hier bei den Herstellern eine ganz andere Verhandlungsposition als Condor alleine. Auch ist Lufthansa finanziell stabil genug aufgestellt, um die Flottenmodernisierung bei Condor schnell voran zu treiben.

Lufthansa gibt ein Angebot für Condor ab | Frankfurtflyer Kommentar

Dass Lufthansa ein Angebot für Teile der Condor abgeben wird, galt eigentlich als sicher und ist daher nicht sonderlich überraschend. Allerdings ist es durchaus überraschend, dass man direkt ein Angebot für die gesamte Airline abgegeben hat und nicht nur für die Langstrecken.

Bisher hatten viele Beobachter Zweifel daran, dass Lufthansa die Condor Kurzstrecken überhaupt übernehmen will und darf. So könnte es hier auch trotz des Vorhaben, Condor im Ganzen zu Übernehmen, doch noch zu kartellrechtlichen Auflagen kommen.

Dass man auch direkt Interesse an den Thomas Cook Airlines in England, Skandinavien und den Balearen zeigt ist hingegen überraschend. Dies gibt dem Deal noch einmal eine ganz andere Dimension und würde in der Lufthansa Group auf einen Schlag das Ferienflug Geschäft enorm ausbauen.

Fraglich wäre allerdings, wie es mit Eurowings und deren Langstrecken weiter geht, wenn man wirklich Condor und die Thomas Cook Airlines übernimmt. Vermutlich würde sich Eurowings dann vorerst auf die Langstrecken ab Düsseldorf und möglicherweise Berlin und Hamburg nach Nordamerika konzentrieren.

Danke: aeroTelegraph 

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8 Kommentare

  1. Eine Airline steht zum Verkauf, LH gibt ein Angebot ab – warum wundert mich das nicht?

    Evtl. nimmt man auch nur die Streckenrechte/Slots von DE und lässt sie von EW bedienen, DE verschwindet (trotz des guten Rufs).

    • Das DE verschwindet kann ich mir nicht vorstellen. Das würde tatsächlich auch nicht viel Sinn ergeben, da LH hier wohl eher auf die Erfahrung und die bestehenden Verträge mit Reiseveranstaltern scharf ist. Bei den Warmwasserzielen ist es nicht unbedeutend, dass man gut an Veranstalter verkauft, da viele Reisende hier pauschal buchen.

      Und ja du hast recht! Lufthansa will gerade alles kaufen, was man kaufen kann und Flügel hat.

      LG
      Christoph

      • Bin gespannt da wir all die Jahre nur Premium geflogen sind ob LH das bei der Übernahme auf Mittelstrecken bei behält.

  2. In Zeiten in denen Fridays for Future Aktivisten ihre Reisefotos aus Instagram löschen und es beispielsweise in Skandinavien mittlerweile als verpönt gilt, Fernurlaub mit dem Flugzeug zu machen, ist eine solche Akquisition kritisch zu hinterfragen. Die LH Gruppe fliegt doch beispielsweise mit Austrian schon Urlaubsziele wie Mauritius an, aber gerade Condor ist in einem Preissegment, das „weltverbesserer-grün“-anfällig ist.

    • Ich gehe davon aus, dass Eurowings wirklich nach Frankfurt kommt, allerdings ist die Frage, wie lange das so bleibt, wenn Lufthansa die Condor übernimmt.

      LG
      Christoph

    • Hoffentlich nicht…Eurowings ist ein lästiger, ekliger Furunkel für jeden Vielflieger. Total unpünktlich. Gepäck durchchecken zu anderen Airlines geht nicht, keine Lounge, ausser man fliegt Business,
      nur Minimalgepäck auf der Langstrecke..alles nur widerlich!

    • Hoffentlich niemals, mit LH von DUS-FRA ist deutlich besser, Senator Lounge, pünktlich,erheblich mehr Gepäck, ‚First Class Checkin als Star Alliance Gold Mitglied. Eurowings offeriert permanente Unpünktlichkeit, ansonsten nichts vom vorher Genannten.

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